Von Andrea Budich

Für eine Zukunft mit sicherer und sauberer Mobilität pumpt die Dekra viele Millionen Euro in den Ausbau des Klettwitzer Testcenters. Mit dem am Montag eingeweihten neuen Abgaslabor kann die Prüf-Kapazität künftig verdoppelt werden.

„Die Testfelder sind jetzt schon ausgebucht, die Kunden stehen Schlange“, bestätigt Volker Noeske, Leiter des Dekra-Testzentrums. 10 Millionen Euro hat die Dekra für das neue Abgaslabor und für den Bau einer neuen Fahrzeughalle im Testoval investiert. Mit dem Bau des Labors reagiert die Prüfgesellschaft auf die hohe Nachfrage an Hersteller-unabhängigen Abgastests.

Im Bau ist parallel auch eine neue Geräusch-Messstrecke im Testoval. Eine Million Euro verschlingt dort allein der spezielle Asphalt. Die hochspezialisierte Messtechnik ist da noch nicht einmal eingerechnet.

Weitere Dekra-Investitionen am Lausitzring

In die letzte Runde gehen die Arbeiten zur Planung der City-Kurse auf den bisherigen Besucher-Parkplätzen des Lausitzrings. Nach Kundenanforderungen designt, soll der Bau der „Geisterstädte“ Anfang des nächsten Jahres starten.

In den letzten Zügen liegt zudem der Bau der neuen Einzäunung rund um das Testcenter. Neun Kilometer Zaunlänge waren notwendig, um den bestehenden Lausitzring-Zaun komplett zu schließen.

Für kontroverse Diskussionen hat dabei die Maschenweite des Zaunes geführt. „Die Sicherheit der Testfahrer und Naturschutzfragen waren in Einklang zu bringen“, erklärt Noeske, warum er nach dem Zaunbau einige graue Haare mehr hat. Nachdem mit den Genehmigungsbehörden ein Kompromiss gefunden wurde, wird der Zaun  spätestens zur DTM im August stehen.

Investiert wird auch in den Aufbau eines Hochleistungs-Handynetzes der neuesten Generation (G5). Damit soll es demnächst möglich sein, dass Autos in Echtzeit miteinander „sprechen“ und allein fahren. All das, was in Zukunft an Kommunikation zwischen Fahrzeugen stattfindet, kann damit in Klettwitz erprobt werden.

Dekra will Lausitzring auch weiter als Rennstrecke nutzen

Die Zahl der Mitarbeiter am Standort Klettwitz hat sich von 70 auf aktuell 200 Beschäftigte erhöht. Bei der Übernahme der Rennstrecke 2017 waren es noch 120 Mitarbeiter. „Wir wachsen schneller als gedacht. Ein Ende ist nicht in Sicht“, bestätigt Vorstandsmitglied Clemens Klinke.

Ein Paradebeispiel dafür ist das Abgaslabor. Als der heutige Chef Erik Pellmann dort vor zwölf Jahren seine Karriere als junger Fahrzeugtechnik-Ingenieur begann, arbeiteten im Labor fünf Mitarbeiter. „Heute sind wir 35 Mann“, bestätigt Pellmann die rasante Entwicklung.

Spekulationen, dass die Dekra, die Motorsport-Tradition auf dem Ring begräbt, trat Testcenter-Chef Noeske am Montag entgegen. Die Teststrecke soll auch Rennstrecke bleiben.

„Wir haben uns entschieden, beides zu machen“, sagt Noeske. Die Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) machen vom 23. bis 25. August wieder Boxenstopp auf dem Ring.