Von Torsten Richter-Richter

Eine Radfahrt von Meuro nach Freienhufen war bis vor wenigen Tagen eine abenteuerliche Angelegenheit. Abgebrochene Kanten und zahllose, lang gezogene Huckel quer über den Asphalt sorgten auf dem 2,5 Kilometer langen Abschnitt für reichlich Verdruss bei Radlern und Skatern. Jetzt ist die Trasse komplett gesperrt. Denn bis November soll sie erneuert werden. Neben einer neuen Asphaltschicht wird ein wirksamer Wurzelschutz eingebaut. Denn die Baumwurzeln haben in den vergangenen Jahren immer wieder die in die Jahre gekommene Asphaltdecke aufgebrochen.

Zwischen Meuro und Freihufen fällt der Startschuss

Die Wurzeln seien bei den heimischen Radwegen ohnehin das größte Problem, resümiert Kreiswanderwegewart Karin Hädicke. „Als die Radwege in den Jahren von 1997 bis 2002 gebaut wurden, waren wir uns dieses Problems nicht wirklich bewusst“, erklärt die Fachfrau. Daher sei nicht schon damals die entsprechende Schutzfolie eingebaut worden.

Der Abschnitt von Meuro nach Freienhufen bildet den Auftakt für ein auf drei Jahre angelegtes Sanierungsprogramm der Fernradwege im Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Insgesamt 70 Kilometer zwischen Spreewald und Kmehlener Bergen sollen bis zum Frühsommer 2022 erneuert werden, kündigt Landrat Siegurd Heinze (parteilos) an. Hinzu kommen der Neubau einer Brücke und einer Schutzhütte im Raum Calau, ergänzt Wirtschaftsförderin Bärbel Weihmann.

650 Kilometer Radwege in Oberspreewald-Lausitz

Neben dem Meuro-Freienhufener Abschnitt werden die Bauleute demnächst auch zwischen Schwarzheide-West und Lauchhammer-Süd (Mückenberger Straße) sowie in der Großräschener Hafenstraße anrücken. Im kommenden Jahr sind Abschnitte bei Ruhland, Vetschau und Calau an der Reihe. Insgesamt umfasst das Fernradwegenetz im Oberspreewald-Lausitz-Kreis rund 650 Kilometer.

Der Landkreis investiert in die Radwege in Gänze rund 10,7 Millionen Euro. Der Fördermittelanteil beläuft sich dabei auf 9,6 Millionen Euro. Dieses Geld stammt aus Bunds- und Landesmitteln. Die beteiligten Kommunen haben den Rest mit eigenen Mitteln zu tragen. Sie müssen die Radlertrassen auch unterhalten. „Der Landkreis ist quasi nur der Vermittler zwischen Land und Kommunen“, bringt es Landrat Heinze auf den Punkt. Die Kommunen selbst hätten die entsprechenden Förderanträge beim Ministerium nicht stellen können. Für das Mammutprojekt hatten Städte und Gemeinden ihre schadhaften Radwege-Abschnitte an den Landkreis gemeldet.

Hochwasserschutz muss im Spreewald beachtet werden

Da sich die Antragstellung jedoch über einen längeren Zeitraum hinzog, sind inzwischen weitere Schäden festgestellt worden, die im aktuellen Förderprogramm keine Berücksichtigung finden. Dazu gehört laut Bärbel Weihmann eine Brücke über die Pößnitz nahe der Meuroer Barranmühle. Darüber hinaus müsse ein extra Antrag für den Radweg zwischen Großkmehlen und Großthiemig gestellt werden. Dieser überschreitet die Kreisgrenze nach Elbe-Elster.

Im Spreewald ist das Radwege-Sanierungsprogramm indes nicht so einfach umzusetzen wie zwischen Meuro und Freienhufen. Denn neben naturschutzfachlichen Fragen müssen dort auch Aspekte des Hochwasserschutzes beachtet werden. Dennoch sind sich alle Protagonisten sicher, dass das Bau- und Sanierungsende bis zum 30. Mai 2022 zu halten sei.