(uhd) Dass an der Grundschule Missen (Ortsteil der Stadt Vetschau) die Uhren mitunter anders ticken, ist hinreichend bekannt. Bei einer Elternversammlung mit außergewöhnlichem Profil ist das erneut bestätigt worden.

Nach einem Informationsaustausch zwischen Eltern und Schule platzten unerwartet Polizei, Seeräuber, Hexen sowie Pippi Langstrumpf samt ihrem Affen „Herr Nilsson“ und ihrem Pferd „Kleiner Onkel“ in die Zusammenkunft. Obwohl, so unerwartet war der Besuch der Figuren, hinter denen Mädchen und Jungen der dritten Klasse der Lindengrundschule steckten, dann doch nicht.

„Die Kinder hatten die kleine Aufführung bereits im vergangenen Schuljahr einstudiert und diese unseren Abc-Schützen zur Einschulung vorgetragen. Auf vielfachen Wunsch ist das Stück noch einmal den Eltern gezeigt worden“, begründet Schulleiterin Petra Pietrus die nochmalige Aufführung. Welches Kind in welche Rolle schlüpft, wurde anhand eines Auswahlverfahrens ermittelt. „Jedes Kind musste sich für eine Rolle bewerben und sich anschließend einem Casting stellen“, so die Schulleiterin.

Annett Kleemann, Mutter einer der jungen Schauspielerinnen, sprach von „Begeisterung, die die jungen Theaterleute am Tag der Einschulung entfacht haben“. Nach den inzwischen verstrichenen Wochen ging es kürzlich noch einmal darum, Texte zu pauken, Szenen in Erinnerung zu rufen und sich in Windeseile zu kostümieren. Um allen Kindern gerecht zu werden, wurde die Klasse getrennt und das eingeübte Stück an zwei Elternabenden gezeigt.

Mit Beifallsorkanen quittierten die Eltern die beiden Vorführungen ihrer Sprösslinge, wie auch die Arbeit des Kollegiums von Schule und Hort, die für Drehbuch, Regie und Produktion verantwortlich zeichnen. Eine plausible Story wurde geschmiedet, bei der Pippi Langstrumpf lieber Baby oder Seefahrerin werden möchte, als in die Schule zu gehen. Würde da nicht das Brandenburgische Schulgesetz, Paragraf 36, Schulpflicht greifen, dem sich auch der aufgeweckte Rotschopf mit den markanten Zöpfen und Sommersprossen stellen musste.