Lausitzer Bestatter beklagen einen zu sorglosen Umgang mit Toten, die durch das und mit dem Coronavirus gestorben sind – und sehen sich deshalb bei der Arbeit in Gefahr. Die Leichname werden unverhüllt an die Beerdigungsinstitute übergeben, in denen der Mangel an Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln akut wird.

Die Bestatterinnung Berlin-Brandenburg hat die Länder auf den Mangel und dringenden Bedarf an Schutzbekleidung aufmerksam gemacht. Nachdrücklich, wie Sprecher Fabian Lenzen betont. Der Berliner Senat habe reagiert. Zwei Lieferungen von zentral beschaffter Schutzkleidung sind inzwischen über den Bestatterverband an die Berliner Institute verteilt worden.

Vom Land Brandenburg indes sind die Bestatter an die Landkreise verwiesen worden, die den Verband schließlich als selbst „nicht zuständig“ wieder zurück nach Potsdam schickten. „Wir haben dann die Antwort erhalten, es sei so schwierig, die Bedarfe an Schutzbekleidung und Desinfektion zu erfüllen, dass Selbstbeschaffung und kreative Lösungen der Bestatter gefragt seien“, berichtet Fabian Lenzen. Inzwischen sei es gelungen, auf den üblichen Lieferwegen begrenzt nachzuordern. Das sei zu wenig.

Unabhängig von allen landesrechtlichen Bestimmungen, die es in Brandenburg nicht gibt, empfiehlt das Robert-Koch-Institut: Auf der Todesbescheinigung ist auf die SARS-CoV-2-Infektionsgefahr hinzuweisen und konkret „auf dem Todesschein und Leichenschauschein COVID-19 namentlich zu benennen“. Das erfolgt auch. Und nie zuvor gab es für den Umgang mit infektiösen Verstorbenen so klare Hinweise wie für Corona-Infizierte, lobt Fabian Lenzen. Die Angst der Berufskollegen sei aber trotzdem nur zu verständlich. Undurchlässige Schutzkleidung, Atem- und Vollgesichtsschutz sowie Handschuhe sind für die Bestatter immer zwingend erforderlich, ebenso wie Desinfektionsmittel.

Die Bestattungsinstitute sind in Brandenburg als „systemrelevant“ unberücksichtigt geblieben, in Sachsen mit der jüngsten Corona-Eindämmungsverordnung als solche aufgenommen worden.