Orgelmusik besitzt den Ruf, pathetisch, schwer und bisweilen melancholisch zu klingen. Dass es auch anders geht, beweist die inzwischen 15. CD aus der Reihe Orgellandschaft Niederlausitz. Diesmal stehen die Instrumente rund um den Senftenberger See im Fokus, sagt Projektleiter Rudolf Bönisch.
Und die lassen es durchaus jazzen. Denn der einspielende Prof. Marek Toporowski aus Kattowitz (Katowice) hat den in Polen sehr erfolgreichen Jazz-Flötisten Ryszard Borowski mitgebracht. Dieser spielt kleine Übergangsstücke von einer Orgel zur anderen. Darüber hinaus ist er auch mit der einen oder anderen Orgel zusammen zu hören. „So hat das Programm einen vergleichsweise starken jazzigen Charakter“, verrät Rudolf Bönisch.

Interpreten bringen am Senftenberger See eigene Stücke zum Klingen

Zu hören sind unter anderem Kompositionen von John Coltrane (1926-1967), Peter König (1870-1940), Will C. Macfarlane (1870-1945), Zsolt Gardonyi (geboren 1946), ebenso Ausschnitte aus der Oper Lohengrin von Richard Wagner (1813-1883). Darüber hinaus bereichern Toporowski und Borowski die neue CD mit mehreren eigenen Stücken. Präsentiert werden Flöten-Impros und ein Blues.
Die einzelnen Orgeln der Senftenberger Gegend besitzen diverse Besonderheiten, wie Rudolf Bönisch erklärt. So besitzt die Großkoschener Kirche noch eines der ganz wenigen Instrumente aus der früheren Werkstatt der Gebrüder Nagel in Großenhain.
Die Orgel in Lauta-Dorf befindet sich in einem Gehäuse der Orgelbaufirma Carl Gotthold Claunigk in Sonnewalde. „Diese Herkunft war nicht bekannt und kam erst im Rahmen intensiver Forschung heraus“, sagt Bönisch. Eine weitere Besonderheit hat die Jemlich-.Orgel in der Martin-Luther-Kirche in der Gartenstadt Marga zu bieten. Denn das Instrument steht auf der Altarseite und kann von den Besuchern jederzeit gesehen werden.

Hosena ist Oberlausitz und bleibt draußen

Eine Orgel vom Senftenberger See fehlt jedoch auf der neuen CD. „Das Hosenaer Instrument würde eigentlich auch dazu gehören“, merkt Rudolf Bönisch an. „Aber Hosena gehört historisch zur Oberlausitz. Die CD-Reihe musste sich eine klare Grenze setzen, und das ist die Orgellandschaft der Niederlausitz.“
Schon fast 100 dieser Instrumente sind bereits eingespielt worden. Es fehlen noch die Orgel in den Regionen um Forst und Guben sowie um Sorau (Zary). Die neue CD ist ab sofort im Handel erhältlich.