Kahnfahren im Spreewald
: Rudelübergabe mit bunten Trachten in Leipe und Raddusch

Wenn Kahnfährleute geschmückte Rudel überreicht bekommen, startet die touristische Hauptsaison im Spreewald. So wird im Mai die Rudelübergabe in Leipe und Raddusch gefeiert.
Von
Stefan Staindl
Leipe
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Rudelübergabe in Leipe bei Lübbenau 2024

Mit einem Hafenfest wird in Leipe die traditionelle Rudelübergabe gefeiert. Marlene Jedro (re.), seit 55 Jahren wohnhaft in Leipe, wird mit ihrem Trachtenreigen vor Ort sein und das Fest erneut moderieren.

Stefan Staindl
  • Rudelübergabe markiert den Start der touristischen Hauptsaison im Spreewald.
  • Leipe: Fest am Naturhafen am Samstag, 2. Mai, mit Moderation durch Marlene Jedro.
  • Raddusch: Hafenfest mit Rudelübergabe am Samstag, 9. Mai – Trachtentänze und Programm.
  • Ab Leipe tägliche Kahnfahrten, feste Abfahrten 10.30 Uhr und 13 Uhr, weitere nach Absprache.
  • Ab Raddusch ab Mai feste Abfahrten 10.30 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr, Touren bis sieben Stunden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit der Rudelübergabe startet im Spreewald traditionell die touristische Hauptsaison. Das Rudel bezeichnet im Spreewald eine etwa vier Meter lange Schubstange aus Eschenholz, mit deren Hilfe die Kähne durch das Wasser gestakt werden.

Am Samstag, 2. Mai, erfolgt diese festliche Rudelübergabe am Naturhafen in Leipe (Stadt Lübbenau) sowie eine Woche später am Samstag, 9. Mai, im Naturhafen in Raddusch (Stadt Vetschau). Besucher sind zu beiden Rudelübergaben willkommen.

Der Fährmannsverein Leipe e.V. lädt am 2. Mai ab 11 Uhr zum Fest der Rudelübergabe ein. „Marlene Jedro wird wieder die Moderation übernehmen“, verrät Vereinsvorsitzender Georg Kreppel auf Nachfrage. Sie wohnt seit 55 Jahren in Leipe und ist hier eine Instanz im Ort. Gemeinsam mit ihrem bunten Trachtenreigen wird sie das geschmückte Rudel mittels Spreewaldkahn zum Naturhafen bringen.

Farbenfrohe Trachten bilden wieder Spalier zur Rudelübergabe

Frauen in farbenfrohen Trachten mit Tüchern, Hauben, Röcken und Schürzen stehen nach dem Anlegen für die Rudelübergabe Spalier. Georg Kreppel wird die lange geschmückte Schubstange für die Kahnfährleute entgegennehmen. Von ihnen gebe es derzeit sechs. Sie würden bereits seit Ostern aktiv sein und schon an den Wochenenden Kahntouren anbieten.

„Die Rudelübergabe ist unsere offizielle Eröffnung, verbunden mit einem kleinen Fest mit Blasmusik und Grillschwein, Kuchen und einer Hüpfburg für Kinder. Für uns Fährleute ist diese Rudelübergabe immer noch etwas Besonderes. Die Winterruhe ist damit vorbei“, erzählt Georg Kreppel. Der Kahnfährmann wird am 2. Mai auch Schnupperkahnfahrten für Hafenbesucher anbieten. Rund 30 Minuten gehe es dabei durch Leipe.

Schnupperkahnfahrt in Leipe während der Rudelübergabe 2024

Schnupperkahnfahrt in Leipe mit Kahnfährmann Georg Kreppel während der Rudelübergabe und dem Hafenfest zum 25-jährigen Hafenjubiläum im Jahr 2024.

