Im Artikel „Todesmarsch von Schwarzheide nach Theresienstadt“ ist das Foto einer Baracke, die vermutlich in den Jahren 1944 und 1945 als Küche des Blocks 2 im KZ-Außenlager Schwarzheide diente, falsch beschriftet worden. In der Bildunterschrift hieß es irrtümlich, das Foto stamme aus den Jahren 1944 oder 1945. Richtig ist, dass sich das Foto nicht exakt datieren lässt. Wir haben die Bildunterschrift korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Die Originalaufnahme stammt aus dem Unternehmensarchiv der BASF Schwarzheide GmbH. Das Foto könnte nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen worden sein, sagt BASF-Unternehmensarchivarin Silvia Zinke. Ein Leser hatte die Redaktion darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem Dach der Baracke eine Rundfunkantenne zu sehen ist und dass vor der Baracke zwei Fahrräder angelehnt sind. Diese könnten wie die Antenne aus der Nachkriegszeit stammen.

KZ-Außenlager seien nach 1945 oft als Internierungslager genutzt worden, später als Wohnunterkünfte für Umsiedler, sagt Zinke. Auf dem BASF-Gelände hätten in der letzten noch vorhandenen Steinbaracke des einstigen Lagers bis 1989 Mieter gewohnt.

Die BASF-Archivarin geht davon aus, dass das gezeigte Gebäude eine damalige Küchenbaracke des KZ-Außenlagers war, das von Mitte 1944 bis zum 18. April 1945 bestand. Diese Information geht auf Gespräche mit ehemaligen Häftlingen zurück. Die Aktenlage dazu sei dürftig. Zinke sagt: „Im Ursprung ist der Bau Teil der Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers.“

Todesmarsch von Schwarzheide nach Theresienstadt


Im KZ-Außenlager Schwarzheide des KZ-Sachsenhausen der Nationalsozialisten waren nach Angaben von Historikern etwa 1000 Häftlinge, viele von ihnen jüdische Männer, untergebracht Sie wurden zu schwerster Arbeit gezwungen. Viele starben an Erschöpfung, Krankheiten oder wurden ermordet.

Angesichts der näher rückenden Roten Armee trieb die SS am 18. April 1945 trieb 600 verbliebene Häftlinge auf einen Todesmarsch von Schwarzheide über Kamenz nach Theresienstadt, das liegt etwa 150 km entfernt. Den Marsch, bei dem entkräftete Häftlinge starben oder von SS-Wachleuten erschossen wurden, überlebten Forschern zufolge etwa 300 Männer.

Sie wurden am 8. Mai 1945 nahe Theresienstadt sich selbst überlassen; die SS-Bewacher machten sich davon. Das Getto Theresienstadt, in dem Juden gezwungen wurden zu wohnen, war da schon in der Hand des Roten Kreuzes.