Nach der Ankündigung des Schwarzheider Bürgermeisters Christoph Schmidt (parteilos), einen unabhängigen Gutachter beauftragen zu wollen, der das behördlich angeordnete Grundwasser-Entnahmeverbot bewerten soll, reagiert jetzt Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) leicht verschnupft. „Das kann die Stadt machen, für uns ist das aber wenig hilfreich“, sagt er auf Nachfrage. Die Stadt Schwarzheide sei für dieses Problem „auf keinen Fall zuständig“.

Erhöhte Konzentration des Unkrautvernichters Mecoprop im Schwarzheider Grundwasser

Die Wasserbehörde des Landkreises hatte bei Grundwasserkontrollen im Januar südwestlich des BASF-Werkes eine laut Heinze über dem Grenzwert liegende Konzentration des Pflanzenschutzmittels Mecoprop nachgewiesen. Daraufhin wurde das Wasserentnahmeverbot angeordnet, das nur zurückgenommen werden könne, sollten sich neue Erkenntnisse ergeben. Da diese bisher nicht vorliegen, bleibt es bei der Verfügung, so Heinze. Die Wasserbehörde habe selbst einen Gutachter beauftragt, der eine Bewertung vornehmen soll. „Wir sind da dran“, versichert Heinze.
Aus Schwarzheide wird die Kritik jedoch immer lauter. Laubenpieper monieren, dass sie ihre Gärten nun mit Trinkwasser wässern müssen. Einer Forderung für den Bau eines neuen Brunnens, aus dem die Hobbygärtner ihr Wasser dann ziehen könnten, erteilte der Verwaltungschef eine Absage. „Ein neuer Brunnen wird nicht gebohrt“, so Heinze.

Grundwasser-Streit wird Thema bei Stadtverordnetenversammlung in Schwarzheide

Das umstrittene Entnahmeverbot wird auch bei der Stadtverordnetenversammlung am 15. Juni in Schwarzheide indirekt wieder eine Rolle spielen. Denn in einer Sondersitzung soll der Haushalt beschlossen werden, in dem auch die Kosten für den von der Stadt zu beauftragenden Gutachter aufgelistet sind.
Von 1968 bis 1990 war in Schwarzheide Mecoprop hergestellt worden. Seit dem Jahr 2002 besteht zwar ein hydrologischer Sperrriegel um das Werksgelände, doch die in den Jahrzehnten zuvor entwichenen Schadstoffe können nicht zurückgeholt werden.