Es ist ganz einfach ein Bedürfnis, Ihnen zum Leitartikel ,Mut und Risiko’ vom 11. März meinen Respekt und meine Anerkennung zu zollen. Das, was Herr Becker da beklagt, ist uns in Deutschland schon lange abhanden gekommen.“ So beginnt Reinhard Heepe seinen Leserbrief. Es geht im Folgenden um das Corona-Chaos, Beraterverträge und Abgeordnete, die in die eigene Tasche wirtschaften.
Entscheider fehlen
Wir werden diese traurige Bilanz nicht mehr wettmachen! Das wird dann irgendwann der Politik und deren Verantwortlichen bewusst werden, dann ist es aber zu spät, und wir werden bis zum Ende des Jahrhunderts unser gelobtes Land noch schlechter als im Mittelmaß der Länder wiederfinden.
Wie soll es funktionieren, wenn an entscheidender Stelle, beispielsweise bei Abgeordneten, danach getrachtet wird, die eigene Geldbörse zu füllen. So ist es auch nachvollziehbar, wenn sich die Abgeordneten nicht mit Nachdruck dafür einsetzen, die Anzahl der Abgeordneten im Bundestag auf eine ausreichende und vergleichbare Anzahl zu reduzieren. Aber das Abgeordnetensalär ist so lukrativ, dass man darauf nicht verzichten wird.
In diesem Zusammenhang ist auch unverständlich, mit welchen finanziellen Summen irgendwelche Untersuchungen, Aufgaben mal schnell von ministeriellen Einrichtungen beauftragt werden. Wehe aber, eine Kassiererin vergeht sich darin, ein Brötchen unbezahlt im Supermarkt zu nehmen!
Aber auch die unteren Ebenen in Amtsstuben tragen oftmals nicht dazu bei mit Mut, Leidenschaft und Risiko, was nun mal zum täglichen Arbeitsinhalt gehört, dass es vorwärts geht. Aus meinem eigenen Erleben könnte ich Beispiele bringen, die dadurch immer wieder zum Nachteil betroffener Menschen führen. Aber nur keinen Fehler machen! Deshalb hört man allenthalben, dass solche Menschen nicht tätig sein können, weil sie mit der einen Hand das Gesetzblatt in der Hand halten und mit der anderen den Stuhl, auf dem sie sitzen. Ja, wie Sie schreiben, natürlich können auch Fehler passieren. Aber ich meine, lieber zweimal einen Fehler machen als einmal nicht zu entscheiden.
Wer aber wird in Berlin jemals Entscheidungen treffen, die die von Ihnen genannten Abläufe über Bord werfen und die deutschen Tugenden der Nachkriegsjahre wieder mobilisieren? Es geht ja auch nicht, denn nach jeder Wahl muss man sich erst wieder neu finden, und dann beginnt ja der neue Kampf um die Wählergunst.
Was man über die deutsche chaotische Organisation der Pandemiebekämpfung erlebt, kann/sollte man nicht mehr kommentieren, es wird einem schlecht!
Reinhard Heepe, Senftenberg