Das Sedlitzer Open-Air-Festival „Mosh gegen Krebs“ zieht jedes Jahr im Mai Hunderte von Metal-Fans an. Doch viel mehr noch als um die Musik geht es um die Spenden, die so seit 2012 zusammenkommen. Mehr als 88 000 Euro an Eintritts- und Spendengeldern konnten bereits an die Kinderkrebsstation des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus übergeben werden. Doch wegen Corona ist in diesem Jahr alles anders.

Coronakrise bremst „Mosh gegen Krebs“ aus

„Für uns als junge engagierte Gruppe ist es auf jeden Fall schwer, nach sieben Jahren Mosh erstmals aussetzen zu müssen“, sagt Mitorganisator Martin Schmidt. „Uns fiel die Absage sehr schwer. Aber es war dann wichtig, schnell zu reagieren, damit sich der ‚Schaden’ in Grenzen hält. Man muss bedenken, was da alles dran hängt, die Versorger mieten ihre Technik im Vorfeld, die Security und die Bands haben sich auf den Termin eingestellt, Hotelzimmer und Pensionen wurden gebucht“, erzählt der Gründer des Benefizfestivals Christian Schroschk.

Die Spendenbereitschaft für „Mosh gegen Krebs“ ist groß

Doch auch wenn das Festival abgesagt ist, ist die Spendenbereitschaft der Menschen groß. Enrico Peschk aus Sedlitz erklärt: „Mir wurde klar, wen die Absage eigentlich trifft: Kinder mit einer schweren Erkrankung, welche in unserem Gesundheitssystem eine Abrechnungsnummer sind.“ Er selbst sei mit drei gesunden Kindern gesegnet, „da war uns klar, dass wir das nicht tatenlos hinnehmen wollen“, meint er. Und so entschließt sich der Versicherungsmakler, die ihm vom Land erlassenen Kita-Gebühren in Höhe von 225 Euro zu spenden.

Die Organisatoren von „Mosh gegen Krebs“ zeigen sich beeindruckt angesichts so viel Solidarität. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Leute derart engagieren und diese wunderbare Sache unterstützen wollen“, sagt Martin Schmidt.

Viele Anfragen, wie mit „Mosh gegen Krebs“ doch geholfen werden kann

Und Christian Schroschk ergänzt: „Wir haben uns sehr gefreut. Es kamen nach der Absage viele Anfragen, wie man uns denn trotz Ausfall supporten kann.“ Auch Enrico Peschk habe wegen einer Spende Kontakt zu ihnen aufgenommen: „Aus diesem Grund haben wir eine Spendenkampagne auf ‚GoFundMe’ gestartet, um auch ohne Festival Spenden für die Kids sammeln zu können“, erzählt Christian Schroschk. Innerhalb kürzester Zeit seien die ersten Spenden eingegangen. „Die Spendenkampagne wird aller Voraussicht nach bis August laufen, ehe wir die Spendengelder der Kinderkrebsstation in Cottbus übergeben werden“, sagt er.