Für Timo Lungwitz steht definitiv fest: „Ich werde einmal Berufsfeuerwehrmann.“ Das Herz des Zehnjährigen aus dem Calauer Ortsteil Zinnitz brennt für die Feuerwehr. Klar, dass der Grundschüler beim ersten Ausbildungs-Wochenende der Calauer Nachwuchsfeuerwehren nicht fehlen darf.

„Mit dem Aufstehen ging die Aufregung schon los. Sein Frühstück hatte er schon in seiner Uniformkleidung eingenommen, mit die er am liebsten auch in die Schule gehen würde“, erzählt Kathrin Lungwitz. So ganz unschuldig an der Feuerwehrleidenschaft ihres Sohnes ist sie nicht. Als Calauer Stadtjugendfeuerwehrwartin laufen bei ihr die Fäden der Jugendfeuerwehren aus Calau, Werchow, Saßleben, Gollmitz und Zinnitz zusammen.

Einige Teilnehmer sagen für die Calauer Feuerwehrschule ab

Auch wenn einige Fäden gerissen sind. „Aufgrund der Corona-Virus-Geschehnisse haben Katastrophenschutz und DRK ihre Teilnahme zurückgezogen. Das respektieren wir, waren anfangs selbst noch im Zweifel, ob wir die Aktion durchziehen sollen“, räumt Kathrin Lungwitz ein. Vom zuständigen Gesundheitsamt gab’s ebenso eine Zustimmung wie von Stadtverwaltung und Stadtwehrführung. Spontan erklärt sich der Ortsverband Senftenberg des Technischen Hilfswerkes (THW) bereit, mit einem zusätzlichen Einsatzfahrzeug anzureisen.

Altdöbern

„Ziel der Ausbildung ist es, bereits erlerntes Wissen zu festigen und das Miteinander zu fördern. In der Regel begegnen sich die Mädchen und Jungen nur in Schulen, in der Freizeit oder zu Feuerwehrwettbewerben“, erklärt Kathrin Lungwitz beim Rundgang mit Bürgermeister Werner Suchner und dem stellvertretenden Stadtwehrführer, Frank Fiedermann.

Diese zeigen sich vom Format und vom Stationsbetrieb überzeugt. „Eine solide Grundausbildung ist das A und O für das Ablegen der begehrten Leistungsspange der Jugendfeuerwehr. Es ist der erste Orden, den die Jugendlichen offiziell tragen dürfen“, so Fiedermann. Zwölf Betreuer der Feuerwehr und acht Gäste vom THW zeichnen fürs Vermitteln des Lernstoffes verantwortlich, den 40 Mädchen und Jungen intensiv aufsaugen.

Calauer Feuerwehrnachwuchs wird umfassend geschult

Unter ihnen Timo Lungwitz, der alles unwahrscheinlich spannend findet. Technikschulung an der THW-Flotte oder Fahrzeug- und Gerätekunde, die teilweise spielerisch vermittelt wird. Ein Feuerwehr-Memory am Einsatzfahrzeug macht es möglich. An der Station von Maurice Lüer nehmen die Zöglinge an einem Erste-Hilfe-Training teil. Beruflich als Krankenpfleger tätig verfügt der Ortsjugendfeuerwehrwart über das nötige Grundwissen, um dieses mit dem aufgeweckten Feuerwehrnachwuchs zu teilen.

Abgerundet wird das Ausbildungs-Wochenende mit sportlichen Aktivitäten, Disco, Komplett-Verpflegung durch Genusshandwerker der „Oase“ und einem Nachtlager. „Ein immenser Aufwand. Wir waren gerne bereit, für dieses Projekt den Schulhof, die Stadt- und die Sporthalle zur Verfügung zu stellen“, sagt Werner Suchner.

Ob es für dieses eine jährliche Fortsetzung gibt, soll nach der Auswertung bekannt gegeben werden. Ursprünglich fand im Spätsommer das vergleichbare Stadtjugendfeuerwehrlager statt, das aufgrund der anstehenden Feierlichkeiten vorverlegt und zum Ausbildungs-Wochenende umbenannt wurde. Nahezu alles, was in Calau eine Feuerwehruniform trägt, ist im Sommer mit den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten „150 Jahre Feuerwehr Calau“ beschäftigt.

Timo Lungwitz freut sich auf den Festtag, der am 12. September über die Bühne gehen soll, wie schon über die Stippvisite von Aribert Köbschull. Mit seinem Besuch des Ausbildungswochenendes brachte der Landesjugendfeuerwehrwart seine Wertschätzung für die Aktivitäten Calauer Nachwuchsfeuerwehrgilde zum Ausdruck.