Tierpension in Schipkau
: Pfötchenfarm von Liane Schneider steht vor dem Aus

Acht Jahre lang kümmert sich Liane Schneider in Drochow fast rund um die Uhr um Hunde und Katzen. Nun zwingt ihre Gesundheit sie zum Umdenken. Gibt es noch eine Zukunft für die Pfötchenfarm?
Von
Silke Wentingmann-Kovarik
Drochow
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Mit viel Herzblut betreibt Liane Schneider seit acht Jahren in Drochow eine Tierpension. Auf ihrem Grundstück betreut sie Hunde und Katzen, während deren Besitzer im Urlaub sind oder aber arbeiten müssen. Doch jetzt scheint ein Ende der Dienstleistung unausweichlich.

Mit viel Herzblut betreibt Liane Schneider seit acht Jahren in Drochow eine Tierpension. Auf ihrem Grundstück betreut sie Hunde und Katzen, während deren Besitzer im Urlaub sind oder aber arbeiten müssen. Doch jetzt scheint ein Ende der Dienstleistung unausweichlich.

Silke Wentingmann-Kovarik
  • Betreiberin der Pfötchenfarm in Drochow prüft Schließung wegen Gesundheit – Termin „31. Oktober 2026“.
  • Liane Schneider arbeitet seit acht Jahren fast durchgehend und ist allein überlastet.
  • Die Tierpension betreut Hunde und Katzen, inkl. Hunde-Kita seit der Corona-Pandemie.
  • Kapazität: je 12–15 Katzen und 15 Hunde; rund 240 Pensionskunden, auch aus Dresden und Berlin.
  • Sie sucht Nachfolge oder Partner, ideal mit Weiterbeschäftigung – Ziel ist Erhalt der Pfötchenfarm.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kaum ist der letzte Hund im Freigehege, kehrt für einen Moment Ruhe ein. Genau diese Minuten fallen Liane Schneider derzeit am schwersten. Dann denkt sie daran, dass sie ihre Tierpension in Drochow vielleicht schließen muss.

Liane Schneider hat ihre erste Runde Arbeit bereits hinter sich. Doch die eigentlich willkommene Verschnaufpause im Büro lässt die Gedanken wieder kreisen. Die 58-jährige Frau steht vor einer schweren Entscheidung. Allein kann sie die Tierpension nicht mehr stemmen. Sie ist gesundheitlich angeschlagen. „Was soll werden, wenn ich richtig krank werde?“, sagt sie.

Nicht die eigene Gesundheit bereitet ihr die größten Sorgen. Sondern die Frage, wer sich um die Tiere kümmert, wenn sie plötzlich ausfällt. Wenn sie keine Lösung findet, werde sie die Pension zum 31. Oktober 2026 schließen. „Eigentlich wollte ich hier alt werden hier“, erinnert sie sich an ihre Entscheidung für die Selbstständigkeit und für Drochow.

Lebenstraum: So entstand die Pfötchenfarm in Drochow

Seit 2018 ist das Grundstück am Ortseingang des Dorfes nicht nur ihr Arbeitsplatz, sondern auch ihr Zuhause. Mit 50 Jahren fasst Liane Schneider einen Entschluss: Es sei an der Zeit, ihren Traum zu verwirklichen. Sie eröffnet ihre Tierpension. Das kommt nicht von ungefähr. Zunächst arbeitet sie im Tierheim Senftenberg, später engagiert sie sich im Tierschutzliga-Dorf Groß Döbbern.

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Über eine Qualifizierung holt sie sich das betriebswirtschaftliche Rüstzeug; die Prüfung vor der IHK besteht sie an ihrem 50. Geburtstag. Gemeinsam mit ihrem damaligen Mann findet die aus Senftenberg stammende Frau das passende Grundstück in der Gemeinde Schipkau. Das Grundstück bietet genügend Platz, ein Glücksfall.

Zunächst richtet sie zwei Zimmer für Katzen ein. Später baut sie Gartenlaube, Garagen und einen ehemaligen Hühnerstall zu Unterkünften für Hunde und Katzen um – nach den Vorgaben des Veterinäramtes.

Tierpension mit Hunde-Kita: Pfötchenfarm baut Angebot aus

Vor dem Katzen- als auch dem Hundehaus schließen sich jeweils Freigehege an. Hier sind tagsüber auch die „Kita-Hunde“ untergebracht, wenn sie sich mit den anderen Tieren der Gruppe nicht verstehen sollten. Nach der Corona-Pandemie erweiterte Liane Schneider ihr Angebot um diese Hunde-Kita für Tiere, die das Alleinsein nicht gewohnt sind. Die Nachfrage hält bis heute an.

