Big Fat Shakin' in Lauchhammer
: Kultband feiert ihr 20. Jubiläum im Real Music Club

Für Rock'n'Roll-Fans der 1950er-Jahre gibt's was auf die Ohren. Denn die Kultband Big Fat Shakin' aus Lauchhammer tritt zum 20. Jubiläum im Real Music Club in der alten Heimat auf.
Von
Rita Seyfert
Lauchhammer
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Die Südbrandenburger Kultband Big Fat Shakin aus Lauchhammer rockte auch schon das Berliner Tanzlokal "Clärchens Ballhaus" - hier vor der Sanierung im Jahr 2016.

Die Südbrandenburger Kultband Big Fat Shakin aus Lauchhammer rockte auch schon das Berliner Tanzlokal "Clärchens Ballhaus" - hier vor der Sanierung im Jahr 2016.

Marcell Manig
  • Die Kultband Big Fat Shakin' aus Lauchhammer feiert am 2. November ihr 20. Jubiläum im Real Music Club.
  • Gitarrist Christian Cieplik ist seit der Gründung 2004 dabei; die Band spielt Rock'n'Roll-Klassiker.
  • Sie traten elf Jahre monatlich im Berliner "Clärchens Ballhaus" auf.
  • Die Band hat seit 2015 eigene Songs und gibt jährlich 40-50 Konzerte.
  • Für Fans gibt es eine limitierte Vinyl-Platte mit Live-Aufnahmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Big Fat Shakin' bedeutet sinngemäß, dass beim Tanzen zu dieser Musik die Post abgeht. Soviel ist sicher, die Südbrandenburger Kultband aus Lauchhammer füllte vor Corona unter anderem den Saal vom legendären Berliner Tanzlokal „Clärchens Ballhaus“. Auch für das 20. Jubiläumskonzert im heimischen Real Music Club am 2. November waren die Karten schnell ausverkauft.

Gitarrist Christian Cieplik (44) ist der Mann der ersten Stunde und bis heute dabei. Als sich die Band „Big Fat Shakin" vor 20 Jahren in einem Jugendklub für Musiker in Lauchhammer Mitte gründete, hieß das Motto „Rock'n'Roll“. Christian Cieplik und die anderen Bandmitgliedern Matthias Wapnitz (Kontrabass), Rainer Naundorf (Gesang), Ingo Urban (Schlagzeug) wollten gute Partymusik machen, zu der man tanzen kann.

Big Fat Shakin – so fing alles an

Damals, im Jahr 2004, stellte der Buntrock e.V. in Lauchhammer Mitte in der Max-Beer-Straße Proberäume für Bands zur Verfügung, erzählt Christian Cieplik. Später, als der Jugendklub abgerissen werden sollte, zog der Verein in die alte Musikschule um. Zu diesem Zeitpunkt starteten die Musiker von Big Fat Shakin gerade durch.

„Unser erstes Konzert gaben wir in der Sporthalle in Kostebrau", erzählt Christian Cieplik. Dieser erste Auftritt zur 1950er- und 1960er-Jahre-Party vom Buntrock e.V. vor 700 Mann sei ein voller Erfolg gewesen, erinnert er sich. Mit der Zeit sei der Fan-Kreis immer größer geworden.

Vom Hobby zum Beruf: Wann der Knoten platzte

Doch die Band musste in Laufe der Jahre immer wieder neu finden. Nach dem Ausstieg von Matthias Wapnitz in 2006 kam ein Jahr später Kontrabassistin Manuela „Katze“ Herbst neu dazu. Und spätestens mit dem Einstieg des jetzigen Schlagzeugers und Sängers Stefan Holzhauser in 2011 stieg das musikalische Niveau auf ein ganz neues Level.

20 Jahre und kein bisschen leise: Fürs Jubiläum kehren die Bandmitglieder von Big Fat Shakin in ihre Heimat nach Lauchhammer zurück. Die Party steigt am 2. November im Real Music Club.

20 Jahre und kein bisschen leise: Fürs Jubiläum kehren die Bandmitglieder von Big Fat Shakin mit Gitarrist Christian Cieplik (v.li.), Kontrabassistin Manuela „Katze“ Herbst und Schlagzeuger und Sänger Stefan Holzhauser in ihre Heimat nach Lauchhammer zurück. Die Party steigt am 2. November im Real Music Club.

Marcell Manig

„Qualitativ war das für uns der Knackpunkt“, erinnert sich Gitarrist Christian Cieplik. Der Durchbruch folgte prompt. Über elf Jahre durfte die Südbrandenburger Band im Berliner Tanzlokal „Clärchens Ballhaus“ einmal im Monat als Hausband spielen. „Das war die beste Probebühne“, erzählt Cieplik. Insgesamt 300 Konzerte habe Big Fat Shakin in dieser Zeit gegeben. „Das hat die Band geschliffen.“

Wie Big Fat Shakin ihr Erfolgsrezept beschreiben

Plötzlich war die Musik ein Selbstläufer. „Wir haben auch schonmal am Nachmittag auf einer Taufe gespielt“, erzählt der Musiker. Die Aufträge reichten von der Privatfeier bis zum Stadtfest, und zwar auch über die Grenzen Deutschlands bis nach Kopenhagen oder auf eine österreichische Alm hinaus. Das musikalische Konzept kam gut an. Bis heute hat sich die Strategie nicht geändert.

