Demo und Lesung in Senftenberg: Protest gegen rechts – auf der Straße und im Theater

Lesen gegen rechts: Christina Dom, Matthias Manz, Cassandra Emilienne, Friedrich Rößiger (v.l.n.r.) von der Neuen Bühne Senftenberg. Theaterleute sind auch bei der Demo in der Stadt dabei – aber nicht nur die.
Steffen RascheRechtsextreme haben in Potsdam über die millionenfache Vertreibung von Menschen fantasiert – und damit einen Gegenprotest ausgelöst, der die halbe Bundesrepublik auf die Straße bringt. Auch in der Lausitz werden jetzt immer mehr Leute lauter. Nach den Kundgebungen in Cottbus und Spremberg sind Aktionen nun auch in Finsterwalde, Weißwasser und in Senftenberg geplant.
Im Senftenberger Theater Neue Bühne findet an diesem Samstag, 27. Januar, eine Lesung statt – außerplanmäßig und im Anschluss an die Vorstellung „Die Comedian Harmonists“. Beginnen wird die Lesung mit anschließender Diskussionsrunde auf der Hauptbühne circa um 21.45 Uhr. Der Eintritt ist frei und allen möglich, auch wenn sie vorher nicht in der Vorstellung waren, teilt Theatersprecherin Christiane Freitag mit.
Theaterleute lesen aus „Geheimplan gegen Deutschland“
Neben Stimmen verschiedener Menschen aus dem Kulturbereich sollen Auszüge aus dem kürzlich veröffentlichten Dokument „Geheimplan gegen Deutschland“ des Recherchekollektivs Correctiv präsentiert werden. Sie enthüllten, dass im November vergangenen Jahres bei einem Treffen von hochrangigen AfD-Politikern, Neonazis und finanzstarken Unternehmern die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland besprochen wurde.
Zu hören sein werden zudem aktuelle Stimmen junger Intellektueller wie Max Czollek, Lukas Rietzschel und Fatma Aydemir. Von Lukas Rietzschel ist es ein aktuelles Statement über die anstehenden Landtagswahlen, von Fatma Aydemir sind es Ausschnitte aus „Eure Heimat ist unser Albtraum“. Vorgetragen werden die Stücke von Christina Dom (Lesungskonzept), Cassandra Emilienne, Matthias Manz und Friedrich Rößiger.
Mit der Lesung „Nie wieder!“ zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wolle das Senftenberger Theater auf die aktuellen Geschehnisse reagieren. „Die Neue Bühne möchte so im Gespräch bleiben und ohne Hetze eine Zukunftsperspektive entwickeln, die ein respektvolles, demokratisches Miteinander ermöglicht“, sagt Christiane Freitag von der Neuen Bühne.
Demo gegen rechts auf dem Marktplatz in Senftenberg
Nicht nur das Senftenberger Theater macht mobil gegen rechts. Am Donnerstag, 1. Februar 2024, ab 16 Uhr soll auf dem Marktplatz eine Demonstration stattfinden. „Unter dem Motto ‚Senftenberg zeigt Haltung‘ will die privat organisierte Demo ein Zeichen gegen rechte Hetze und Deportationsfantasien, oder – wie es die AfD nennt – ‚Remigration‘ setzen“, teilt René Nowitzki mit. Auf der Kundgebung sind Redebeiträge von Bürgermeister Andreas Pfeiffer (CDU), Schülern des Friedrich-Engels-Gymnasiums, von Pfarrer Manfred Schwarz und Kulturschaffenden geplant.
Ziel sei es, ganz klar und deutlich zu kommunizieren: bis hier hin – und keinen Schritt weiter. „Wir wollen nicht, dass sich Geschichte wiederholt und Fehler, die in der Weimarer Republik begangen wurden, wieder gemacht werden“, sagt René Nowitzki.

