Die Calauer Stadtverordneten haben die Haushaltssatzung für 2020 in der Stadtverordnetenversammlung mehrstimmig beschlossen. Vorab war der Plan von Kämmerin Barbara Hollmichel mehrfach diskutiert und durch alle Ausschüsse gegangen. Hauptbotschaft: Die Zeiten überschüssiger Kassen sind vorbei, der Finanzbedarf steigt, und die Ertragsseite kann das nicht auffangen. „Stellt man die ordentlichen Erträge den ordentlichen Aufwendungen gegenüber, kommt es in den nächsten drei Jahren zu Fehlbeträgen“, sagt Hollmichel. Das hat mehrere Gründe: geringe Steigerungsraten bei den Steuereinnahmen, unzureichende Erhöhung der Schlüsselzuweisungen, um die gestiegenen Personalkosten und Sachaufwendungen zu begleichen (die Personalkosten betragen 44 Prozent der Gesamtaufwendungen), zudem reichen die Gesamtschlüsselzuweisungen nicht aus, um die Kreisumlage zu decken, teilt die Verwaltung mit.

Größter Zuschussbereich sind die Kitas

Der Zuschussbedarf in den Kitas bleibt konstant. „Das ist der größte Zuschussbereich und die Ursache dafür, dass der Haushalt seit zwei Jahren nicht ausgeglichen werden kann“, so die Kämmerin. Eine Kitabeitragsfreiheit ist noch unberücksichtigt. Und dennoch: der Fehlbetrag für 2020 werde aus der Rücklage gedeckt, so Hollmichel.

Beim Finanzhaushalt sind zur Abdeckung geplanter Investitionen neben der Kreditaufnahme in Höhe von 1,3 Millionen Euro Entnahmen in Höhe von 350 000 Euro aus dem Bankbestand erforderlich. „Ende 2020 werden voraussichtlich nur noch 329 000 Euro liquide Mittel zur Verfügung stehen“, sagt die Kämmerin.

4,8 Millionen Euro Investitionen

Im nächsten Jahr sind Investitionen in Höhe von insgesamt 4,8 Millionen Euro geplant, davon entfallen rund 3,8 Millionen Euro auf Baumaßnahmen. Die bedeutendsten Maßnahmen: Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges und die Erweiterung des Depots Calau, das Digitalpaket Schulen, die Innensanierung und Verschattungsanlagen an der Oberschule sowie die Sanierung der Filtertechnik im Freibad. Auch der Ausbau der Joachim-Gottschalk-Straße, der Neubau des Radweges von Calau nach Mlode und die Erneuerung des Teilabschnittes Saßleben/Kalkwitz seien vorgesehen. „Der Haushalt ist so aufgestellt, dass die liquiden Mittel mit einer Kreditaufnahme im Jahr 2020 und 2022 ausreichend sind, um alle geplanten Investitionen zu finanzieren“, so die Kämmerin.