Hitlergruß auf Spreewaldkahn
: Staatsschutz hat jetzt Ermittlungen aufgenommen

Bei einem Herrenausflug in den Spreewald zeigen Männer auf einem Kahn den verbotenen Hitlergruß. Nun ermittelt der Staatsschutz.
Von
Rita Seyfert
Cottbus
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Polizei im Einsatz: ARCHIV - 06.08.2015, Schleswig-Holstein, Flensburg: ILLUSTRATION - Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf der Straße. (zu dpa: «Frau angegriffen und rassistisch beleidigt - Staatsschutz ermittelt») Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Staatsschutz wird aktiv, weil Personen auf einem Spreewaldkahn den verbotenen Hitlergruß gezeigt haben.

Carsten Rehder/dpa

Ein Foto mit dem verbotenen Hitlergruß, das in den sozialen Medien gepostet worden und viral gegangen ist, ist nun Gegenstand von polizeilichen Ermittlungen. Wie Lutz Miersch, Sprecher der Polizeidirektion Südbrandenburg, bestätigt, ist von Amtswegen eine Anzeige erstattet worden.

Die erste Information zu dem geposteten Foto sei aus dem Bereich „Soziale Medien“ der Polizei Brandenburg-Süd mit Sitz in Cottbus gekommen. „Wir haben das heute festgestellt“, bestätigt Lutz Miersch. Demnach stehen die polizeilichen Ermittlungsarbeiten noch ganz am Anfang. Zuerst hatte Bild online berichtet.

Die Identitäten der Männer werden derzeit ermittelt

„Das Originalbild liegt uns vor“, so Miersch. Auf dem Foto seien auch die Gesichter zu erkennen. Die Identitäten der darauf abgebildeten Personen werden derzeit ermittelt.

Mehrere Medien haben das Bild unterdessen abgedruckt. Aus Gründen des Persönlichkeitsrechtes wurden die Gesichter allerdings verpixelt. Wann und wo genau die Aufnahme entstanden ist, das sei derzeit aber noch unklar.

Männergruppe skandiert den Hitlergruß

Wie das Foto vermuten lässt, hat die Männergruppe einen Ausflug in den Spreewald gemacht. Auf dem Bild ist zu sehen, wie sie Bier trinken und schwarze, einheitliche T-Shirts tragen – und zwar mit der Aufschrift „Support Sylt“, dem Liedtext „döp dödö döp“ sowie dem Umriss der Nordsee-Insel.

Zwölf der insgesamt 15 Männer der Gruppe zeigen dazu den verbotenen Hitlergruß. Nach Angaben der Bild postete die Gruppe das Foto am Sonntagmorgen selbst auf der sozialen Internet-Plattform Instagram. Mittlerweile ist das Bild gelöscht.

Parallelen zum Nazi-Skandal auf Sylt im Mai?

Erst im Mai dieses Jahres hatten auf der Nordsee-Insel Sylt junge Männer und Frauen zu dem Hit „L'Amour toujours“ von Gigi D’Agostino „Ausländer raus“ und die verbotene Parole „Deutschland den Deutschen“ gesungen, dazu einen Hitlergruß gezeigt.

Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, wird der Fall von der Polizei an die Staatsanwaltschaft übergeben, berichtet Lutz Miersch. Dies könne mitunter Jahre dauern.