Ein Dutzend Storchenhorste sind Mitte April im Altkreis Senftenberg besetzt. Das ist einer mehr als vor zwölf Monaten. In den 1990er-Jahren waren es in der Region allerdings mehr als 20 Horste, erinnert sich der Lauchhammeraner Storchenvater Werner Blaschke.

Der erste Adebar wurde bereits am 9. März in Wormlage gesichtet, sagt die Großräschener Stadtsprecherin Kati Kiesel. Inzwischen ist auch der zweite Vogel in den Horst am Sallgaster Weg eingezogen. Immerhin ein Storch wohnt im benachbarten Saalhausen direkt oberhalb der viel befahrenen B 96. Und in Freienhufen unmittelbar neben dem Dorfteich ist nach Angaben von Anwohnerin Kerstin Meyer ein Paar heimisch geworden.

Stress in Grünewalder Storchennest

Am 18. und am 23. März trafen die Störche in Grünewalde bei Familie Bock ein. „Der erste kam so zeitig wie noch nie“, berichtet Ursula Bock, die über die Tiere seit 1975 Buch führt. Dessen Partnerin traf fünf Tage später ein. Allerdings gibt es einen Nebenbuhler. „Er greift das Paar manchmal an“, sagt Bock. „Hoffentlich nimmt das kein böses Ende“, hofft die Grünewalderin.

Auch im Landwirtschaftsbetrieb Benning in Lauchhammer sind die Adebare wieder da. Sie wohnen dort auf einem Turm am alten Milchviehstall, bestätigt das Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren dort zwei Jungvögel ausgeflogen.

Bei Familie Kupfer in Lindenau leben die Störche bereits seit dem Jahr 1957. Auch 2020 sind sie wieder da, sagt Rudolf Kupfer. Die Paarung sei erfolgt, jetzt rechnet der Landwirt mit der baldigen Eiablage.

Zweiter Horst steht jetzt in Kroppen

Auch in Kroppen haben sich die Rotstrümpfe eingestellt. Sie wohnen auf dem Horst neben der Bäckerei Meyer. Nach Angaben von Bürgermeister Reiner Krämer waren sie zur Monatswende März/April wieder vor Ort. Ein erst in den vergangenen Wochen installierter weiterer Horst am Frauendorfer Weg wurde indes noch nicht angenommen. „Wir hoffen da auf das nächste Jahr“, sagt Krämer.

Weitere Storchenpaare werden aus Jannowitz (alte Kartoffelsortieranlage), Hermsdorf (Ortsdurchfahrt), Grünewald (Baubedarf Lehmann), Schwarzbach (Bürgerhaus) und Biehlen (Ortsmitte) gemeldet. Indes setzt die anhaltende Trockenheit auch den Adebaren zu. Denn durch das fehlende Wasser sind Amphibien als wichtige Nahrung knapp. So müssen die Störche unter anderem mit Mäusen vorlieb nehmen, sagt Werner Blaschke.