Geriatrie in Lauchhammer
: Sana Kliniken bauen Zentrum für alte Patienten

Zusammenlegung in der Lausitz: Die Sana Kliniken bündeln Ressourcen für Altersmedizin in Brandenburg und Sachsen. Welche Ziele damit verfolgt werden.
Von
Jan Augustin
Senftenberg/Hoyerswerda
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Dr. Josef Nees ist ab 1. Februar Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Tagesklinik der Sana Kliniken Niederlausitz.

Dr. Josef Nees istdemnächst Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Tagesklinik der Sana Kliniken Niederlausitz.

SKN / Steffen Rasche
  • Die Sana Kliniken Niederlausitz und das Lausitzer Seenland Klinikum gründen ein Geriatriezentrum.
  • Ziel: Versorgung älterer, multimorbider Patienten in Südbrandenburg und Ostsachsen verbessern.
  • Dr. Josef Nees wird ab 1. Februar Chefarzt in Lauchhammer und bleibt in Hoyerswerda aktiv.
  • Zentrum bietet 80 stationäre Betten und 12 tagesklinische Plätze.
  • Fokus: Fachkräftegewinnung, Förderung der Patientenautonomie und Lebensqualität.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Sana Kliniken stellen ihre Altersmedizin in der Lausitz neu auf. Die geriatrischen Abteilungen der Sana Kliniken Niederlausitz und des Lausitzer Seenland Klinikums werden zu einem gemeinsamen Kompetenzzentrum zusammengeführt. Das hat Sana-Sprecher Benjamin Seidemann mitgeteilt. Ziel ist es, die Versorgung älterer und mehrfach erkrankter Patienten zu stärken und Ressourcen besser zu nutzen – auch über die Landesgrenze hinweg.

Die ärztliche Leitung des neuen Geriatriezentrums übernimmt Dr. Josef Nees. Der erfahrene Altersmediziner wird ab dem 1. Februar Chefarzt der Klinik für Geriatrie und der Tagesklinik am Sana-Standort Lauchhammer. Gleichzeitig bleibt er Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda.

92 Plätze für Patienten in Südbrandenburg und Ostsachsen

Mit der Bündelung der Standorte stehen künftig rund 80 stationäre Betten und zwölf tagesklinische Plätze für ältere, multimorbide Patienten aus Südbrandenburg und Ostsachsen zur Verfügung. Die geriatrische Klinik in Lauchhammer ist laut Sana bereits jetzt wichtiger Partner für Patienten aus dem Landkreis Elbe-Elster sowie für umliegende Spezialkliniken wie das Sana-Herzzentrum Cottbus.

„Mit dem geriatrischen Zentrum können wir den Bettenbedarf besser steuern und Synergien durch die Zusammenführung von Ressourcen und Kompetenzen über die Landesgrenze hinweg bündeln“, sagt Nees. Er folgt in Lauchhammer auf Dr. Karin Schmidt, die die Abteilung mehr als 30 Jahre lang als Chefärztin geprägt hat und nun in den Ruhestand geht.

Hintergrund sei der demografische Wandel. Mit zunehmendem Alter leiden viele Patienten nicht nur an akuten Erkrankungen, sondern auch an mehreren chronischen Leiden, sind in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt und nehmen zahlreiche Medikamente ein. Eine spezialisierte Behandlung ist deshalb notwendig.

Sana freut sich über den Gewinn eines erfahrenen Experten

Mit Nees gewinnen die Sana Kliniken Niederlausitz laut Sana-Sprecher Seidemann einen erfahrenen Experten. Der Mediziner ist Facharzt für Innere Medizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapie. Zusätzlich ist er auf Geriatrie, Palliativ- und Notfallmedizin spezialisiert. Er verfügt über Qualifikationen als Leitender Notarzt sowie Zertifizierungen in Psychoonkologie und Gerontopsychiatrie und hat einen Masterabschluss in Gesundheitsmanagement.

Mit der Bündelung der Standorte stehen künftig rund 80 stationäre Betten und zwölf tagesklinische Plätze für ältere, multimorbide Patienten aus Südbrandenburg und Ostsachsen zur Verfügung.

Mit der Bündelung der Standorte stehen künftig rund 80 stationäre Betten und zwölf tagesklinische Plätze für ältere, multimorbide Patienten aus Südbrandenburg und Ostsachsen zur Verfügung.

SKN / Steffen Rasche

Nees stammt ursprünglich aus Bayern, machte sein Abitur in Dresden und studierte Medizin in Greifswald und Leipzig. Seine Facharztausbildungen absolvierte er unter anderem an der Uniklinik Dresden. Berufliche Stationen führten ihn unter anderem als Oberarzt an das Universitätsklinikum Dresden, während der Corona-Pandemie auch auf eine universitäre Infektionsstation. 2020 wurde er Chefarzt in Radeberg, seit Juli 2023 leitet er die Geriatrie und Palliativmedizin in Hoyerswerda.

Die Lausitz ist kein Neuland für Chefarzt Josef Nees

„Ich bin Arzt mit Leib und Seele“, sagt Nees. Gerade in der Altersmedizin sei es eine Herausforderung, mit knapper werdenden Ressourcen das bestmögliche Ergebnis für immer ältere Patienten zu erreichen. Zugleich betont er die Chancen der komplexgeriatrischen Behandlung: Über zwei bis drei Wochen könnten hochaltrige und vielfach erkrankte Patienten gezielt gefördert werden, um Autonomie und Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten.

Die Lausitz ist für den Chefarzt kein Neuland. Auch in Hoyerswerda arbeitet er mit multiprofessionellen Teams aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern. Dieses Konzept soll auch im neuen Geriatriezentrum fortgeführt werden.

Präsenz an Standorten in Hoyerswerda und Lauchhammer

„Ich möchte an beiden Standorten gleichermaßen präsent sein“, sagt Nees. Künftig wird er regelmäßig zwischen Sachsen und Brandenburg pendeln. Wichtig sei ihm nicht nur der Erhalt des Leistungsumfangs an beiden Kliniken, sondern auch die Stärkung der Teams durch zusätzliche Fachkräfte.

Gerade die Nachwuchsgewinnung ist für den Chefarzt ein zentrales Thema. „Es ist nicht leicht, ärztliche Mitarbeiter für die Geriatrie in unserer Region zu gewinnen“, sagt Nees. Umso wichtiger sei es, Mediziner für dieses Fachgebiet zu begeistern und auszubilden. Nur so lasse sich die geriatrische Versorgung in der Lausitz auch langfristig auf hohem Niveau sichern.