Krippen, Kitas, Horte und Kindertagespflegestellen in Oberspreewald-Lausitz bleiben weiter, zunächst bis zum 8. Mai 2020, geschlossen. Das teilt Kreissprecherin Sarah Werner mit. Ein wenig Entspannung ist im Hinblick auf die Betreuungssituation für einen Teil der Eltern in Aussicht: Denn die Notbetreuung in den Einrichtungen wird ab Montag, 27. April, ausgeweitet.

Die Ein-Eltern-Regelung wird ausgeweitet

So wird die Ein-Eltern-Regelung auf alle Berufs- und Bedarfsgruppen der kritischen Infrastruktur ausgeweitet. „Es müssen nicht mehr beide Eltern in einem systemrelevanten Beruf arbeiten“, erklärt Werner. Anspruch auf die Notbetreuung bestehe somit auch, wenn dies nur für ein Elternteil zutrifft. „Grundvoraussetzung bleibt, dass die Sorgeberechtigten eine Betreuung nicht im häuslichen Umfeld organisieren können.“ Allein Personensorgeberechtigte können – unabhängig von einer Tätigkeit in den kritischen Infrastrukturen – die Notfallbetreuung ebenfalls in Anspruch nehmen.

Eltern in OSL, die die Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen wollen, müssen den „Antrag auf Notbetreuung“ ausfüllen und diesen in der jeweiligen Einrichtung abgeben. Ab sofort sind hierfür die überarbeiteten Anträge, die auf www.osl-online.de zu finden sind, zu nutzen. Auch die Kommunen können diese zur Verfügung stellen.

Lebensretter von THW, DLRG und DRK sind systemrelevant

Bei der Definition der konkreten Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur orientiert sich der Landkreis an den Vorgaben der Brandenburger Landesregierung. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind weiterhin einbegriffen. Neu aufgenommen wurden weitere anerkannte Hilfsorganisationen wie THW, DRK, ASB und DLRG. „Voraussetzung für den Anspruch ist eine aktive Tätigkeit“, so Werner. In Einzelfällen können weitere Fälle der Notfallbetreuung zugelassen werden.

Sorgeberechtigte sollten sich bezüglich der Entscheidungsfindung zunächst an ihre Kommune wenden. Die Entscheidung erfolgt anschließend auch in Absprache mit dem Jugendamt des Landkreises. Auch in Fällen, in denen es das Kindeswohl erfordert, wird eine Betreuung weiterhin angeboten. Diejenigen, deren Kinder bereits in der Notfallbetreuung sind, müssen keinen neuen Antrag stellen.

Am 21. April wurde die Notfallbetreuung in OSL für 14 Prozent der Kinder in Anspruch genommen. Das sind 1040 von insgesamt 7453 Kindern.