Lesermeinung: Pädagogin hat nur Probleme benannt

An der Vorderseite soll die Werner-Seelenbinder-Grundschule Richtung Wohngebiet um zwei Außenanlagen erweitert werden. An den Hort soll sich ein Hofgarten, an die Mensa eine Terrasse anschließen.
Daniel PreikschatDer Leserbrief ist ein hervorragendes Beispiel zur aktuellen Diskussionskultur in Deutschland. Mit jeder Wortmeldung läuft man Gefahr, jemanden zu beleidigen, auszugrenzen oder irgendwie auf den Schlips zu treten.
Ihre Deutung der Aussage der Pädagogin („50 der 350 Kinder sind fremdsprachig, unter ihnen viele polnische Kinder die zu Hause mit ihren Eltern nicht deutsch sprechen“) als strukturellen Rassismus zu bewerten, zeigt, dass Sie die Aussage auch nicht richtig verstanden haben! Die Pädagogin verlangt in keinster Weise, dass die Kinder ihre Muttersprache verleugnen sollen. Sie macht auf zwei Punkte aufmerksam: In einer Klasse mit Kindern, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, ist guter Unterricht sehr schwer möglich. Die Pädagogin nennt die polnischen Kinder beispielhaft, sie spricht von 50 fremdsprachig geprägten Kindern. Man müsste also mehrsprachig znterrichten. Die „Forderung“, auch zu Hause deutsch zu sprechen, bedeutet nicht, die Heimatsprache zu verleugnen, sondern Deutsch zu üben. Davon würden auch die Eltern profitieren, die ja in Deutschland leben möchten.
Die Schulleiterin hat (...) nur auf Praxisprobleme hingewiesen, nicht mehr, nicht weniger. Um die Probleme zu lösen, müssten Lehrer mehrere Sprachen beherrschen und jedes Schulbuch mehrsprachig sein. Vollkommen praxisfremd. Wenn man für seine Problembenennungen sofort in eine bestimmte Ecke gedrängt wird, dann werden immer mehr Menschen ihre Meinungen nicht mehr äußern. (...) Schauen Sie mal nach bei Sarah Wagenknecht: „Die Selbstgerechten!“.
⇥Heinz Dubrau, Drebkau
