Die Themen Fachkräfte- und Ärztemangel sowie der steigende Pflegebedarf sind am Mittwochabend beim diesjährigen Neujahrsempfang der CDU Calau diskutiert worden. „Calau wird in der Ausstattung mit Ärzten große Probleme bekommen“, sagt Gerd Kasprick, Fraktionsvorsitzender der CDU Calau. „Hier müssen wir als Stadt Bedingungen schaffen, damit Calau für Ärztenachwuchs attraktiv wird.“ Auch die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger werde nicht einfacher. Arbeitskräfte fehlen und der Pflegebedarf werde weiter steigen.

Gastredner OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) bekräftigt diesen Trend: „Gab es in Calau 2010 noch rund 340 Pflegebedürftige, waren es 2019 schon 800.“ Heinze spricht von der Idee, künftig eine „Modellregion Pflege“ zu etablieren, gemeinsam mit den Landkreisen OSL, EE, SPN, LDS und der Stadt Cottbus. Auch Polen soll als wichtiger Partner helfen, kommen doch viele Arbeitskräfte vom unmittelbaren Nachbarn.

Mehr ausländische Fachkräfte im medizinischen Bereich

Die Kreisvorsitzende der CDU und Landtagsabgeordnete Roswitha Schier bestätigt: „Wir müssen mehr ausländische Fachkräfte in den medizinischen Bereich bekommen“, sagt sie. Dass in Brandenburg nie Mediziner ausgebildet wurden, sei ein Fehler gewesen, so Schier. „Wenn Brandenburger in Brandenburg Medizin studieren, könnten wir den Ärztemangel stoppen.“ So setzen Schier und Heinze große Hoffnung auf eine Medizinerausbildung in Cottbus.

Für 2020 steht in Calau unter anderem die Entwicklung des Bahnhofsprojektes an, da die Bahn 2022 den Bahnhof barrierefrei gestalten wird. „Deshalb müssen jetzt die Planungen für die Gestaltung des Bahnhofsumfelds auf den Weg gebracht werden“, sagt Gerd Kasprick. Auch werden 35000 Euro aus der Stadtkasse von Calau für den Bau des Aussichtsturms in die Nachbargemeinde Luckaitztal fließen. „Das macht nur Sinn, wenn wir verbindlich kommunalpolitisch enger mit dem Amt Altdöbern zusammenarbeiten“, so der Fraktionsvorsitzende.