Karneval 2024: Satire in Krisenzeiten? Das planen Karnevalsvereine in Schwarzheide und Umgebung
Locker, lustig, kunterbunt, und mit viel Konfetti steuert die Karnevalssaison im OSL-Kreis auf ihren Höhepunkt zu. Zum Auftakt wird mit Spannung der Umzug vom Schwarzheider Carnevalclub (SCC) von den Jecken der Karnevalsvereine u.a. aus Ruhland, Plessa und Annahütte erwartet. Start: Sonnabend, 28. Januar, ab 14 Uhr, an der Dorfaue Schwarzheide West. Ankunft am Narrenhof circa 15:20 Uhr.
SCC-Präsident Detlef Lücke rechnet mit 300 aktiven Umzugsteilnehmern, darunter auch viele Mitstreiter aus den Kitas, Kultur- und Sportvereinen, der Stadtverwaltung und Freiwilligen Feuerwehr. Auch der Spielmannszug aus Ruhland lässt sich das Event nicht entgehen. 24 Umzugsbilder sollen zu sehen sein.
Schwarzheider Carnevalclub fährt zum Festumzug nach Radeberg
„Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder die megastarke After-Show-Party im Narrenhof“, berichtet Detlef Lücke. Der beste Umzugswagen und die beste Fußgruppe sollen geehrt werden. Es dürfte voll werden. Der Eintritt ist für alle frei. „Und zu den Umzügen der befreundeten Vereine aus Plessa und Annahütte fahren wir natürlich auch“, so SCC-Präsident Lücke. Und zum Faschingswochenende, 11. Februar, zieht es den SCC erstmals zum Festumzug nach Radeburg.
Beim ältesten Karnevalsverein in Berlin und Brandenburg, dem 1947 gegründeten und ein Jahr später eingetragenen Karneval-Club Annahütte (KCA48), beginnen die heißen Tage mit dem „Raktenstart“ am 2. Februar. Einen Tag später, beim Umzug am 3. Februar, dreht sich alles um die Guggenmusik.
Karneval-Club Annahütte bereitet satirische Büttenrede vor
Zum 30. Gaudimu-Jubiläum reisen auch Guggenmusikanten aus Dresden, Cottbus, Berlin und dem sächsischen Belgern an. 20 Bilder sind beim Umzug geplant. Laut KCA48-Präsident Ronald Simon wird es zwar keine Mottowagen geben. Gesellschaftskritik steht dennoch auf der Agenda „Wir wollen auf lustige Art unseren Standpunkt zu den Bauerndemonstrationen zum Ausdruck bringen“, sagt er. Jemand aus den eigenen Reihen soll beim Brigadekarneval am 9. Februar eine tagesaktuelle Büttenrede halten.

Der Kübel-Trabi vom „Ruhlander Karnevalsclub 69“ – hier gefolgt von der derzeit 18-köpfigen Kindergarde beim Umzug am 11.11.2023 – wird auch beim Schwarzheider Umzug am 27. Januar mitfahren.
FotoFrenzelDer Großräschener Carneval-Club (GCC) hält sich mit bitterböser, politischer Satire eher bedeckt. Wie GCC-Präsident Maik Rätzel berichtet, soll der Mottowagen, Startnummer 54, beim Umzug in Cottbus mit „Disneys Helden“ besetzt werden. Und die Veranstaltungen im Kurmärker-Saal sollen an „magische Nächte“ erinnern.

Tanzende Geisterpuppen: Die achtköpfige Funkengarde vom „Ruhlander Karnevalsclub 69“.
FotoFrenzelRuhlander Karnevalsclub 69 feiert mit Dracula und dem Teufel
Im Gegensatz dazu wird der Fasching vom „Ruhlander Karnevalsclub 69“ (KCR69) eher schaurig-gruselig. Treu nach der diesjährigen Devise: „Der Teufel verführt in finsterer Nacht Dracula zum Geschäft – ein Pakt wird gemacht“. Demnach wollen Dracula und der Teufel eine Blutbank gründen, damit sie sich nicht immer wieder gegenseitig anzapfen müssen.
Dass das Motto auf gesellschaftskritische oder politische Inhalte abzielt, das verneint Präsidentin Birgit Wernicke allerdings. Das Programm diene einzig der Unterhaltung. Die Handlung findet in einem alten Schloss statt. Die Tänze der Garden, verkleidet unter anderem als Horrorpuppen oder Geisterjäger, symbolisieren die Gegensätze von Schwarz und Weiß, Gut und Böse.