"Wir spielen originale 1950er-Jahre Rock'n'Roll-Klassiker", beschreibt Christian Cieplik das Credo der Band. Dazu bringen Big Fat Shakin auch Songs von Interpreten wie Roxette oder den Foo Fighters im Swing-Gewand auf die Bühne. Und seit 2015 spielen die Musiker sogar eigene Songs.

Seit 2015 spielt die Band Big Fat Shakin auch eigene Songs

„Irgendwann haben die Leute gefragt, ob wir auch was Eigenes haben“, erzählt Christian Cieplik. Und so produzierte das Trio im Jahr 2015 mit dem Song „Razzle Dazzle" seine erste Single. Kontrabassistin Manuela Herbst und der singende Schlagzeuger Stefan Holzhauser kümmerten sich um den Text, Christian Cieplik um die Vertonung.

Weitere 13 Songs kamen 2019 im Album „Woatanakaa" zum 15. Jubiläum als CD heraus, bevor die Corona-Pandemie erstmal alles zu Erliegen brachte. Clärchens Ballhaus machte zu. Der neue Investor sanierte das altehrwürdige Tanzlokal über drei Jahre und krempelte das Party-Konzept komplett um. Der Fokus liege inzwischen nur noch auf dem Speiseangebot, so Cieplik.

Big Fat Shakin': „Wir brauchen uns nirgends zu bewerben“

Big Fat Shakin ist aber nach wie vor gut im Musikgeschäft verankert. „Wir brauchen uns nirgends zu bewerben“, erzählt der Gitarrist. „Wir haben immer noch 40 bis 50 Auftritte im Jahr.“ Vor allem im Sommer, also von Mai bis Oktober, sei die Band gut gebucht.

Christian Cieplik, der seit 2017 in Dresden wohnt, kann fast ausschließlich von der Musik leben. Nebenher arbeitet er unter anderem immer mittwochs in der Grundschule Großkmehlen bei Ortrand als Gitarrenlehrer, erzählt er.

Wie die Corona-Pandemie die Musikband veränderte

Bandkollege Stefan Holzhauser, der inzwischen wieder in Hessen lebt, arbeitet seit Corona im Quereinstieg als Lehrer in einer Schule. Und Manuela Herbst hat sich als Schulassistentin anstellen lassen. „Das hat sich in der Corona-Zeit so ergeben“, erklärt Christian Cieplik. „Da konnten wir ja nicht auftreten.“ Es sei klar, dass es schwierig werden würde, das Pensum so zu halten.

Doch dann kam die Zeit nach Corona. Um trotzdem wieder jederzeit bei Auftritten spielen zu können, hat die Band seit Corona ein neues Quartett als B-Variante aufgebaut, erzählt Christian Cieplik. Neben ihm als Gitarrist spielen Manuel Schmidt (Kontrabass), Nanette Weiss (Saxophon und Gesang) sowie Konrad Laske (Schlagzeug).

20-jähriges Jubiläum: Wie lange die Band noch auf die Bühne will

Ein Ende ist nicht in Sicht. „Wir machen weiter, solange wir auf der Bühne stehen können“, sagt Cieplik. Sowohl das neue Quartett als auch das Trio werden beim 20. Jubiläumskonzert am 2. November 2024 dabei sein. Die Party soll im heimischen Real Music Club in Lauchhammer steigen (Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr) – dem Ort, an dem Big Fat Shakin im Jahr 2006 bereits das Eröffnungskonzert spielte.

Eine Rarität für eingefleischte Fans: "20yrs - Still Standing", so heißt die erste Vinyl-Platte von Big Fat Shakin', der Kultband aus Lauchhammer.

Eine Rarität für eingefleischte Fans: "20yrs - Still Standing", so heißt die erste Vinyl-Platte von Big Fat Shakin', der Kultband aus Lauchhammer.

Christian Cieplik

Über die Jahre haben Big Fat Shakin die Treue zur Heimat immer gehalten. Zum 10. und 15. Jubiläumskonzert feierten sie im ausverkauften Real Music Club. Auch diesmal ist der Andrang groß. Aktuell sind nur noch wenige Restkarten erhältlich.

Neue Vinyl-Platte als Rarität für eingefleischte Fans

Für eingefleischte Fans gibt es mit der Vinyl-Platte auch noch eine echte Rarität als Überraschung. „Da wir sowieso alte Musik machen, war so eine Schallplatte irgendwie ein Muss – wie die Elvis-Tolle, die man oben trägt“, erklärt Cieplik. Das sei einfach so ein Retro-Ding. So eine Platte sehe auch gut in der Schrankwand aus, ist er überzeugt.

Insgesamt hundert Schallplatten vom Konzertmitschnitt im März dieses Jahres in der Kulturbastion in Torgau hat die Band Big Fat Shakin pressen lassen. Kostenpunkt pro Platte: 35 Euro. Außerdem ist das Live-Album als Stream und Bonus-Variante mit 17 Songs erhältlich.