Die in Südbrandenburg größte Hilfsaktion für Kinder aus Weißrussland fällt der Corona-Krise zum Opfer. Die Kinder wohnen in einem Gebiet, das nach der Reaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl radioaktiv verstrahlt wurde. Der im Juni geplante dreiwöchige Aufenthalt ist abgesagt, die Eltern der bereits eingeladenen 16 Kinder sind informiert. „Wir haben uns schweren Herzens und nach langer Diskussion dazu entschlossen“, bestätigt die Vorsitzende des Hilfsvereins aus Großkmehlen, Schulleiterin Martina Lorenz.

Knapp 500 weißrussische Kinder haben in den vergangenen 29 Jahren an der allein durchs Ehrenamt getragenen Hilfsaktion teilgenommen. „Umso mehr schmerzt uns die Absage zu einem Zeitpunkt, wo schon fast alles organisiert war“, sagt Martina Lorenz. Für die Rektorin und die Mitglieder des Vereins ist die Hilfe für die Kinder zu einer Herzensangelegenheit geworden. Einmal im Jahr kommen 20 weißrussische Kinder nach Frauendorf, starten von dort Ausflüge nach Berlin, Dresden oder in die Sächsische Schweiz.

Kleines Polster für Hilfsaktion 2021

Doch es geht nicht allein um den Spaß. Während des Aufenthalts werden die kranken, immungeschwächten und armen weißrussischen Kinder ärztlich untersucht, Zahnärzte behandeln die Neun- bis Dreizehnjährigen kostenlos. Die Luftveränderung tut den Kindern gut, bei den Gasteltern aus Elbe-Elster und OSL werden sie liebevoll aufgepäppelt. Der Erholungsaufenthalt im Amt Ortrand macht die Mädchen und Jungen aus Weißrussland nicht gesund, wohl aber glücklich.

Für den Auftenhalt im Juni 2020 waren schon einige Geldspenden eingegangen. Kleinere und größere Beträge werden Jahr für Jahr von Sponsoren für den guten Zweck eingezahlt. Darunter sind Rentner aus Großkmehlen, viele kleine Handwerksbetriebe, aber auch größere Unternehmen bis hin zur BASF Schwarzheide. „Das Geld ist jetzt ein gutes Polster für die Hilfsaktion im nächsten Jahr“, sagt Martina Lorenz.

Mit der Absage aus Coronagründen wird die seit 1991 bestehende Hilfsaktion auf keinen Fall sterben. „Wir machen weiter, das haben wir den Kindern in Weißrussland versprochen“, bestätigt die Vereinsvorsitzende.