Gut und Böse sind im Schlussbild der Frauengarde vom „Ruhlander Karnevalsclub 69“ wieder vereint. Angeführt werden die 30- bis 65-jährigen, als schwarze und weiße Vögel verkleideten Tänzerinnen von Jule.
FotoFrenzelKCR69 beim Zug der fröhlichen Leute in Cottbus dabei
„Wir machen auch bei den Umzügen in Schwarzheide und Cottbus mit“, erzählt Präsidentin Birgit Wernicke. Der weiße Trabant mit dem Vereins-Logo wird in Schwarzheide mitfahren. Und beim Umzug der fröhlichen Leute marschieren die Garden in Uniform hinter einem geschmückten Anhänger zu Gute-Laune-Musik. Karten sind im Vorverkauf erhältlich.
Auch beim „Hohenbockaer Karnevalsclub“ (HKC) steuert die Saison auf ihren Höhepunkt zu. Während Kulissengestalter Frank Schumann im Saal vom Gasthaus „Zur Linde“ noch die Pinsel schwingt, bereitet sich Präsidentin Aina Gutschmidt gedanklich auf das Programm vor. „Der HKC ist ganz meschugge, denn die Buga kommt nach Bucke“, so das Motto.
Hohenbockaer Karnevalsclub prangert die Kommunalpolitik an
„Wir tun so, als wenn wir uns auf die Landesgartenschau beworben hätten“, erzählt Präsidentin Aina Gutschmidt. Natürlich gewinnt Hohenbocka die Ausschreibung. Was im Vorfeld geschehen muss, dieser Frage widmen sich Fürst Pückler, verkörpert von Ehrenpräsident Achim Rieger, und die Hexe „Bajaga“ in einer Bestandsaufnahme.
„Die dabei geübte Gesellschaftskritik konzentriert sich auf kommunale Probleme“, berichtet Präsidentin Aina Gutschmidt. Das heruntergewirtschaftete Schloss und der Park in Hohenbocka werden dabei ebenso thematisiert wie die Dauerbaustelle Bahnhofstraße. Auch ein Nachbarschaftsstreit soll aufs Korn genommen werden.
Denn wenn sich die Nachbarn schon nicht vertragen, wie solle man dann im ganzen Land miteinander klarkommen, so die Botschaft. Die ganz große Politik bleibt in Hohenbocka außen vor. „Da bleiben wir neutral“, so Präsidentin Gutschmidt.
Alle Termine im Überblick
Nach dem Umzug in Schwarzheide, 27. Januar, zündet im OSL-Kreis ein Feuerwerk des Lausitzer Karnevals – und eine Veranstaltung folgt auf die nächste. Gleich am Sonntag, 28. Januar, geht es im Schwarzheider Narrenhof, Dorfaue, mit dem Kinderfasching weiter. Der Oma&Opa-Ball folgt am 4. Februar. Ein Highlight – neben den Samstags-Partys am 3. und 10. Februar – wird die 20. Weiberfastnacht am Donnerstag, 8. Februar sein. Zur Rosenmontagsgaudi geben die Karnevalsfans nochmal alles. Bevor Aschermittwoch wieder Schluss ist, veranstaltet der SCC am Veilchen-Dienstag, 10 bis 14 Uhr, einen Fasching für die Kinder und Jugendlichen der Förderschule „Hand in Hand“ aus Senftenberg. Karten im Vorverkauf über Steuerkanzlei Ehmke oder Reisebüro Albatros.
Der Karneval-Club Annahütte 1948 e.V. eröffnet die Fastnacht-Saison mit dem Raketenstart am 2. Februar, ab 19.11 Uhr. Eintritt: neun Euro. Am 3. Februar, feiert die Gaudimu – nach dem traditionellen Karnevalsumzug durch Annahütte – das 30-jährige Jubiläum im Clubhaus. Gemeinsam mit den Gast-Guggen wird in einer Monstergugge musiziert. Eintritt: fünf Euro. Und beim Brigadekarneval am 9. Februar sind alle Arbeitsteams, Freundesrunden oder Sportgruppen im Clubhaus, Weinbergstraße 18 in Annahütte, willkommen. Der Seniorenkarneval steht am 12. Februar, ab 15 Uhr, und der Kinderkarneval am 13. Februar, ab 14 Uhr, auf dem Programm. Tickets unter www.kca48.de
Die Auftaktveranstaltung vom Großräschener Carneval-Club (GCC) liefert der Jugendkarneval am 2. Februar mit dem Freaky Friday. Für die Weiberfastnacht am 8. Februar und die Prunksitzung am 10. Februar sind noch Restkarten vorhanden. Den Abschluss der Karnevalssaison feiert der Rentnerfasching am Rosenmontag. Weitere Informationen unter www.raeschenhelau.com
Die Faschingsveranstaltungen vom Ruhlander Karnevalsclub 69 e.V. finden am 10. und 12. Februar im Restaurant Schützenhaus, Ortrander Straße 5 statt. Die Karten im Vorverkauf gibt es für zwölf Euro im Autohaus Schulz, Schwäbisch-Hall-Büro sowie Schützenhaus. Für den Kinderkarneval am 3. Februar (Clown Charly verlost wieder zehn Teddys) und Seniorenkarneval am 4. Februar sind die Karten an der Tageskasse erhältlich. Kinder: drei Euro, Erwachsene: fünf Euro, Senioren zehn Euro. Das 55. Jubiläum wird am 1. Juni gefeiert.
Der Hohenbockaer Karnevalsclub (HKC) hat noch Karten für die Abendtermine am 10., 17. und 24. Februar, ab 19.30 Uhr, sowie den Rentnerkarneval am 25. Februar und Kinderkarneval am 18. Februar, beide ab 14 Uhr. Gefeiert wird im Gasthaus „Zur Linde“, Dorfaue 9 in Hohenbocka. Die Eintrittskarte im Vorverkauf kostet 15 Euro. Kartenbestellung telefonisch: 0152 219 323 56.



