Die Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ widmet sich den Schicksalen von 15 jüdischen Kindern, die zwischen 1939 und 1942 geboren sind. Während des Zweiten Weltkrieges wurden sie von ihren Eltern in die Obhut polnischer Paare gegeben. In der Ausstellung erzählen sie ihre Geschichte und berichten über die Suche nach Spuren ihrer jüdischen Verwandten.

Polnisches Paar gab Zeitzeugin als eigene Tochter aus

Die Zeitzeugin Joanna Sobolewska-Pyz ist eines dieser Kinder. Als Dreijährige kam sie zu einer polnischen Familie. „Meine leiblichen Eltern müssen gewusst haben, dass sie in den Tod gehen, denn sonst hätten sie mich mitgenommen“, sagt die mittlerweile 80-Jährige. Das polnische Paar gab sie als die eigene Tochter aus. Nur so konnten sie und 5000 weitere Kinder mit ähnlichem Schicksal gerettet werden. Mit der Zeit wurden die Ersatz-Eltern zu den richtigen Eltern. Viele hielten die Adoption geheim. Sobolewska-Pyz hingegen erfuhr mit 18, dass sie eine Jüdin ist.

Die Ausstellung wurde von der polnischen Assoziation „Kinder des Holocaust“ in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung entwickelt. Nach Stationen in Warschau und im Landtag Brandenburg wird sie nun auch in Senftenberg zu sehen sein. Die Eröffnung findet am 27. Januar um 17 Uhr im Foyer des Rathauses statt. Neben Joanna Sobolewska-Pyz werden auch die stellvertretende Bürgermeisterin Teresa Stein und Holger Politt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Warschau anwesend sein. Vom 28. Januar bis zum 5. März kann die Ausstellung dann zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.