LR+LR+Fall aus Senftenberg beschäftigt Luxemburger Richter
: Busverkehr-Streit landet beim Europäischen Gerichtshof

Der Betreiberwechsel in Oberspreewald-Lausitz ist jetzt Thema in Luxemburg.
Von
jag
Senftenberg
Jetzt in der App anhören

Senftenberg(jag) Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird sich am 21. März mit dem letzten Betreiberwechsel im Busverkehr im Oberspreewald-Lausitz-Kreis befassen. Das bestätigt die Senftenberger Arbeitsrichterin Lore Seidel, die den Fall in Luxemburg vorgelegt hatte. Der EuGH werde sich nun mit der Frage beschäftigen, ob ein Betriebsübergang bei der Neuvergabe von Verkehrsdienstleistungen auch vorliegen kann, wenn der neue Dienstleister nur einen wesentlichen Teil der Mitarbeiter weiterbeschäftigt, aber keine wesentlichen materiellen Betriebsmittel wie etwa Busse übernimmt. Hintergrund ist der Betreiberwechsel im Jahr 2017 und mehrere in diesem Zusammenhang geführte Gerichtsverfahren. Nach der derzeitigen Rechtsprechung des Gerichtshofes werde ein Betriebsübergang nur angenommen, wenn auch ein wesentlicher Teil der materiellen Betriebsmittel vom neuen Dienstleister übernommen wird. Diese Rechtsprechung sei allerdings veraltet und zu überprüfen. Denn die Busse des ehemaligen Betreibers haben aufgrund ihres Alters und der gestiegenen technischen Anforderungen betriebswirtschaftlich keinen wesentlichen Wert für das Unternehmen, da ohnehin Neuanschaffungen notwendig geworden wären, so die Argumentation der Arbeitsrichterin.