Liane Schneider am Freigehege vor dem Katzenhaus – hier fühlen sich auch Stubentiger im Urlaub wohl.

Liane Schneider am Freigehege vor dem Katzenhaus – hier fühlen sich auch Stubentiger im Urlaub wohl.

Silke Wentingmann-Kovarik

So wie bei Nele. Die Hündin kommt zum ersten Mal in die Hunde-Kita, als sie acht Monate alt ist, jetzt ist sie bereits vier Jahre. Mit individuellen Absprachen zu Bringe- und Abholzeiten ist es für Frauchen und Herrchen bestens mit dem Beruf vereinbar. Ihr Credo: Die Tiere sollen sich hier zu Hause fühlen.

Warum Kunden der Tierpension Drochow seit Jahren treu sind

Ihre etwa 240 Pensionskunden schätzen das und wissen ihre Vierbeiner in Drochow gut aufgehoben. Sie kommen nicht nur aus der Region, sondern auch aus Dresden oder Berlin. Wer beruhigt in den Urlaub fahren will, der bucht für seinen Liebling rechtzeitig einen Platz in der Pfötchenfarm. Stammkunden hinterlegen oft einen Urlaubsplan für das ganze Jahr. Insgesamt sei Platz für jeweils 12 bis 15 Katzen sowie für 15 Hunde. Wie es den vierbeinigen Feriengästen ergeht, erfahren die Besitzer regelmäßig per Nachricht – Fotos inklusive.

„Allein schaffe ich das nicht mehr.“
Liane Schneider
Betreiberin der Pfötchenfarm in Drochow

Doch nach der Haupturlaubszeit, die etwa bis September geht, könnte in diesem Jahr Schluss sein. Sie nennt den 31. Oktober 2026 als Termin. Nach acht Jahren muss sich Liane Schneider aus gesundheitlichen Gründen eingestehen: „Allein schaffe ich das nicht mehr.“ Als sie eine Stammkundin aus Senftenberg darauf vorbereitet habe, sei diese fassungslos gewesen: „Sie dürfen nicht schließen“, sei die erste Reaktion gewesen.

Zukunft der Tierpension in Schipkau: Schließung oder Nachfolge?

Acht Jahre lang hat sie Familien ermöglicht, beruhigt in den Urlaub zu fahren oder ihrer Arbeit nachzugehen. Dafür ist sie seit 2018 an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Der Tag beginnt meist um 6 Uhr und endet selten vor 20 Uhr. Urlaub kennt sie kaum. Unterstützung gibt es nur gelegentlich, für zusätzliches Personal fehle das Geld. Investitionen wie die neue Heizung für die Tierhäuser hatten Vorrang. Nun fordert der Körper Tribut.

Liane Schneider hat viel in ihre Pfötchenfarm investiert. Schließlich sollen sich die Pflegetiere bei ihr wohlfühlen. Ein Nachtlicht und Unterhaltung aus dem Radio gehören wie selbstverständlich dazu, davon ist die Pensionsmutter überzeugt.

Liane Schneider hat viel in ihre Pfötchenfarm investiert. Schließlich sollen sich die Pflegetiere bei ihr wohlfühlen. Ein Nachtlicht und Unterhaltung aus dem Radio gehören wie selbstverständlich dazu, davon ist die Pensionsmutter überzeugt.

Silke Wentingmann-Kovarik

Ganz aufgeben möchte sie ihren Traum jedoch nicht. Am liebsten wäre ihr eine Lösung, bei der die Pfötchenfarm weiterbesteht. Liane Schneider wünscht sich, dass jemand die Tierpension mit ebenso viel Herzblut weiterführt.

Auch wenn sie bereits erste Gespräche geführt habe: Noch sei nicht geklärt, wo der Weg hinführt. Ob es ein Geschäftspartner, ein Käufer oder ein Pächter sein wird, sei noch offen. Im Idealfall wird sie weiterbeschäftigt, das sei ihr Angebot an ihren Nachfolger. Schließlich weiß Schneider selbst am besten, wie wichtig mehrere Mitarbeiter für lange Schichten sind.

Noch laufen Hunde über die Ranch, und Katzen dösen in ihren Zimmern. Liane Schneider hofft, dass das auch nach dem 31. Oktober so bleibt – nur eben mit jemandem, der ihren Lebenstraum weiterführt.