Kita in Lübbenau: Aktionstag Kitakollaps – so läuft der Protest

Protestplakat im Eingangsbereich der Kita Diesterweg in Lübbenau.
Daniel PreikschatBereits 15. Mai 2023 machten die Lübbenauer Rabatz, um auf die unhaltbaren Zustände in Kindertagesstätten hinzuweisen. Am landesweiten Protesttag gingen Kinder und Erzieherinnen der Kitas Diesterweg und Wichtel in der Lübbenau Neustadt, begleitet von Eltern und Stadtverordneten, für mehr Kita-Plätze und Fachkräfte sowie für eine bessere Ausbildungsvergütung auf die Straße. Der Ministerpräsident bekam Postkarten mit Statements der Kinder aus Lübbenau, da Bildung Chefsache sein sollte.
Diesmal planen die Lübbenauer am 15. Mai noch mehr Protestprogramm und stellen sich breiter auf. Um 15.15 Uhr startet der Protestzug erneut auf dem Parkplatz vor dem Rewe-Markt am Roten Platz. Diesmal aber sogar mit Kindern, Erziehern und Eltern aus vier Einrichtungen. Neben den Kitas Diesterweg und Wichtel in Lübbenau machen diesmal auch die AWO-Kitas Hörlitzer Straße aus Senftenberg und Sonnenkinder aus Lübben mit. Vertreter des Kreiselternrats und des Netzwerks Gesunde Kinder protestieren mit, ebenso erneut Stadtverordnete.
Wie Vivian Wüstemann von der Fachberatung Kita der AWO weiter informiert, steuert der Protestzug die Festwiese in der Güterbahnhofstraße an. Die Kinder legen den Weg in einer Fahrzeug-Rallye zurück. Vor dem Lübbenauer Fenster, einem Bücherregal-Graffiti auf der Betonrückseite eines Mosaikwandbilds, werden dann ab etwa 15.30 Uhr Kitaleiterinnen, Eltern und Azubis das Wort ergreifen, die Probleme schildern und Forderungen formulieren. Auch Sven Schenk, Leiter der Beruflichen Schule für Sozialwesen in Lübbenau, wird sprechen. Begrüßende Worte sprechen AWO-Geschäftsführer Wolfgang Luplow und Elisa Kaletta von der Fachbereichsleitung Kinder und Jugend.
Wie wichtig die AWO den Protesttag nimmt, zeigt auch der Aufwand, der getrieben wird, ihn anzukündigen. 30 Plakate wurden im Stadtgebiet in Lübbenau befestigt, außerdem Banner an den Kitas befestigt. Der Ort für die Kundgebung scheint mit Bedacht gewählt worden zu sein. Das Lübbenauer Fenster ist eine von Profis begleitete Arbeit von Schülern, mit der sie ihre Vorstellung von einer wünschenswerten Zukunft für Lübbenau visualisiert haben.
Das sagen Kita-Leiterinnen
Fachkräfte und Eltern halten an dem Mittwoch außerdem auf Moderationskarten schriftlich fest, wie einschränkend für sie die schlechten Bedingungen in den Einrichtungen sind und welche Folgen das für die Kinder hat. Die Karten werden im Anschluss an Bauzäunen befestigt, die nahe des Lübbenauer Fensters aufgestellt werden.
Conny Hipp und Anke Goldbach, die Leiterinnen der Kitas Wichtel und Diesterweg, hatten von kaum noch bewältigbaren Aufgaben aufgrund des Fachkräftemangels berichtet. Die Betreuungszeiten können mit dem zur Verfügung stehenden Personal nur noch so gerade abgesichert werden, teilweise müssen die Eltern Einschränkungen in Kauf nehmen. Die Teilnahme an Fortbildungen sei nicht möglich, die Leiterinnen müssen bei der Betreuung ständig einspringen und können Führungsaufgaben kaum wahrnehmen. Ein großes Manko und demotivierend für mögliche Berufsanfänger sei die schlechte Vergütung in der Ausbildung.
