Von Rüdiger Hofmann

Der künftige neue Solarpark bei Vetschau nimmt langsam Gestalt an. Im jüngsten Wirtschafts- und Hauptausschuss wurde der neue „Planvorentwurf“ für das rund zwölf Hektar große Areal südlich des Bischdorfer Sees präsentiert. Die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage kann im Endausbau eine Gesamtleistung von bis zu 10 MW(p) aufweisen. Involviert sind das Planungsbüro Wolff aus Cottbus und das Vermessungsbüro Siegfried Minetzke aus Lübben.

Das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes wurde bereits mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 18. Mai 2017 begonnen. Nach zweieinhalb Jahren liegt der Planvorentwurf in der Fassung September 2019 vor. Die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, der Bürger und der Nachbargemeinden erfolgt in Form einer Offenlegung für die Dauer von 30 Tagen. „Vorgebrachte und zu berücksichtigende Hinweise, Anregungen oder Stellungnahmen von Bürgern können dann nach der Abwägung eingearbeitet werden“, heißt es aus der Beschlussbegründung. Zusätzlich werden sie in das Internet eingestellt. Darauf wird auch in der öffentlichen Bekanntmachung des Amtsblattes hingewiesen.

Das Plangebiet liegt etwa fünf Kilometer westlich der Stadt Vetschau, direkt südlich des Bischdorfer Sees zwischen den Siedlungen Bischdorf und Dubrau an der Gemarkungsgrenze zur Stadt Lübbenau im Vetschauer Ortsteil Raddusch. Im Plangebiet befinden sich zwei Windkraftanlagen, die im Mai 2014 genehmigt wurden. Westlich des Plangebietes verläuft in einer Entfernung von 1,5 Kilometern die L 55 durch die Ortslage Bischdorf.

Die Module sollen mittels eines Montagesystems für die reihenförmige Anordnung fest aufgeständert werden. Zusätzliche Fundamente sind für die Modultische nicht notwendig. Die Solar-Modultische werden in Ost-West-Ausrichtung mit einem Abstand von zwei bis fünf Metern errichtet.

Diskutiert wurde im Wirtschaftsausschuss über den Sinn weiterer Photovoltaikanlagen in und um Vetschau. „Ist es wirklich nötig, noch mehr Ackerfläche zuzubauen?“, fragt beispielsweise Chris Mielchen (WGO). Für ihn sei die Notwendigkeit eines solchen Solarparks nicht klar. Stefan Schön (Bündnis 90/Die Grünen) würde es für sinnvoll erachten, bestehende Flächen für Solaranlagen zu nutzen und „landwirtschaftliche Nutzfläche nicht zu versiegeln“. Hagen Banusch (CDU) empfiehlt, die Stadt Lübbenau zu involvieren, „weil das Vorhaben das Grenzgebiet zur Nachbargemeinde tangiert“. Das würde dann das Beteiligungsverfahren ergeben, heißt es in der Ausschusssitzung.

Eine Idee wurde zudem in die Runde geworfen, dass es möglicherweise sinnvoll sei, dass Weideschäfer ihre Tiere auf den Flächen halten könnten. „Der Investor sollte gefragt werden, ob die Anlage von der Bauart her so umgesetzt werden kann, dass eine Weidetierhaltung möglich ist“, sagt Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). Die Option soll nun an den Investor herangetragen werden. Nach jetzigem Stand werden die Flächen nicht versiegelt. „Die nicht versiegelten Flächen sind als Blühwiese beziehungsweise Extensiv-Grünland zu entwickeln und dauerhaft zu erhalten“, heißt es im B-Plan.

Ziel ist es nun, dass die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche dem Vorentwurf des Bebauungsplanes zustimmt. Die Sitzung findet am 24. Oktober um 18 Uhr im Bürgerhaus statt.