Bombe in Schwarzheide
: Krisenstab der BASF berät zu Entschärfung und Evakuierung

UPDATE 6.12., 16 Uhr: Auf dem Werksgelände der BASF in Schwarzheide ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Was bisher bekannt ist.
Von
Jan Augustin
Schwarzheide
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Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. In Friedrichshafen ist am Montag eine ähnliche Bombe entschärft worden.

ARCHIV - 13.12.2011, Hessen, Kassel: Eine entschärfte amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird abtransportiert.  (zu dpa «500-Kilogramm-Bombe: Pyramidenbau startet auf BASF-Gelände» vom 06.07.2018) Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf dem Werksgelände der BASF in Schwarzheide ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden (Symbolbild).

Uwe Zucchi/dpa
  • Bauarbeiter fanden eine US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem BASF-Gelände in Schwarzheide.
  • Am 5. Dezember wurde der Blindgänger entdeckt, Sicherheitsmaßnahmen wurden sofort ergriffen.
  • Der Kampfmittelbeseitigungsdienst bewertet die Lage, Anwohner wurden informiert.
  • Es besteht keine akute Gefahr, weitere Informationen folgen in Kürze.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bombenfund auf dem Werksgelände der BASF in Schwarzheide: Bauarbeiter sind auf eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen.

Wie Mareike Quint an diesem Freitag, 6. Dezember, mitteilt, sei der Blindgänger am Donnerstag gefunden worden. Am Standort seien unverzüglich alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. „Die Behörden sind informiert“, so Mareike Quint.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg sei bereits vor Ort gewesen, um die Lage zu bewerten. Gemeinsam werde aktuell mit allen Beteiligten ein Maßnahmenplan erarbeitet. „Es besteht derzeit keine akute Gefahr“, betont die BASF Sprecherin. Anwohner im angrenzenden Stadtbezirk seien zeitnah informiert worden.

Krisenstab berät wegen Bombenfund bei BASF in Schwarzheide

Ob und wann es zu einer möglichen Entschärfung kommt, werde derzeit im Krisenstab besprochen. Dann könne auch gesagt werden, ob es zu einer Evakuierung im angrenzenden Stadtbezirk kommt und wie groß ein möglicher Sperrkreis wird. Eine Entscheidung dazu soll zeitnah getroffen werden, sagt BASF-Sprecherin Mareike Quint.

Da keine akute Gefahr bestehe, laufe der Betrieb im Werk normal weiter. Nur die Fundstelle sei im Umkreis von 100 Metern abgesperrt und die Baustelle eingestellt worden.

Experten gehen davon aus, dass in der Region Schwarzheide noch viele Blindgänger in der Erde liegen. Bei fünf Angriffswellen im letzten Kriegsjahr wurden unzählige Bomben auf Schwarzheide abgeworfen. Denn in Schwarzheide war ab Mitte der 1930er-Jahre einer der größten Betriebe der Region entstanden, das Brabag-Werk.

Warum so viele Bomben auf Schwarzheide flogen

Brabag steht dabei für Braunkohle-Benzin AG. Dort wurden synthetische Kraftstoffe aus Braunkohle hergestellt, ganz wichtig für die Kriegswirtschaft. Das Werk gibt es heute noch immer, und zwar als BASF Schwarzheide GmbH mit anderen Produkten als vor über 80 Jahren.

Was Bombenfunde betrifft, ist die BASF krisenerfahren: Zuletzt war im Dezember 2021 ebenfalls eine amerikanische Fliegerbombe auf dem Werksgelände bei Bauarbeiten entdeckt worden. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen konnte sie erfolgreich entschärft werden. Das gleiche Bild ein Jahr zuvor. 160 Einsatzkräfte sorgten damals an einem Sonntag für einen reibungslosen Ablauf der Entschärfung.