Von Mirko Sattler

Während des Bauernmarktes am Wochenende gibt es nur ein Thema: Mittwochabend, 20.15 Uhr, unbedingt Fernsehen schauen. Dann läuft im ZDF die Sendung „Mein Lied für Dich“ mit Judith Williams. Gedreht wurde unter anderem in Frauendorf. Während des Bauernmarktes im Frühjahr war nämlich Schlagersänger Bernhard Brink im Oberlausitzer Dorf überraschen aufgeschlagen und hatte ein Ständchen für Bäckerfamilie Günther gesungen. Bei den Günthers war kurz vor Weihnachten 2018 ein großer Brand ausgebrochen. Dank vieler helfender Hände und auch der Stimme von Bernhard Brink produziert das Unternehmen inzwischen wieder.

Nun hat Bäckermeister Axel Günther am Mittwoch seinen Auftritt im ZDF. Die Vorfreude darauf sei groß, verrät er. Während des jetzigen Herbstbauernmarktes bietet der Unternehmer eine süße Spezialität an. „Unsere Quarkstolle ohne Backpulver, aber mit guter Butter, viel Quark, Dresdner Auszugsmehl, Zitronat und Rum, feiert heute Premiere. Die Nachfrage ist hoch. Aber auch unsere Spezialitäten wie Mohnstolle und die Frauendorfer Spitzen sind sehr gefragt“, verrät der ortsansässige Bäckermeister.

Flyer als Losnummern

Der inzwischen 33. Frauendorfer Bauernmarkt ist wieder gut besucht. Begrüßt werden die Besucher von Corina Kläge und Sigrid Groß, die die Bauernmarktflyer, die gleichzeitig auch Losnummern sind, an den Mann bringen. „Für einen Euro haben die Gäste die Möglichkeit, Preise mit einheimischen Produkten zu gewinnen. Im Ganzen haben wir acht Präsente“, erzählt Sigrid Groß.

Mit klaren Absichten kommen viele Besucher nach Frauendorf. „Wir suchen erst nach Schnäppchen, und dann gehen wir gezielt über den Markt. Das Angebot ist breit gefächert. So finden wir immer etwas, das wir mitnehmen“, sagt Familie Fischer aus Doberlug-Kirchhain, die sich am Stand der Gärtnerei Grell umschaut. Seit nunmehr zwölf Jahren bietet der Betrieb aus dem sächsischen Lamperswalde seine Waren auf dem Bauernmarkt an. „Hier sind komplett andere Leute, als auf dem Wochenmarkt. Sie wissen ganz genau, was sie wollen und das für einen guten Preis“, erklärt Geschäftsinhaber Thomas Grell. An seinem rund 18 Meter langen Stand bietet er im Frühjahr Pflanzen und erstes Gemüse, im Herbst dann Herbstbepflanzung und Gemüse vom Feld an.

Darüber hinaus sind in Frauendorf kulinarische Spezialitäten zu haben, die es nicht überall auf Märkten gibt. Beispielsweise beim Team der Waidmannsruher Wildspezialitäten. „Die Leute sind gierig auf unsere Wildspezialitäten. Vor allem der Wildgulasch mit Spirelli hat es den Leuten angetan“, resümiert Geschäftsinhaber Hans-Joachim Schöbel. Er hat in diesem Jahr sogar noch eine Rinderboulette im Angebot.

Gewöhnungsbedürftige Wurstwaren und kulinarische Spezialitäten

Gut 50 Meter Luftlinie von den Wildspezialiäten entfernt, ist Jens Püschel zu finden. In seinem Angebot hat er Wurstwaren, die für manche gewöhnungsbedürftig sind, aber hervorragend schmecken sollen. „Hier in Frauendorf läuft es gut, weil viele noch den Bezug zur Landwirtschaft haben“, sagt der selbständige Verkäufer, der Wurstwaren der Pferdefleischerei aus Borna anbietet. Besonders gut gehen hier Pferdebockwurst, Knacker, Rouladen und Pferdesalami über den Tresen.

Eine ganz andere kulinarische Spezialität hat der Traditionsverein Frauendorf parat. „Wir bieten unseren Ochsen am Spieß an. Das Tier wog 160 Kilogramm. Es konnte nur mit spezieller Technik auf den Grill befördert werden“, verrät Fleischermeister Tobias Nicklisch von der Hausfleischerei Bennewitz, der extra für den Ochsen eine Gewürzmischung selbst kreierte. Seit 5 Uhr in der Früh sind er und seine Mitstreiter schon am Arbeiten. „Das Tier kommt roh auf den Spieß. Bis es fertig gar ist, bedarf es einiger Stunden. Die Nachfrage nach dieser Spezialität ist riesig“, weiß der 31-jährige Fleischermeister.

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