Walpurgisnacht in Lübbenau: So wollen Hexen für mystische Momente im Hafen sorgen

In der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai steuern Hexen in einem Kahn den Großen Spreewaldhafen in Lübbenau an – auch in diesem Jahr.
Martin Schulz- Walpurgisnacht in Lübbenau: Hexen legen im Großen Spreewaldhafen an und starten ein Fest.
- Nach Sonnenuntergang nähert sich ein Kahn mit Hexen und einem Teufel – Fackeln sorgen für Mystik.
- Oberhexe Andrea Pursche erklärt Bräuche, es gibt Hexenfeuer, Tanz und Sorgenzettel für die Flammen.
- Showelemente umfassen Musik, Nebel, Glitzerstaub sowie kleine Kräuterkunde für das Publikum.
- Die Veranstaltung gilt als Auftakt für das Jahr im Hafen und folgt auf das Maibaumstellen in Lehde.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai wird in Lübbenau mit einem besonderen Fest begangen. Nach Sonnenuntergang wird es an diesem Tag mystisch im Großen Spreewaldhafen in Lübbenau. Aus Richtung Lehde kommend gleiten in der Abenddämmerung Hexen über das Wasser.
Gegen 21 Uhr wird sich auf der Hauptspree ein Kahn dem Hafen nähern, besetzt mit Hexen und einem Teufel. Im flackernden Schein von Fackeln zeichnen sich Hörner und Dreizack, spitze Hüte und Reisigbesen geheimnisvoll ab.
„Die Idee dieser Walpurgisnacht entstand vor über 20 Jahren“, erzählt Andrea Pursche, Vorsitzende des Vereins „Rubisko“, der wendische Trachten und Bräuche pflegt. „Angefangen hatte es im Schlosspark Lübbenau mit einem kleinen Feuer und einem wissenschaftlichen Vortrag über Hexen von Diplom-Ethnografin Christel Lehmann-Enders. Sie war damals Direktorin des Spreewald-Museums und auch unsere Vereinsvorsitzende. Unser Verein hat damals die Museumsarbeit unterstützt.“
Seit 20 Jahren Tradition: Walpurgisnacht in Lübbenau
Vor etwa 15 Jahren sei die Veranstaltung in den Großen Spreewaldhafen gewechselt. „Dafür überlegten wir uns ein neues Konzept. Wir haben Texte überarbeitet und für diese passende Musikstücke ausgewählt. Uns war wichtig, die Leute direkter anzusprechen und ihnen mehr Action zu geben. Es sollte eine heiter-mystische Atmosphäre entstehen. Bis heute ist das so.“
Wie Andrea Pursche erzählt, geht es nicht darum, Hexen als grundlegend böse Wesen darzustellen. „Die Walpurgisnacht wurde in Nord- und Mitteleuropa gefeiert, um mit dem Feuer den Frühling zu begrüßen und böse Geister zu vertreiben. Darauf bauen wir in Lübbenau auf.“

Oberhexe Andrea Pursche (li.) und Katrin Hanisch (re.), haben sich für die Walpurgisnacht in Lübbenau entsprechend verkleidet.
Felix KrauseUm die 15 Hexen vom Verein „Rubisko“ und dem Lübbenauer Karneval Club sitzen im Kahn, der sich bereits im Hafen befindet. Sie schweigen noch. Doch nicht mehr lang. Denn sobald die Hexen ihre Füße auf trockenen Boden gesetzt haben, ergreift die Oberhexe Andrea Pursche das Wort. Sie spricht über das Hexenbrennen als altslawisches Fest zur Begrüßung des jungen Frühlings und darüber, mit dem Feuer dunkle Mächte des Winters zu vertreiben. „Lassen wir neues Leben in unsere Herzen“, wird sie ausrufen, während das große Feuer mit einer Strohhexe auf der Spitze am Hafen knistert.
Darum kommen die Hexen mit dem Kahn zur Walpurgisnacht
Die Anfahrt mit dem Kahn sei für die Show sehr passend. „Damit wird der Fokus sofort auf die Hexen gelenkt. Zudem sorgt das Dahingleiten der Hexen über das Wasser im Fackelschein für eine zusätzliche mystische Atmosphäre und bringt die Besucher von Anfang an in die passende Stimmung. Nicht zuletzt bietet sich diese Ankunft im Kahn für Lübbenau als Stadt der Kahnfahrt mit dem traditionsreichen Hafen regelrecht an“, erklärt Andrea Pursche. Und es sei auch organisatorisch gut, denn die Hexen seien zuvor beim Maibaumstellen in Lehde mit dabei. „So können sie mit dem Kahn nach Lübbenau zurückkommen.“

Hexen tanzen während der Walpurgisnacht am Großen Spreewaldhafen in Lübbenau.
Martin SchulzMit dem Besen im Takt bewegen sich die Hexen um das Feuer am Großen Spreewaldhafen. Es erklingt Musik. „Dann ist es so weit und wir verteilen die Sorgenzettel“, sagt Andrea Pursche und erklärt: „Meine Hexen reichen leere Zettel und Stifte an Besucher weiter. Dort können sie all das, was sie belastet, aufschreiben, ihre Sorgen und Nöte. Diese Zettel sammeln wir wieder ein und werfen sie in die Flammen. Die Leute sind jedes Jahr begeistert, wenn sich ihre Sorgen gemeinsam mit unserer Strohhexe im Feuer in Luft auflösen.“
Wie Andrea Pursche erzählt, haben sie kleine, überraschende Elemente in ihre Show eingebaut – etwa goldenen Glitzerstaub, Nebeleffekte, süß-saure Gummischlangen und Gummibärchen. „Und natürlich Musik, die all das noch einmal ganz speziell unterlegt.“ Ebenso werde es eine kleine Kräuterkunde geben. Gundermann soll helfen, eine Hexe zu erkennen, wenn man ein Kränzchen dieser Pflanze auf einen Kopf setze. Johanniskraut soll gegen das Böse helfen. Schöllkraut gegen Warzen.
Walpurgisnacht in Lübbenau ist Auftakt für Veranstaltungsjahr
Wie Steffen Franke, Vorstandsvorsitzender der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau & Umgebung eG, auf Nachfrage erzählt, ist die Walpurgisnacht die Auftaktveranstaltung für das Veranstaltungsjahr im Großen Spreewaldhafen. „Es ist wie ein kleines Hafenfest, heiter und beschwingt. Mit dem Maibaumstellen in Lehde und dem Hexenfeuer im Hafen ist es eine schöne Veranstaltung – gerade an dem verlängerten Wochenende mit dem 1. Mai.“
Über das ganze Jahr hindurch gebe es ab dem Hafen viele Veranstaltungen mit dem Kahn, etwa die Theaterkahnfahrten, die Lichtnächte im Sommer und viele Sonderkahnfahrten zu anderen Festen. „Die Walpurgisnacht ist wichtig, denn dann wissen alle, dass es jetzt bei uns mit den Veranstaltungen richtig losgeht“, sagt Steffen Franke.

