Internet in Oberspreewald-Lausitz
: Diese 25 Orte sollen jetzt Glasfaser erhalten

50 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Glasfaser-Netzes in Oberspreewald-Lausitz. Tausende Haushalte und Unternehmen sollen profitieren – jetzt ist der Startschuss für 25 Orte gefallen.
Von
Jan Augustin
Senftenberg
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Der Glasfaserausbau in Oberspreeewald-Lausitz soll für schnelles Internet sorgen. Landrat Alexander Erbert lässt sich das Verbinden von Glasfasern (spleißen) zeigen.

Der Glasfaserausbau in Oberspreeewald-Lausitz soll für schnelles Internet sorgen. Landrat Alexander Erbert lässt sich das Verbinden von Glasfasern (das sogenannte ‚Spleißen‘) zeigen.

Kai Gärtner
  • Start in Altdöbern: Der kreisweite Glasfaserausbau in OSL hat offiziell begonnen.
  • Rund 14.000 Anschlüsse in 25 Orten geplant, Bauzeit voraussichtlich drei Jahre.
  • Finanzierung: rund 50,7 Mio. Euro aus Landes- und Bundesmitteln im „Graue-Flecken-Programm“.
  • Etwa 670 km Leitungen und 500 Netzverteiler entstehen – bis zu 1 Gbit/s sollen möglich sein.
  • Hausanschluss im Ausbaugebiet ist kostenlos, wenn Aufträge und Gestattungen rechtzeitig erfolgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit einem symbolischen Spatenstich in Altdöbern ist das zweite kreisweite Programm zum Glasfaserausbau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) offiziell gestartet. Rund 14.000 Haushalte und Unternehmen in 25 Orten sollen in den kommenden Jahren einen direkten Glasfaseranschluss bis ins Gebäude erhalten. Für das Projekt stellen Bund und Land Brandenburg rund 50,7 Millionen Euro Fördermittel bereit.

Wie der Landkreis OSL und das Telekommunikationsunternehmen GlasfaserPlus mitteilten, sollen im Rahmen des sogenannten „Graue-Flecken-Programms“ rund 9500 Adressen erschlossen werden. Geplant sind etwa 670 Kilometer neue Glasfaserleitungen sowie rund 500 Netzverteiler. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich drei Jahre dauern.

Von dem Ausbau profitieren nach Angaben von GlasfaserPlus die Kommunen Neu-Seeland, Neupetershain, Altdöbern, Bronkow, Luckaitztal, Calau, Vetschau/Spreewald, Lübbenau/Spreewald, Großräschen, Frauendorf, Großmehlen, Grünewald, Guteborn, Hermsdorf, Hohenbocka, Kroppen, Lauchhammer, Lindenau, Ortrand, Ruhland, Schipkau, Schwarzbach, Schwarzheide, Senftenberg und Tettau.

Internet soll auch im ländlichen OSL-Raum schneller werden

Der Landkreis setzt damit seine Breitbandoffensive fort. Bereits in den vergangenen Jahren waren im Rahmen des sogenannten Weiße-Flecken-Programms zahlreiche bislang schlecht versorgte Gebiete an moderne Netze angeschlossen worden. Nun rücken Adressen in den Fokus, die zwar bereits über Internet verfügen, bislang aber nicht die Voraussetzungen für besonders leistungsfähige Glasfaseranschlüsse erfüllen.

„Die Förderung von Bund und Land ermöglicht es uns, den Glasfaserausbau dort voranzubringen, wo der Markt allein bislang keine ausreichenden Lösungen geschaffen hat“, erklärte Landrat Alexander Erbert (CDU). Der Ausbau schaffe bessere Bedingungen für Unternehmen, Handwerk und private Haushalte gleichermaßen. Ziel sei es, „die digitale Anbindung in allen Teilen von Oberspreewald-Lausitz weiter zu verbessern und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Region nachhaltig zu stärken“.

Auch GlasfaserPlus verweist auf die Bedeutung des Projekts für die Region. „In Lichtgeschwindigkeit surfen, stabil streamen oder per Video kommunizieren ist schon lange kein Luxus mehr, sondern für mehr und mehr Menschen Basis ihres täglichen Lebens“, sagte Jens Berwig, Chief Communication Officer des Unternehmens. Mit dem Ausbau werde die Verbreitung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum weiter vorangetrieben.

Hausanschluss für Glasfaser in OSL soll kostenlos sein

Die neue Infrastruktur soll nach Angaben der Beteiligten Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Davon sollen sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen profitieren. Als Veranstaltungsort für den offiziellen Auftakt wurde deshalb bewusst die Stahlbau Altdöbern GmbH gewählt. Der Betrieb steht nach Darstellung des Landkreises beispielhaft für Unternehmen, die auf schnelle und stabile Datenverbindungen angewiesen sind.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer in den geförderten Ausbaugebieten gibt es nach Angaben von GlasfaserPlus eine wichtige Besonderheit: Der Hausanschluss soll im Zuge der Baumaßnahmen kostenfrei erfolgen. Voraussetzung ist jedoch, dass die notwendigen Aufträge beziehungsweise Gestattungsverträge rechtzeitig erteilt werden. Entsprechende Informationen seien bereits per Post an die betroffenen Adressen verschickt worden.

Nach Angaben des Landkreises werden Bürgerinnen und Bürger fortlaufend über Ausbaugebiete, Informationsveranstaltungen und Anschlussmöglichkeiten informiert. Die eigentlichen Bauarbeiten haben mit dem offiziellen Start nun begonnen.

Millionenschwere Förderprogramme

Das jetzt gestartete Giga-Projekt „Graue-Flecken-Programm“ hat eine Förderzusage in Höhe von rund 50,7 Millionen Euro. Die Finanzierung setzt sich zu 70 Prozent aus Landesmitteln, unter anderem aus dem Just Transition Fund (JTF), sowie zu 30 Prozent aus Bundesmitteln (Projektträger aconium GmbH) zusammen.

Der Landkreis OSL knüpft mit dem zweiten Programm zum Breitbandausbau an das „Weiße-Flecken-Programm“ an. Im Zeitraum von 2020 bis 2025 konnten dadurch rund 5400 Haushalte sowie Unternehmen und Gewerbebetriebe, die bislang mit Anschlüssen mit Übertragungsraten von weniger als 30 Mbit/s surften, an eine leistungsfähige Breitbandversorgung (bis zu 1 Gbit/s) angeschlossen werden.