100. und 102. Geburtstag in Senftenberg
: Club der Hundertjährigen in der Stadt wächst

Die Menschen in Senftenberg werden immer älter. Der Club der Hundertjährigen wächst. Im Juli 2024 gab es gleich zwei Jubilare, zwei weitere Geburtstage stehen an.
Von
Silke Wentingmann-Kovarik
Senftenberg
Jetzt in der App anhören
Zum 100. Geburtstag von Jutta Baer aus Hosena (Mitte) steht die ganze Familie stramm. Zur Gratulantenschar gehörten auch Ortsvorsteherin  Katrin Konczak (r.) und Bürgermeister Andreas Pfeiffer (l.).

Zum 100. Geburtstag von Jutta Baer aus Hosena (M.) steht die ganze Familie stramm. Zur Gratulantenschar gehören auch Ortsvorsteherin Katrin Konczak (r.) und Bürgermeister Andreas Pfeiffer (l.).

Andrea Budich/Stadt Senftenberg

Das Sedlitzer Festwochenende im Mai, der Peter-und-Paul-Markt Ende Juni, das Hafenfest Anfang August – in der Stadt Senftenberg und ihren Ortsteilen wird gut und gern miteinander gefeiert. Was im Großen gilt, trifft erst recht im kleineren Familienkreis zu.

Zwei besondere Feiern in Familien gab es jüngst in Brieske und Hosena. Die beiden Hauptpersonen kamen vor 100 Jahren auf die Welt und gehören damit dem Club der Hundertjährigen der Stadt Senftenberg an. Dieser ist damit innerhalb einer Woche auf sechs Seniorinnen angewachsen.

Zwei Jubiläen dieser Art in einer Woche – das hat Seltenheitswert. Übrigens auch im Kalender des Bürgermeisters der Stadt Senftenberg, Andrea Pfeiffer (CDU), wie Stadtsprecherin Andrea Budich mitteilt. Elisabeth Wedde aus Brieske und Jutta Baer aus Hosena – haben ihren 102. und 100. Geburtstag im Kreise ihrer Familien gefeiert und sich auch über die persönlichen Glückwünsche des Stadtoberhaupts gefreut.

Brieskerin ist mit 102 Jahren noch immer die Chefin

So unterschiedlich die Lebenswege von Elisabeth Wedde und Jutta Baer auch sind, eines haben die beiden Frauen aus Senftenbergs Ortsteilen gemeinsam: Zufriedenheit ist für sie eine Lebenseinstellung, immer am Ball bleiben und aufgeschlossen für Neues sein ebenfalls. Ihr Rezept fürs Altwerden verraten sie aber nicht.

Was macht ein schönes und langes Leben aus? Eine harmonische Familie, ein aktiver Freundeskreis und ein Job, für den man brennt. So einfach habe es Elisabeth Wedde aus Brieske auf den Punkt gebracht, berichtet Andrea Budich. In der Familie sei sie noch immer die Chefin, die den Laden zusammenhält, sagen die Nichten der Jubilarin. Sie sind zum 102. Geburtstag von Tante Lieschen extra aus Salzwedel angereist. Ein Sohn, der leider schon verstorben ist, die Schwiegertochter aus Chemnitz, zwei Enkel und vier Urenkel gehören zur Familie. Namen, Geburtstage, Jubiläen – Oma Lieschen würde nie etwas vergessen. Elisabeth Wedde ist in ihrer großen Wohnung mit herrlichem Blick über die Gartenstadt noch gut mit ihrem Rollator unterwegs. Was in Brieske passiert, wo gebaut wird, was sich am Markt tut – darüber wisse die 102-Jährige bestens Bescheid. Sie studiere täglich den Lokalteil der Heimatzeitung und freue sich riesig auf ausgiebige Spazierfahrten im Rollstuhl.

Besonders über die Glückwünsche ihrer ehemaligen Arbeitskollegen aus der Brikettfabrik Brieske habe sie sich sehr gefreut: „Die haben mich nicht vergessen“, ist die 102-Jährige über die Anrufe aus der Ferne zufrieden.

Oma Jutta aus Hosena hat gern das letzte Wort

Die magische 100 hat Jutta Baer aus Hosena erreicht. Sie wurde am Mittwoch (31. Juli) in den Club der Hundertjährigen aufgenommen. Mit ihr freuen sich bereits am Vormittag drei Kinder, zwei Enkel und vier Urenkel. Familie, gute Freunde und liebe Nachbarn – das sei das Wichtigste im Leben. Und: Immer in Bewegung bleiben und in der Familie gebraucht zu werden, das halte jung. Davon ist die Jubilarin überzeugt. Was in der grünen Oase rund um das schmucke Siedlungs-Häuschen grünt und blüht – Oma Jutta habe bei der Gartenabnahme noch immer das letzte Wort. Aus dem Fernsehen weiß sie, was in der Welt passiert; und beim Lösen von Kreuzworträtseln darf sie niemand stören. Mit dem Rollator ist sie in der Nachbarschaft noch gut unterwegs. Wenn es sein muss, kreuzt sie damit sogar auf der Baustelle des Enkels auf.

Dass Jutta Baer in Hosena fest verwurzelt ist, das zeigen die vielen Blumensträuße, die ihr zum Geburtstag in die Hand gedrückt werden. Als junge Frau habe sie den Kindergarten im „Hexenhäusel“ aufgebaut und später auf der „Hütte“ im Glaswerk gearbeitet. Erst im Büro, dann in der Verpackung. Später sei sie zu Hause geblieben, um den Männern im Familienbetrieb, der Bauschlosserei Baer, den Rücken freizuhalten.

„Herzlichen Glückwunsch“, heißt es aus dem Rathaus der Stadt Senftenberg. Fürs Altwerden stünden in der Seestadt die Aktien so gut wie nie zuvor. Noch vor fünf Jahren hatte der Club der Hundertjährigen in Senftenberg nur ein Mitglied. Aktuell gehören sechs Seniorinnen zum Club der Hundertjährigen. Die Älteste ist 104 Jahre alt. Im Laufe des Jahres soll es weiteren Zuwachs geben. Zwei weitere 100. Geburtstage stehen an.