Bäume in Senftenberg: Stadt lässt Briesker Krimlinden jetzt fällen

Die Fällarbeiten in der Briesker Ringstraße haben begonnen. Die letzten Bäume des vierten Bauabschnittes fallen noch vor dem 28. Februar.
Stadt Senftenberg/Andrea Budich- In Brieske fallen 25 alte Krimlinden in der Ringstraße vor dem 28. Februar.
- Genehmigung der Naturschutzbehörde OSL liegt vor; Bäume gelten teils als nicht standsicher.
- Fällungen waren umstritten; Proteste in sozialen Medien und mit Schildern vor Ort.
- Stadtrat entschied im November 2025 für Fällung und Neupflanzung; Bürgermeister wirbt um Verständnis.
- Im Herbst sollen 26 neue Krimlinden gepflanzt werden; insgesamt dann knapp 180 entlang der Ringstraße.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich ist dieser Schritt längst überfällig. Seit Mittwoch, 18. Februar, läuft die Fällung der 25 letzten verbliebenen alten Krimlinden in der Gartenstadt Marga. Die Bäume befinden sich in der südöstlichen Ringstraße, konkret im Abschnitt zwischen der Kirchstraße und der Briesker Straße. Möglich wird dies durch die aktuelle, entsprechende Genehmigung seitens der Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz.
Die alten, teilweise kranken und mittels Baumgutachten als nicht mehr standsicher beurteilten Bäume weichen mit knapp anderthalbjähriger Verspätung der bereits seit längerer Zeit laufenden Verjüngung der Allee entlang der Briesker Ringstraße. Normalerweise würden auch in diesem Südostabschnitt neu gepflanzte junge Krimlinden wachsen.
Diese Gefahr droht der Gartenstadt Marga
Doch gerichtliche Auseinandersetzungen hatten diesen Wandel in die Länge gezogen. Nicht zuletzt gab es in den sozialen Medien Widerstand gegen die Fällungen, ebenso mit Plakaten und Schildern direkt vor Ort. Teilweise selbst ernannte Baumschützer konnten oder wollten nicht begreifen, dass es dabei um viel mehr als 25 Gehölze geht, deren natürliche Lebensdauer ohnehin dem Ende zugeht. Wären die alten Linden stehen geblieben, wäre das denkmalgeschützte Gesamtkunstwerk Gartenstadt Marga mit seinem einheitlichen Erscheinungsbild in Gefahr geraten. Das hätte für Senftenberg eine bundesweite Blamage bedeuten können.

Bis Ende Februar werden die 25 alten Krimlinden im Südostabschnitt der Briesker Ringstraße verschwunden sein. Die Nachpflanzungen sind bereits geplant.
Stadt Senftenberg/Andrea BudichLetztendlich hatten sich die Senftenberger Stadtverordneten im November 2025 mehrheitlich für die Fällung der Altbäume und die Pflanzung junger Gehölze ausgesprochen und auch entsprechend beschlossen. Bürgermeister Andreas Pfeiffer (CDU) kommentiert die Fällaktion so: „Die hundertjährigen Linden liegen vielen am Herzen. Das ist gut so. Gerade deshalb arbeiten wir im Rathaus intensiv daran, der ältesten Gartenstadt Deutschlands samt ihrem grünen Kunstwerk wieder ein geschlossenes und würdiges Alleebild zu geben. In ein paar Jahren werden wir uns gemeinsam daran erfreuen können.“
Neue Bäume sind für die Gartenstadt Marga bereits eingeplant
Die letzten betroffenen Altbäume würden bis Ende Februar durch eine Fachfirma gefällt und beräumt. Am 28. Februar endet die gesetzlich verankerte Frist für Baumfällarbeiten. Das Rathaus bittet die betroffenen Anwohner um Verständnis. Die Fällaktion werde von einer ökologischen Baumbegleitung überwacht.
Nach Angaben der Stadt Senftenberg als Bauherr soll der Südostabschnitt der Ringstraße nicht lange baumlos bleiben. Im aktuellen Haushalt seien Gelder für die Neupflanzung von 26 Krimlinden eingestellt. Diese Arbeiten würden voraussichtlich im kommenden Herbst stattfinden. Damit wären dann insgesamt knapp 180 Krimlinden entlang der gesamten, kreisförmigen Ringstraße in den Boden gebracht worden.


Die Stadtverordneten treffen eine Entscheidung über die letzten 25 Altbäume der Allee in der Briesker Ringstraße. Ein Desaster ist durchaus möglich.