Stefan Staindl

Nach der Rudelübergabe werde es ab dem Naturhafen Leipe wieder täglich Kahnfahrten geben. „Mit 10.30 Uhr und 13 Uhr bieten wir zwei feste Abfahrtszeiten an. Um diese Zeit ist immer ein Kahn vor Ort. Alle anderen Fahrten erfolgen nach Absprache“, sagt Georg Kreppel. Ab dem Naturhafen Leipe gibt es unterschiedliche Kahntouren – etwa die Leiper Rundfahrt zwischen einer und drei Stunden. Ebenso ist eine vier- bis fünfstündige Rundfahrt zum Dorf Lehde möglich sowie Abendfahrten.

Die meistgebuchte Kahntour ab Leipe sei die zweistündige Leiper Rundfahrt. Gefragt sei oft auch die Tagestour nach Lehde und dem Gasthaus „Wotschofska“. Im vergangenen Jahr sei der Tagestourismus am inzwischen 27-jährigen Leiper Naturhafen gut gewesen. Zudem gebe es viele Stammgäste, die immer wieder kämen.

Rudelübergabe in Raddusch während des Hafenfestes am 9. Mai

Eine weitere Rudelübergabe wird es am Samstag, 9. Mai, im Naturhafen Raddusch im Rahmen eines Hafenfestes geben. Detlef Mecke wird als Vorsitzender der Kahnfährgemeinschaft Raddusch e.V. ein geschmücktes Rudel überreicht bekommen. Ebenfalls aus den Händen einer Spreewälderin in Tracht.

Hafenfest mit Rudelübergabe in Raddusch mit Heimat- und Trachtenverein Raddusch

Während des Hafenfestes in Raddusch zeigt der Heimat- und Trachtenverein vor der Rudelübergabe traditionelle Tänze und gelebtes Brauchtum.

Peter Becker

„Das Hafenfest wird erneut vom Heimat- und Trachtenverein unterstützt. Die Mitglieder zeigen traditionelle Trachtentänze und informieren über lebendige Brauchtumspflege. Anschließend erfolgt die Übergabe des Rudels“, erzählt Detlef Mecke auf Nachfrage. Mit einem Programm dabei sei erneut die Kita „Marjana Domaškojc“ aus Raddusch. Das zeige sie gleich nach der Eröffnung des Hafenfestes um 14 Uhr. Für gute Musik sorgen später die Limberger Blasmusikanten und DJ Lutz.

Naturhafen Raddusch bietet eine einzigartige Kulisse

Das Hafenfest mit dem symbolischen Akt der Rudelübergabe stehe laut Detlef Mecke für den Erhalt regionaler Traditionen und die enge Verbundenheit der Vereine im Ort. „Diese regionalen Traditionen, verbunden mit der einzigartigen Kulisse des Naturhafens, lassen das Hafenfest in Raddusch zu einem besonderen Erlebnis werden.“ Für Kaffee und Kuchen sorgen dabei die Männer und Frauen der Kahnfährgemeinschaft Raddusch. Die Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins bieten Plinse an. Zudem gebe es Gegrilltes, Getränke und für Kinder eine Hüpfburg.

Detlef Mecke von der Kahnfährgemeinschaft Raddusch e.V. erhält ein geschmücktes Rudel zur Saisoneröffnung während des Hafenfestes in Raddusch 2025

Detlef Mecke von der Kahnfährgemeinschaft Raddusch e.V. erhält als Vereinsvorsitzender ein Rudel zur Saisoneröffnung während des Hafenfestes in Raddusch 2025.

Peter Becker

Derzeit liegt laut Detlef Mecke täglich ein Kahn im Hafen und bietet Kahnfahrten an. Ab Mai seien es drei feste Abfahrtszeiten: 10.30 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr. Ab Raddusch seien Kahnfahrten bis drei Stunden, bis sieben Stunden und länger möglich. Eine Tour geht etwa zur Kahnfahrt zur Dubkow-Mühle nach Leipe, andere nach Burg oder Lehde. In der Kahnfährgemeinschaft Raddusch e.V. gebe es derzeit zehn aktive Fährleute.