Von Peter Aswendt

Nach zünftiger Spielmannsart haben die Margafanfaren das Maifest der Neuen Bühne Senftenberg eröffnet. Es schien fast, als ob die kernige Marschmusik den Regen vertrieben hatte, denn die Sonne blinzelte durch die Wolken, als wollte sie das fröhliche Treiben nicht verpassen. Neben vielen Attraktionen für die ganze Familie stand natürlich die Präsentation der neuen Theaterspielzeit im Fokus vieler Besucher.

Zweimal wurde in einer rasanten Bühnenshow, vom Intendanten Manuel Soubeyrand mit der Fontane-Ballade „John Maynard“ eröffnet, die Spielzeit 2019/20 dem Publikum nahe gebracht. Dabei ging es „gewollt chaotisch“ zu im großen Theatersaal. Denn ein Theaterrundgang mit Besuchern wurde „rein zufällig“ genau während der Spielzeitpräsentation des Intendanten über die Bühne geführt. Das Erstaunen war auf allen Seiten groß nach dieser Überraschung.

Das Motto der neuen Spielzeit „Am Zug“ ist nicht zufällig gewählt. Und so erfuhren die Gäste mit großem Staunen, dass das diesjährige Theaterspektakel im Spätsommer diesmal auf dem Senftenberger Bahnhofsgelände stattfinden wird, wenn es dann heißt: „Am Bahnsteig 1 hat der Fontane-Zug Einfahrt.“ Die Besonderheit des Spektakels in diesem Jahr ist: Nur neun Vorstellungen sind im alten Gepäcktunnel, im Mitropa-Restaurant und in der Gemüsehalle des Bahnhofs geplant; Premiere ist am 3. August.

Im Außenbereich des Senftenberger Theaters luden während des Maifestes Hofbühne und diverse Stände zum Genießen und Kaufen, die sehr zahlreich erschiene­nen Besucher zum Verweilen ein. Das Theater-Areal füllte sich am Nachmittag schnell mit Besuchern. Auf einer Garten-Bühne wurde das Programm der bevorstehenden Amphitheater-Saison am Senftenberger See vorgestellt. Hier war natürlich der Ausblick auf die Premiere der Dreigroschenoper der Höhepunkt. Erstmals stellte sich Aline Bucher dem Senftenberger Publikum vor. Die Studentin aus Essen wird in der Dreigroschenoper dabei sein und gab eine Hörprobe mit der „Seeräuber-Jenny“, die beim Publikum auf große Begeisterung stieß.

Extra aus Cottbus waren Cornelia und Gerhard Teuke zum Maifest gekommen. „Wir gehen schon seit vielen Jahren ins Amphitheater und nutzen das Maifest immer als schönen Ausflug und Informationstag“, erzählen sie und füllen dabei gleich das Quiz aus, das vom Förderverein des Theaters initiiert wurde. Ganz in Familie waren auch Gerd und Jana Niedeck nebst den beiden Töchtern auf dem Fest unterwegs: „Wir wollen unseren Kindern mal zeigen, wie es hinter den Kulissen aussieht und haben heute eine Führung vor“, so die Eltern aus Finsterwalde. Jens und Ina Beckmann aus ­Großräschen interessiert der Spielplan für die kommende Saison. „Wir waren im letzten Jahr zum ersten Mal beim Spektakel, das hat uns sehr gefallen. Nun sind wir natürlich auf die Neuigkeiten gespannt“, zeigen sich die beiden neugierig. Yvonne Erlitz-Brechel war mit ihren beiden Kindern Rebecca und Sander aus Bernsdorf zum Fest gekommen. „Für uns ist es ein schöner Familientag, wir haben viel Spaߓ, sagt Mutter Yvonne lachend.

Nach der legendären Versteigerung von Requisiten und der Auslosung der Quizgewinner wartete noch eine Maifest-Premiere auf die Besucher. Die Band „Megaphonic“ lud mit Hits aus fünf Jahrzehnten zum Tanzen ein und versetzte die Besucher des Maifestes zum Ausklang in Partystimmung. Nach dem Fest waren sowohl die Gäste als  auch die Macher von der Neuen Bühne zufrieden.

Und jetzt laufen die Vorbereitungen auf die Amphitheatersaison mit der Premiere der Dreigroschenoper am 25. Mai auf Hochtouren weiter. Auch die Karten für das Spektakel „Fontane am Zug“ sollte man schnell reservieren, denn – wie das Theater-Maifest bewies – ist das Interesse groß.