Für das in Schwarzheide geplante Leistungszentrum Westlausitz hat das Land Brandenburg gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft und der Stadt Schwarzheide jetzt die nächsten Schritte abgesteckt. Erstmals ist dabei auch ein möglicher Termin für eine Inbetriebnahme dieser überbetrieblichen beruflichen Ausbildungsstätte genannt worden. „Ziel ist es, dass das Leistungszentrum 2025 an den Start gehen kann“, teilt Claudia Lippert vom Wirtschaftsministerium Brandenburg mit.

Videokonferenz mit Wirtschaftsministerium

Am Donnerstag hatten Brandenburgs Arbeitsstaatssekretär Hendrik Fischer und der Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU) alle in das Projekt involvierten Partner zu einer Videokonferenz eingeladen, um die nächsten Schritte im Verfahren abzustecken. Dazu gehörten auch das Unternehmen BASF und der Bürgermeister der Stadt Schwarzheide Christoph Schmidt. Die Kommune wird als Projektträger fungieren.
Für die Westlausitz soll an einem Standort in Schwarzheide-Mitte ein Leistungszentrum als Einrichtung der ergänzenden überbetrieblichen Ausbildung errichtet werden. Es soll neben praktischen Teilen der Berufsausbildung im Sinne des lebenslangen Lernens unter anderem auch Fortbildungen und Umschulungen anbieten.

Fachkräfte sind wichtig für Strukturwandel in der Lausitz

„Die Fachkräfteentwicklung ist enorm wichtig für den Strukturwandel in der Lausitz. Das Leistungszentrum wird Betriebe deutlich entlasten und unterstützen, indem Auszubildende und Beschäftigte bedarfsgerecht und in hoher Qualität qualifiziert werden. Damit wird dieses Leuchtturmprojekt erheblich dazu beitragen, den Strukturwandel in der Region zu flankieren und zu unterstützen“, so Staatssekretär Hendrik Fischer.

Hoyerswerda/Weißwasser/Senftenberg

Erste Idee ist bereits zwei Jahre alt

Die Idee, ein solches Leistungszentrum einzurichten, entstand bereits 2018. Es soll bestehende Angebote der Aus- und Weiterbildung für industrielle Berufe in der Region ergänzen. Das sichere heutige und zukünftige Arbeitsplätze, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Eine von der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie unterstrich den Bedarf eines solchen Zentrums. Mehr als 80 Industriebetriebe der Region bekundeten seinerzeit bereits Interesse an einer Kooperation.

Skeptiker befürchten Finanzkollaps von Schwarzheide

In der Schwarzheider Kommunalpolitik stößt das Millionen-Projekt allerdings nicht nur auf einhellige Zustimmung. Mehrere Gegner und Stadtverordnete befürchten, dass sich die Stadt Schwarzheide an dem Bauprojekt finanziell übernimmt. Zuletzt war stets von rund 70 Millionen Euro Baukosten die Rede. Ob das ausreicht, bezweifeln manche Einwohner noch.
In dem hochmodern ausgestatteten Leistungszentrum sollen neben der beruflichen Erstausbildung auch die Berufsvorbereitung und Berufsorientierung sowie Maßnahmen der Weiterbildung stattfinden. Zudem sind Synergieeffekte durch den interdisziplinären Austausch beabsichtigt. Die Ausbildung soll in den Schwerpunktbranchen Metalltechnik, Elektrotechnik/Informationstechnik, Kunststofftechnik und Chemie stattfinden.
„Die Bündelung der Kompetenzen in den Bereichen Chemie und Technik ist wegweisend für die Ausbildung der Zukunft“, so Staatssekretär Fischer.