Von Rüdiger Hofmann

„Fünf Sekunden. Das ist richtig stark“, ruft Camp-Leiter Robin Graupner von der „Fundacion Real Madrid Clinic“ zu einem der Jugendlichen herüber, der soeben den Dribble-Parcours durchlaufen ist. Er strahlt. Robin ist einer von drei Trainern, die von der Fußballschule der Königlichen aus Spanien mit 54 Kindern aus dem Fußballkreis Südbrandenburg, aber auch aus Dresden und Frankfurt (Oder) im Sommercamp trainieren. Eine Woche lang, auf dem Trainingsgelände des 1. SV Lok Calau.

Am Donnerstag steht der Tag des offenen Platzes auf dem Programm, wo auch Eltern und weitere Gäste ihre Schützlinge bei den Sporteinheiten beobachten dürfen. Die Autoschlangen um den Sportplatz herum sind lang, als hätte sich ein hochklassiger Bundesligist angekündigt.

„Calau ist ein besonderer Partnerverein für uns geworden“, sagt Robin. Man merkt richtiges Vereinsleben, eine regelrechte Aufbruchstimmung.“ Die Kinder hätten die ganze Woche über gut mitgemacht. „Sie haben schnell gemerkt, dass wir Respekt einfordern und dass Fußballspielen ohne Disziplin nicht geht“, so der Übungsleiter, der die Camps seit 2015 leitet und pro Saison mehr als 1000 Teilnehmer in 20 bis 25 Camps schult. Für das kommende Jahr ist ein weiteres Trainingslager mit der Fußballschule von Real und dem 1. SV Lok Calau bereits anvisiert.

Auch bei den zwei Hospitanten aus der hiesigen Region kommt die Arbeit mit dem Team von der „Fundacion Real Madrid Clinic“ sehr gut an. „Eine überragende Sache“, sagt Andre Lehnert. „Die Übungsleiter überzeugen mit großem Fachwissen und beim Umgang mit den Kindern. Wie Erzieher, menschlich und sozial.“ Für den eigenen Sportler- und Traineralltag nehmen sie einiges mit: Wo man die richtigen Schwerpunkte setzt, wie man auf unterschiedliche Herangehensweise an das Ziel kommt, und wie man am effektivsten auf den Nachwuchs einwirken kann.

„Und auch sonst hat das Camp alle Akteure zusammengeschweißt“, sagt Hospitant Christian Fischer. In Erinnerung bleiben Kopfballwettkämpfe, aber auch sogenannte „Powerschlaf“-Einheiten, bei denen die Kinder ihren Kopf auf die Arme legen sollten und mehrere Minuten keiner etwas sagen durfte. Hat sich doch einer gerührt, lief die Uhr wieder von vorn.

Der achtjährige Raphael-Dias Rudolph aus Calau hat die Woche komplett mitgewirkt. Seine Mutter ist Brasilianerin, da liegt es nahe, fußballtechnisch aktiv zu werden. „Mir hat die Einlaufmusik immer so toll gefallen, sagt Raphael-Dias. Damit meint er die offizielle Hymne von Real Madrid, die nun jeder nach der Woche im Ohr haben dürfte. „Er ist zwar noch sehr verspielt, aber es ist toll, wie er körperlich und geistig dieses Sportcamp angenommen hat“, sagt seine Mutter Revana Lidia Rudolph.

Und der Präsident vom 1. SV Lok Calau? „Ich bin überwältigt, wie viel Spaß die Kleinen hier haben“, sagt Torsten Schreiber. Von einigen Eltern habe er gehört, dass ihre Kinder in der Woche immer eine Stunde früher ins Bett gegangen sind. Ausgepowert. „Ein anderes Elternteil sagte mir, ihr Sohn hat sich jeden Morgen bereits um 7.30 Uhr das Trikot übergestreift und gefragt, wann es denn endlich losgehe.“ Die erste Trainingseinheit begann erst um zehn.