Mit dem auslaufenden Vertrag von Manuel Soubeyrand bekommt die Neue Bühne in Senftenberg zum Spielzeitwechsel 2022 einen neuen künstlerischen Leiter. Darüber informiert Sarah Werner, Sprecherin des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, am Freitag. Eine fachkundige Findungskommission habe sich in einem umfassenden Auswahlprozess einstimmig auf einen passenden Bewerber geeinigt.
Bei diesem handelt es sich um den 56-jährigen Daniel Ris. Ris ist seit 2016 Intendant der Burgfestspiele im rheinland-pfälzischen Mayen. Unter seiner Leitung erfuhr die Veranstaltung mit einem künstlerisch anspruchsvollen Programm stetig wachsende Besucherrekorde. Seit 2012 ist Ris zudem bundesweit als Berater für verschiedene namhafte Kulturbetriebe tätig.

Senftenberg

Nach Abschluss des Schauspielstudiums in Bochum und Engagements in Dortmund, Bielefeld und Frankfurt am Main war er von 1993 bis 1998 als Schauspieler im Ensemble am Theater Konstanz tätig und begann dort, auch zu inszenieren. Es folgten neunzehn freiberufliche Jahre als Regisseur, Darsteller und Autor. Ris absolvierte zudem ein Masterstudium Kulturmanagement an der Universität Zürich, welches er 2011 mit Auszeichnung abschloss. Seit 2015 ist er systemischer Coach mit Zertifikat der Fachhochschule Potsdam. Er ist Gründungsmitglied und im Vorstand der Initiative „art but fair Deutschland e.V“.

Daniel Ris leitet die Neue Bühne Senftenberg ab September 2022

Ein entsprechender Vorschlag über die Neubesetzung der Intendanz mit Daniel Ris ab dem 1. September 2022 wurde den Verbandsräten des Zweckverbandes Niederlausitzer Theaterstädtebund – Neue Bühne Senftenberg durch die Findungskommission zur Beschlussfassung unterbreitet. Dies soll bereits im Mai erfolgen.
31 Bewerbungen aus dem In- und Ausland gingen im Ergebnis der öffentlichen Ausschreibung ein, teilt Kreissprecherin Sarah Werner weiter mit. Der Entscheidung der fünfköpfigen Findungskommission für Ris vorausgegangen sei eine intensive fachliche Auseinandersetzung mit den eingereichten Unterlagen der Bewerberinnen und Bewerber.
Am 30. März erfolgte mit sieben im Ergebnis der Vorauswahl ermittelten Kandidaten jeweils ein persönliches Vorstellungsgespräch. Hierbei führten die Eingeladenen zu möglichen konzeptionellen Ansätzen und Akzenten für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Schauspielhauses unter ihrer künstlerischen Leitung aus und stellten sich den Fragen der Anwesenden. „Die finale Entscheidung für Ris fiel innerhalb eines weiteren Gespräches im April“, erläutert Sarah Werner.

Daniel Ris überzeugt OSL-Landrat und Senftenbergs Bürgermeister

OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) ist Mitglied der Findungskommission und Vorsitzender der Verbandsversammlung: „Daniel Ris überzeugte die Findungskommission sowohl in Auftreten, Qualifikation und Erfahrung, als auch in seiner künstlerischen Konzeptskizze inklusive Spielplanentwurf zur erfolgreichen Leitung und Entwicklung des Hauses Neue Bühne. Er hat genaue Vorstellungen davon, was das Haus ist, was es sein muss und werden will.“
Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) fügt hinzu: „Er sieht in der Leitung des Hauses nicht nur eine künstlerische und unternehmerische Aufgabe und Verantwortung für die Region und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch eine ethische. Im Ergebnis des Auswahlverfahrens konnte Herr Ris vollumfänglich und mit bestem Gewissen für diese verantwortungsvolle Tätigkeit empfohlen werden.“

So setzt sich die Findungskommission zusammen


Der Findungskommission gehörten neben den Verbandsräten des Zweckverbandes Niederlausitzer Theaterstädtebund – Neue Bühne Senftenberg, Landrat Siegurd Heinze und Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich, die Leiterin des Referats Darstellende Kunst und Musik im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Cerstin Gerecht und die Intendantin des Landestheaters Schwaben, Kathrin Mädler, an. Für den im März verstorbenen ehemaligen Neue Bühne-Intendanten Heinz Klevenow, der auf Wunsch des Landkreises und der Stadt an dem Auswahlverfahren mitwirken sollte, konnte kurzfristig der Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, André Nicke, gebunden werden.