Schneiderei in Calau: So heftig reagiert das Netz auf antisemitischen Facebook-Post

Vom Facebook-Account dieser Schneiderei aus Calau wurde ein antisemitischer Post abgesetzt. Der Inhaber bestreitet, diesen verfasst zu haben.
Daniel Preikschat- Ein antisemitischer Post auf der Facebook-Seite einer Schneiderei in Calau löst Empörung aus.
- Der Inhaber behauptet, der Account sei gehackt worden; viele User zweifeln daran.
- Der Antisemitismus-Beauftragte von Brandenburg rät, den Hack der Polizei zu melden.
- Ermittlungen wegen Volksverhetzung laufen.
- Negative Kommentare auf der Instagram-Seite der Schneiderei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der antisemitische Facebook-Post auf einem Facebook-Account Schneiderei aus Calau (Oberspreewald-Lausitz) sorgt im Netz weiter für empörte Reaktionen.
Auf dem Facebook-Account der Schneiderei von Mehmet Uyar war am Sonntag (15. Juni) folgender Post veröffentlicht worden. „Ab heute in meinem beinenbetrieb darf kein Jude eintreten nämlich wir wollen Frieden haben keine Krieg, deshalb jede Jude hat oder Israeli in meinem beidem Laden Hausverbot.“ Er ist mittlerweile gelöscht. Hier ein Screenshot:

Dieser Facebook-Post ist auf der Seite der Schneiderei aus Calau veröffentlicht worden. Mehmet Uyar bestreitet, diesen Post veröffentlicht zu haben und behauptet, seine Seite sei gehackt worden.
Screenshot Facebook Änderungsschneiderei Yörük / Tom BeegerMehmet Uyar erklärt, er habe diesen Post nicht verfasst. Irgendjemand habe seinen Facebook-Account gehackt.
Schneiderei in Calau: Meist negative Reaktionen in den sozialen Medien
Dazu gibt es nun viele Reaktionen im Netz und in den sozialen Medien. Viele formulieren deutlich, was sie von diesem Post halten. Dabei wird ein rauer Ton angeschlagen. Es mehren sich Zweifel, dass der Account wirklich gehackt wurde.
Ein User auf X (ehemals Twitter) mit dem Namen Paul Flocke macht sich darüber lustig, dass der Inhaber behauptet, er habe das nicht geschrieben. Nachdem er diese Behauptung zitiert, folgen zahlreiche Lachsmileys.
Levi Krasnitz formuliert bei X, wenn der Beitrag wirklich von den Betreibern stamme, habe die Integration auch sprachlich nicht funktioniert. Trotzdem gelte auch für diese Leute die Unschuldsvermutung.
Mehmet Tariverdi schreibt bei „X“, es sei eine ekelhafte, schmutzige und rassistische Aktion der Änderungsschneiderei Yürük in Brandenburg. Der Judenhasser müsse die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.
Karin Clemens äußert bei Facebook Zweifel an den Aussagen der Schneiderei. „Irgendjemand hat angeblich seine Seite gehackt.“
Reaktionen auch aus der Politik zum antisemitischen Post
Auch in der Politik ist das Thema mittlerweile angekommen. Sogar der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg, Andreas Büttner, hat sich dazu auf „X“ geäußert. Auch er hat offenbar Zweifel an Aussagen der Schneiderei. „Die Fachstelle und ich haben ihm einen Brief geschrieben. Er rief mich daraufhin an, um mir mitzuteilen, dass sein Konto gehackt worden sei und er in Kleinmachnow und Calau 60% jüdische Kunden habe.....hmmmm. Ich hab im angeraten, den Hack doch der Polizei zu melden“, so Andreas Büttner auf X.
Mehmet Uyar betreibt die Schneiderei in Calau. Sein Vater hat ebenfalls eine Schneiderei, aber diese ist in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). Beide sind bei Instagram.
Auf der Instagram-Seite der Schneiderei aus Calau gibt es mittlerweile negative Kommentierungen. Ein User mit dem Namen Vogelspinne77 (Karsten) schreibt dort, dass gegen diese Schneiderei wegen Volksverhetzung ermittelt werde.
Diese Behauptung stimmt. Die Pressesprecherin der Polizeidirektion West bestätigt die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Es gebe eine entsprechende Strafanzeige.

