Eis auf Senftenberger See: Das rät die Wasserwacht, wenn man einbricht

Die DRK-Wasserwacht unterstützte beim Einsatz am Senftenberger die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Eindringlich wird vor dem Betreten der Eisflächen gewarnt.
DRK-Kreisverband Lausitz/Lisa Wildemann- Eine Person brach am 22. Januar 2026 auf dem Senftenberger See ins Eis ein und wurde gerettet.
- Die DRK-Wasserwacht war vor Ort und warnte vor dem Betreten unsicherer Eisflächen.
- Mindestens 15 cm dickes Eis ist bei stehenden, 20 cm bei fließenden Gewässern notwendig.
- Bei Eisbruch: Flach hinlegen, Richtung Ufer robben, Notruf 112 absetzen, keine Eigengefährdung.
- Nach Rettung: Nasse Kleidung ausziehen, wärmen, bei Bedarf Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Und plötzlich gab das Eis nach: Am 22. Januar 2026 war ein Mann unweit des Niemtscher Schullandheims auf den Senftenberger See im Eis eingebrochen. Zum Glück konnte er schnell gerettet und medizinisch versorgt werden.
Mit vor Ort war auch die DRK-Wasserwacht Senftenberg. Deren Kräfte unterstützten die vor Ort eintreffenden Kameraden der Senftenberger Feuerwehr.
Eben darum warnt die Wasserwacht des DRK-Kreisverbandes Lausitz in Senftenberg vor dem Betreten der Eisflächen, insbesondere auf dem Senftenberger See. „Die Dicke der Eisschicht wird von vielen Menschen unterschätzt. Stehende Gewässer sind erst ab mindestens 15 Zentimetern sicher, fließende Gewässer erst ab 20 Zentimetern“, sagt Aron Trippner, Kreisleiter der hiesigen Wasserwacht. Derzeit beträgt die Eisdecke im Uferbereich des Senftenberger Stadthafens gut zehn Zentimeter.
Wenn es knackt auf dem Eis, kann das Gefahr bedeuten
Aber wie können sich Menschen retten, die ins Eis eingebrochen sind? Betroffene unterkühlen innerhalb weniger Minuten und drohen dann zu ertrinken. „Wenn es unter den Füßen knackt, knistert und sich Risse in der Oberfläche bilden, droht das Eis zu brechen. Legen Sie sich sofort flach hin, um das Gewicht zu verteilen, und robben Sie langsam Richtung Ufer“, rät Aron Trippner. Wer dennoch einbricht, sollte die Arme schnell ausbreiten, um ein Untertauchen unter das Eis zu verhindern. „Versuchen Sie, sich auf der Eisoberfläche zu rollen und kriechend zurück an Land zu gelangen“, so Trippner weiter.

Die Spuren auf dem Eis im Stadthafen beweisen es: Dort ist bereits jemand über den Senftenberger See gelaufen. Davon raten die offiziellen Stellen dringend ab.
Torsten Richter-ZippackDarüber hinaus sollte immer zuerst der Notruf 112 abgesetzt werden. Keinesfalls sollten Beobachter zur Einbruchstelle laufen. Zur eigenen Sicherheit müsse ein Retter zuerst die Tragfähigkeit des Eises prüfen und dürfe sich der verunglückten Person nur liegend nähern. Sind Rettungsring oder Leine vorhanden, sollten diese von einem sicheren Standort zur Einbruchstelle geworfen werden. Alternativen seien Stock und Schal.
Bei einer weiter entfernten Einbruchstelle müsse sich der Retter mit einem Seil am Ufer sichern und zur betroffenen Person robben. Dabei könne eine Leiter nützlich sein. Diese helfe, das Körpergewicht gleichmäßiger aus dem Eis zu verteilen.
So müssen Herz und Lunge wiederbelebt werden
Wenn die eingebrochene Person aus dem Wasser befreit wurde, sollte ihr umgehend die nasse Kleidung ausgezogen und sie in eine warme Decke gewickelt werden. Bei bewusstlosen Menschen, die aber normal atmen, sei die stabile Seitenlage erforderlich.
Funktioniert die Atmung indes nicht normal, sei eine Herz-Lungen-Wiederbelebung zwingend vonnöten. Konkret heißt das: 30 Mal Herzdruckmassage, zweimal Atemspende im Wechsel. „Die Maßnahme sollte so lange durchgeführt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft und übernimmt, oder bis die verunfallte Person wieder normal zu atmen beginnt“, rät Aron Trippner.
Eine behördliche Freigabe von Eisflächen auf dem Senftenberger See schließt das zuständige Landesamt für Umwelt (LfU) konsequent aus. Schließlich, so die Begründung, werde das Gewässer auch im Winter als Speicher betrieben. Durch sich ändernde Wasserstände entstünden Fließbewegungen unter dem Eis. Dort könne es besonders zu Eisbrüchen kommen.

