Truck-Trial EM am Lausitzring
: Familientaugliches Offroad-Abenteuer wartet

Die Truck-Trial EM am Lausitzring lockt am Wochenende mit spannenden Herausforderungen. Doch ob die Veranstaltung langfristig hier bleibt, wird erst danach entschieden.
Von
Silke Wentingmann-Kovarik
Klettwitz
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Jürgen Funke (l.) bringt die Truck Trial Europameisterschaft zum ersten Mal auf den Lausitzring. Mario Kuntzsch ist als Veranstaltungsmanager beim DEKRA-Lausitzring ein wichtiger Ansprechpartner.

Jürgen Funke (l.) bringt die Truck Trial Europameisterschaft zum ersten Mal auf den Lausitzring. Mario Kuntzsch ist als Veranstaltungsmanager beim DEKRA-Lausitzring ein wichtiger Ansprechpartner für ihn.

Silke Wentingmann-Kovarik
  • Truck-Trial-EM erstmals am Lausitzring – Offroad-Parcours mit schweren Fahrzeugen.
  • 20–25 Teams in vier Kategorien: Geschicklichkeit und Präzision statt Geschwindigkeit.
  • Zuschauer erleben das Event hautnah; Eintritt 15 €/Tag, Kinder bis 16 kostenlos.
  • Umweltfreundlich: HVO-Diesel, Standgasbetrieb, Amphibienzaun berücksichtigt.
  • Event-Zukunft unklar, Auswertung erfolgt nach dem Wochenende.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der DEKRA Lausitzring wartetet in diesem Jahr mit einer Premiere auf: An diesem Wochenende (16./17.8.) präsentiert sich Motorsport, der eigentlich keiner ist. Dabei sind die Boliden kaum zu übersehen. Geländegängige Fährzeuge in vier Kategorien absolvieren an zwei Tagen Prüfungen in mehreren Sektionen.

Anders als gewohnt geht es dabei nicht um Geschwindigkeit, sondern um Geschicklichkeit und Präzision – und das mit schweren Maschinen in unwegsamem Gelände: Im Offroad-Parcours findet der zweite von insgesamt vier Läufen zur Truck-Trial-Europameisterschaft statt.

Zuschauer sind dabei ausdrücklich erwünscht. Sie können sich das Spektakel aus nächster Nähe betrachten.

Zuschauer erleben Truck-Trial EM hautnah am Lausitzring

Zwei Jahre hat es gedauert, jetzt passt es: „Heuer, im August 2025, machen wir hier diesen ersten Versuch!“ Der Österreicher Jürgen Funke, seit vielen Jahren Organisator der Truck-Trial EM, kommt mit dieser Veranstaltungsserie erstmals auf den Lausitzring bei Klettwitz.

Vor wenigen Wochen hat er das Gelände, zu dem auch die Off-Road-Strecke des Lausitzrings gehört, selbst in Augenschein genommen und entschieden: Das passt. Damit wird das Gespür von Kompagnon Hermann Schoch und dessen Vorgespräche mit Uwe Buckhardt, Leiter Test & Event am Lausitzring, untermauert.

Truck-Trial EM am Lausitzring – Vorbereitung und Gelände

Mitten in der Woche reist das Team in der Lausitz an. Es gilt, das 240.000 Quadratmeter große Areal bis zum Wochenende in ein Veranstaltungsgelände zu verwandeln. Dabei kommen den Organisatoren die Gegebenheiten des Off-Road-Testgeländes vor Ort zugute. Unerlässlich dabei sind ebenso rot-weiß-gestreiftes Flatterband und Holstangen, zum Teil mit weißer Markierung.

Jürgen Funke ist Organisator der Truck Trial EM. Das Büro in einem Truck ist Arbeitsplatz von Christian Schuster. Bei ihm als leitender Sportkommissar laufen alle Fäden zusammen.

Jürgen Funke ist Organisator der Truck Trial EM. Das Büro in einem Truck ist Arbeitsplatz von Christian Schuster. Bei ihm als leitender Sportkommissar laufen alle Fäden zusammen.

Silke Wentingmann-Kovarik

Wer aufgrund der Bagger größere Erdbewegungen vermutet hat, wird enttäuscht. „Wir ergänzen die bestehenden Hügel um die eine oder andere Attraktion“, beschreibt Funke, früher selbst Trial-Fahrer, das Vorgehen. Was er meint, sind an der einen oder anderen Stelle Löcher, die extra ausgehoben worden sind. Er ist überzeugt: Davon hätten dann später sogar die Pkw noch etwas, weil die breiteren Lkw-Spuren dazu animieren würden, neue Wege zu finden.

Neue Wege beschreitet auch der Lausitzring mit diesem Sport: Veranstaltungsmanager Mario Kuntzsch beschreibt die Veranstaltung als eine, die beiden Seiten am Herzen liegt. Als Vermieter habe man die Sanitäranlagen an der Haupttribüne zur Verfügung gestellt und mit Technikern beim Aufbau unterstützt.

Das Fahrerlager im Schatten des großen Windrades am Lausitzring füllt sich. Freitag ist die Anreise der Fahrer abgeschlossen, auch das Drumherum steht am Abend.

