Krankenhaus Senftenberg
: Was die neue Technik der Sana Kliniken kann

Fast eine Million Euro haben die Sana Kliniken investiert. Im Krankenhaus Senftenberg steht nun eine Anlage, die Patienten schützt – und für Ärzte Türen öffnet.
Von
Jan Augustin
Senftenberg
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Schauen sich die Bilder der hochmodernen Anlage an: Dr. Rainer Gerofke, Prof. Dr. Guido Matschuck, Tom Hammermüller und Univ.-Prof. Dr. Ivo Buschmann (v.l.n.r.).

Schauen sich die Bilder der hochmodernen Anlage an: Dr. Rainer Gerofke, Prof. Dr. Guido Matschuck, Tom Hammermüller und Univ.-Prof. Dr. Ivo Buschmann (v.l.n.r.). In Senftenberg steht das teure Gerät nun – welche Vorteile bringt es mit sich?

Steffen Rasche / Sana Kliniken Niederlausitz
  • Krankenhaus Senftenberg erhält neue Angiographie-Anlage – Investition von knapp 1 Mio. Euro.
  • CO₂-Pumpe ersetzt jodhaltiges Kontrastmittel – risikoarm, besonders für ältere Patienten geeignet.
  • Echtzeit-Röntgenbilder ermöglichen minimalinvasive Eingriffe und vermeiden belastende Operationen.
  • Screening-Programm soll Gefäßerkrankungen frühzeitig erkennen und Behandlungen verbessern.
  • Neue Technik vernetzt ambulante und stationäre Versorgung – kürzere Wege für Patienten in der Region.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein grauer Raum, eine große Röntgenröhre, dazu Monitore, die Bilder in höchster Auflösung zeigen: In Senftenberg ist eine neue Angiographie-Anlage in Betrieb genommen worden. Das teilt Sana-Sprecher Benjamin Seidemann mit.

Für die Sana Kliniken Niederlausitz ist es laut Geschäftsführer Marc Bernstädt ein „wichtiger Meilenstein“. Die Investition von knapp einer Million Euro soll die Gefäßmedizin in der Region grundlegend verändern. „Die neue Anlage erfüllt modernste Anforderungen und erweitert unser medizinisches Spektrum erheblich“, sagt Bernstädt. Sie soll über die Radiologie hinaus in mehreren Disziplinen eingesetzt werden soll – von der Kardiologie bis zur Gefäßchirurgie.

Besonderes Augenmerk liegt auf einer integrierten CO₂-Pumpe. Anders als bei herkömmlichen Gefäßdarstellungen muss kein jodhaltiges Kontrastmittel eingesetzt werden. „Das Kohlendioxid verdrängt das Blut in den Gefäßen und macht selbst feinste Verengungen sichtbar, ohne den Körper zu belasten“, erklärt Radiologe Dr. Rainer Gerofke. Das Gas löse sich innerhalb von Sekunden auf und werde über die Lunge ausgeatmet – sicher, schmerzfrei und hocheffektiv.

Angiographie liefert bewegte Röntgenbilder in Echtzeit

Gerade ältere Patienten, Menschen mit Nierenschwäche oder Allergien profitieren davon. Universitäts-Professor Dr. Ivo Buschmann, Sprecher des Deutschen Angiologie Zentrums Brandenburg-Berlin, nennt die Technik „einen entscheidenden Schritt“.

Die Angiographie liefert bewegte Röntgenbilder in Echtzeit. „Gerade die feinen Gefäße an Unterschenkel und Fuß lassen sich mit dieser Technik hervorragend darstellen“, sagt Tom Hammermüller, Chefarzt des Gefäßzentrums. Gefäßverschlüsse können minimalinvasiv aufgelöst, Blutungen gestoppt und belastende Operationen vermieden werden. Im Notfall sei die Anlage sogar für Herzkatheteruntersuchungen nutzbar.

Doch die Investition ist Teil eines größeren Konzepts. Gefäßerkrankungen bleiben oft lange unbemerkt – bis Beschwerden einsetzen. Dann sind Therapien häufig eingeschränkt. Deshalb etablieren die Sana Kliniken ein umfassendes Screening-Programm.

Neue Technik im Krankenhaus Senftenberg für Hausärzte wichtig

„Eine einfache Messung – der Vergleich des Blutdrucks an Arm und Bein – liefert bereits Hinweise auf mögliche Gefäßverengungen“, erklärt Hammermüller. Fällt der Wert auf, wird eine weiterführende Diagnostik eingeleitet. Ziel sei es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, bevor sie Symptome verursachen. Das Prinzip nennt sich „Medizin 360°“: Fachdisziplinen arbeiten eng zusammen, Risiken werden systematisch erfasst, und Patienten erhalten eine individuell abgestimmte Behandlung.

Gefäßsystem im Blick: Die neue Anlage lässt sich intuitiv bedienen und bietet modernste Therapieoptionen für das Ärzteteam.

Gefäßsystem im Blick: Die neue Anlage lässt sich intuitiv bedienen und bietet modernste Therapieoptionen für das Ärzteteam in Senftenberg.

Steffen Rasche / Sana Kliniken Niederlausitz

Die neue Technik soll nicht nur stationären Patienten zugutekommen. Auch niedergelassene Ärzte können Betroffene direkt nach Senftenberg überweisen. „Gerade für Hausärzte oder Diabetologen sind wir ein wichtiger Partner“, sagt Radiologe Gerofke. Das ermögliche kurze Wege und eine passgenaue Weiterbehandlung.

Damit schaffen die Sana Kliniken nach eigenen Angaben eine Brücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung – und positionieren sich zugleich als regionale Anlaufstelle für Gefäßerkrankungen.

Gerät soll Vorteile für Patienten in der Lausitz bringen

Für Betroffene bedeutet die neue Anlage: Diagnosen werden schneller gestellt, Eingriffe sind schonender, Risiken sinken deutlich. Vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen profitieren von der Möglichkeit, wohnortnah auf modernste Verfahren zugreifen zu können – ohne lange Wege in Universitätskliniken.

„Wir sind davon überzeugt, dass die neue Angio-Anlage zusammen mit dem Screening-Angebot die Gefäßmedizin in der Lausitz nachhaltig verändert“, fasst Hammermüller zusammen. „Je früher wir eine Erkrankung erkennen, desto besser sind die Behandlungsergebnisse.“

Service: Untersuchungstermine vergibt das Team der Gefäßambulanz. Eine Überweisung eines Facharztes ist notwendig. Erreichbar ist die Ambulanz montags bis freitags von 8 bis 14.30 Uhr unter Telefon 03573 751818. Es ist ein Anrufbeantworter geschaltet.