Radfahren im Spreewald: Fahrrad startklar für den Frühling – Tipps vom Profi aus Lübbenau

Robert Lebeda (l.) und Peter Hnida vom Fahrradladen „Fahrrad Goyn“ in Lübbenau. Sie geben Tipps für den Frühjahrscheck.
Jana Semt- Peter Hnida von „Fahrrad Goyn“ in Lübbenau gibt Tipps zur Fahrradpflege nach dem Winter.
- Sichtkontrolle, Reinigung und Ölen sind erste Schritte; Reifen und Luftdruck prüfen, Bremsen testen.
- Beleuchtung und Dynamo überprüfen, bei Problemen Werkstatt aufsuchen.
- Jahrescheck empfohlen, Kosten: 40 Euro für normale Fahrräder, 60 Euro für E-Bikes.
- E-Räder aus dem Baumarkt sind schwer zu reparieren, Neukauf kann sich lohnen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Sonne scheint, ein laues Lüftchen weht und das erste Grün sprießt. Der Frühling ist da und weckt die Lust auf Ausflüge in die Umgebung. Im Spreewald geht das besonders gut mit dem Fahrrad.
Ein gut ausgebautes Radwegenetz schlängelt sich durch Lübbenau und das gesamte Biosphärenreservat. Doch wer seinen Drahtesel nach der Winterpause aus dem Keller oder der Garage holt, sollte nicht sofort losradeln. Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ gilt für Räder in besonderem Maße.
Fahrrad-Experten wie Peter Hnida vom Fachgeschäft „Fahrrad Goyn“ in Lübbenau empfehlen deshalb, das Bike vor der ersten Tour durchzuchecken. „Einiges davon kann man selber machen, für anderes ist der Gang in die Werkstatt die bessere Wahl“, sagt Hnida. Nicht aus Geldmacherei, wie er betont, sondern „weil die Räder technisch immer komplexer werden“.
Rad richtig pflegen – das rät „Fahrrad Goyn“ aus Lübbenau
Als ersten Schritt rät der Fahrrad-Profi aus Lübbenau zu einer Sichtkontrolle. Dazu das Fahrrad erst einmal gründlich von Schmutz befreien. Sind tiefe oder große Risse am Fahrradreifen zu erkennen? Hat er vielleicht sogar einen Platten? Gibt es Rost, beispielsweise am Kettenkranz? Sind die Bremsbeläge ausreichend dick? Gibt es Verformungen an Lenker, Gabel oder Sattel? „Nach der Reinigung gehört auf alle beweglichen Teile ein Tropfen Öl“, sagt Peter Hnida.
Dann wird der Reifendruck überprüft und, wenn nötig, die nötige Menge Luft aufgepumpt. Angegeben ist der richtige Wert in der Regel auf dem Reifen. Für Hnida ein ganz wichtiger Punkt bei der Fahrradpflege: „Ausreichend Luft macht das Radeln nicht nur deutlich leichter, sondern schützt auch das Material vor Verschleiß“, sagt er. Das sei gerade bei Elektrorädern häufig ein Problem: „Die Kunden merken nicht, dass sie quasi auf einem Platten fahren. Wenn es schwer geht, geben sie einfach mehr Gas – und kommen dann mit kaputten Reifen zu uns in die Werkstatt“.
Fahrrad-Check: Funktionieren Bremsen, Kette, Licht?
Anschließend werden die Bremsen überprüft. „Dazu ruhig mal ein paar Meter fahren und kräftig ziehen“, ermutigt der Experte. Schließlich wolle man ja nicht erst im Straßenverkehr feststellen, dass hier etwas nicht stimmt. Beide Bremshebel sollten leicht zu bewegen sein.
Dann ist die Kette an der Reihe: Sie wird ebenfalls grob von Schmutz befreit und dann von der Innenseite geölt. Überschüssiges Kettenfett wird mit einem trockenen Tuch abgenommen, damit später die Hosenbeine sauber bleiben.
Auch die Überprüfung der Beleuchtung und des Dynamos am Fahrrad gehört unbedingt in den Frühjahrs-Check. Alles sollte funktionieren und fest sitzen. Der Scheinwerfer ist so ausgerichtet, dass er entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht blendet, sondern die Fahrbahn ausleuchtet.
Experte vom Spreewald rät zur Fahrrad-Durchsicht einmal im Jahr
Wer hier oder an einer anderen Stelle Auffälligkeiten bemerkt, sollte unbedingt der nächsten Fahrradwerkstatt einen Besuch abstatten. Experte Peter Hnida empfiehlt das allen Normalfahrern einmal im Jahr, idealerweise zum Saisonstart im Frühling. Die regelmäßige Durchsicht spare „vor allem nach hinten raus viel Geld“, ist der Fachmann überzeugt. Einzelne Komponenten würden so einfach länger halten, das Rad insgesamt eine längere Lebensdauer haben. Gerade bei E-Bikes ist das entscheidend, da die Komponenten durch die Motorisierung stärker belastet werden, erklärt Hnida.
Der Fachhändler aus Lübbenau rät, mit dem Werkstattbesuch nicht zu lange zu warten: „Noch sieht es gut aus, aber je weiter wir in Richtung Ostern kommen, umso voller werden die Terminkalender. Unser Anspruch ist: morgens bringen, abends holen“. Eine vorherige Terminabsprache sei dennoch ratsam. Für ein normales Fahrrad startet der Preis für eine Durchsicht bei 40 Euro, für ein E-Bike bei 60 Euro. „Der Endpreis hängt davon ab, wie viel wir letztlich an dem Rad machen müssen“, so Peter Hnida.
Fahrrad-Reparatur zu teuer? Ein neues Rad kann sich lohnen
Seine Werkstatt ist grundsätzlich Typen-offen. „Schwierig wird es nur bei E-Rädern aus dem Baumarkt oder vom Discounter“, sagt er. „Die kommen von Herstellern aus Fernost, da haben wir weder die passenden Analysegeräte, um Fehlercodes auszulesen, noch kommen wir an die Ersatzteile ran. Es ist nicht so, dass wir nicht wollen. Wir können's einfach nicht reparieren.“
Wird eine Reparatur zu teuer, raten Peter Hnida und sein Team derzeit auch schon mal zum Neukauf. Denn die Preise für einzelne Modelle purzeln. „Bis zu 50 Prozent sind stellenweise kein Thema. Nach dem reißenden Absatz zu Corona-Zeiten gab es eine Überproduktion. Die Lager der Händler sind immer noch voll. Sie müssen abverkaufen werden, bevor die neue Saisonware kommt“, weiß der Fachmann aus der Spreewaldstadt.




