Von Torsten Richter-Zippack

Die tierische Gefahr für Senftenbergs Elsterdeiche scheint vorerst gebannt. Bereits im Frühjahr ist an der Straßenbrücke zwischen Tierpark und Stadthafen ein Nutria mit seinen fünf Jungtieren per Kescher eingefangen worden, teilt Sven Laubert vom Senftenberger Ordnungsamt während der jüngsten Deichschau mit. Die Nutrias wurden an einen anderen Standort umgesiedelt.

„Wir hatten zuvor das Problem, dass die Sumpfbiber Löcher in die Deiche gruben und damit deren Stabilität gefährdeten“, erklärt Sven Laubert. Letztlich trügen die Tiere dazu bei, den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster zu gefährden. Seit der Umsiedlungsaktion herrsche zumindest im Bereich Tierpark/Stadthafen Ruhe.

Insgesamt hat es in Senftenberg zwei Nutria-Bekämpfungen gegeben, sagt Sandro Bader vom Landesamt für Umwelt. „Beide waren erfolgreich“, resümiert der Fachmann. Indes sei es jetzt aber schwerer, dieser Tiere habhaft zu werden. Grund bilde die Aufnahme der Nutrias ins Brandenburger Jagdrecht in diesem Jahr. „Da können wir nur auf die Unterstützung der örtlichen Jäger hoffen“, erklärt Bader. Allerdings sei die Jagd innerhalb bewohnter Bereiche, sogenannter befriedeter Bezirke, nur mit Sondergenehmigungen seitens der Behörden erlaubt. Darüber hinaus müssten die speziell geschulten Nutria-Jäger bei den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten um Erlaubnis bitten, damit das jeweilige Revier dann auch betreten werden dürfe.

Indes könne auch die Bevölkerung helfen, dass es in der Seestadt zu keiner neuen größeren Nutria-Population kommt. „In der Vergangenheit gab es die Unsitte, dass die Leute die Tiere gefüttert haben. Das darf nicht sein“, stellt Sven Laubert klar.

Problematisch ist, dass sich die Art quasi das ganze Jahr über fortpflanzen kann. Dadurch sei es möglich, zeitnah einen neuen Bestand aufzubauen. Nutrias beziehungsweise Sumpfbiber waren ursprünglich in Deutschland nicht heimisch. Die Art stammt aus Südamerika und wurde als Pelzlieferant in Europa eingeführt.