Das Fahrerlager im Schatten des großen Windrades am Lausitzring füllt sich. Freitag ist die Anreise der Fahrer abgeschlossen, auch das Drumherum steht am Abend.

Silke Wentingmann-Kovarik

Ob man einer Wiederholung im kommenden Jahr aufgeschlossen gegenüberstehe? Erst einmal müsse dieses Wochenende über die Bühne gehen, dann werde man sich in die Augen schauen und auswerten, sagen Kuntzsch und Funke diesem Nachrichtenportal unisono. Das Gefühl für eine Zukunft der Truck-Trial EM am Lausitzring ist ein gutes.

Herausforderungen und Regeln der Truck-Trial EM am Lausitzring

Insgesamt absolvieren die 20 bis 25 Teams – eingeordnet in vier Wertungskategorien – sechs Sektionen. Geschicklichkeit und Fahrzeugbeherrschung sind oberstes Gebot.

Wer bei der Durchfahrt der Tore die wenigsten Punkte sammelt, liegt in der Wertung ganz vorn. Abzüge erhalten die Truck-Besatzungen bei mehreren Fehlern: Zum Beispiel, wenn sie die Stangen der Tore berühren, sie zerstören, sie umfahren, Tore auslassen oder zu oft wiederholt durchfahren. Ein Tor besteht immer aus einer Stange mit weißer und einer Stange ohne Markierung. Wichtig: Die weiß markierte Stange muss sich in Fahrtrichtung links befinden.

Jürgen Funke ist zufrieden. Die Steckenaufteilung ist gelungen. Die Teams werden in der Fahrerbesprechung über Besonderheiten informiert, Zuschauer erhalten den Plan auch als Ausdruck.

Jürgen Funke ist zufrieden. Die Steckenaufteilung ist gelungen. Die Teams werden in der Fahrerbesprechung über Besonderheiten informiert, Zuschauer erhalten den Plan auch als Ausdruck.

Silke Wentingmann-Kovarik

Gelegenheit für Probefahrten oder Training auf den Strecken haben die Teams nicht. Vielmehr findet vor dem Start in einer Sektion eine Streckenbegehung statt. Fahrer und Beifahrer besprechen dann das Vorgehen und legen fest, in welcher Reihenfolge die sieben zu absolvierenden Tore der jeweiligen Sektion abgefahren werden.

Das jeweilige Gelände liefert immer neue Herausforderungen, selbst einen Tag später – am Sonntag – kann die Situation für Mannschaft und Maschine eine ganz andere sein.

Familienerlebnis bei Truck-Trial EM am Lausitzring

Von 9 bis 18 Uhr ist auf dem Gelände an jeder Ecke etwas zu erleben. Jürgen Funke weiß aus Erfahrung, dass dies auch Familien begeistert. Zum Beispiel, wenn die Väter von Berufs wegen mit dem Lkw unterwegs seien, der Rest der Familie das im Alltag aber sonst nicht verfolgen könnte. Die Kinder seien ganz begeistert zu erleben, was Trucks alles können. Noch interessanter sei natürlich eine Baggerbergung, stellt der Österreicher in Aussicht.

Eine Wasserdurchfahrt kann in Sektion 5 zur Herausforderung werden. Die Teams müssen vor der Fahrt entscheiden, wie sie die Situation meistern wollen.

Eine Wasserdurchfahrt kann in Sektion 5 zur Herausforderung werden. Die Teams müssen vor der Fahrt entscheiden, wie sie die Situation meistern wollen.

Silke Wentingmann-Kovarik

Steilhänge, Felsen, Schlamm – in diesem Umfeld fährt sich ein Lkw alles andere als leicht. Dies und einen Lokalmatadoren der Europameister ist, können die Zuschauer direkt und fast hautnah erleben. Markus Niedergesäß aus Cottbus absolviert in diesem Jahr nur diesen einen der vier Läufe und freut sich besonders auf sein Heimspiel.

Umweltfreundliche Truck-Trial EM: HVO-Diesel und Besucherinfos

„Alle Sektionen, die Tore – das Spannende – haben wir in Richtung der Zuschauer ausgerichtet“, sagt Jürgen Funke. Als Absperrung zur Strecke dienen Flatterbänder und Stangen. Der Sport ist sicher: Unfälle habe es noch keine gegeben.

Die Sportart funktioniert umweltfreundlich, das betonen die Organisatoren: Die Trucks würden einerseits alle mit HVO-Diesel (ein erneuerbarer Dieselkraftstoff) fahren, andererseits seien die Fahrzeuge während ihrer Prüfungen lediglich im Standgas unterwegs. Damit sei zudem der Faktor Krach ausgeschlossen. Selbst der bestehende Amphibienzaun auf dem Gelände sei in die Planungen miteinbezogen worden.

Für die Besucher der Region stehen ausreichend Fahrradständer direkt vor dem Veranstaltungsgelände zur Verfügung. Wer mit dem Pkw anreist, parkt hinter der Haupttribüne und legt das letzte Stück zu Fuß zurück. Eintrittskarten sind dort an der Tageskasse erhältlich. Für einen Tag sind 15 Euro fällig, der Eintritt für beide Tage kostet 25 Euro. Kinder bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Für eine Bewirtung ist gesorgt.