Infrarotheizung: Lohnt sich der Kauf? Das sagt eine Expertin aus Lübbenau

Ein Infrarotheizungspanel lässt sich überall im Raum auftstellen und liefert zusätzliche Wärme. Aber sie kostet auch zusätzlich Strom. Rechnet sich das? Eine Energieberaterin aus Lübbenau gibt Antworten.
PhotoSG/stock.adobe.com- Infrarotheizungen werden 2025 rund um Black Friday zu Schnäppchenpreisen angeboten.
- Sie ergänzen bestehende Heizungen, sind aber nur bei gut gedämmten Gebäuden sinnvoll.
- Infrarotheizungen strahlen Wärme direkt an Menschen und Oberflächen ab, nicht an die Raumluft.
- Stromverbrauch variiert stark – bei Dauerbetrieb droht hoher Verbrauch.
- Vor dem Kauf wird eine unabhängige Beratung, z. B. bei der Verbraucherzentrale, empfohlen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zu Hause gibt es häufig einen Platz, an dem es trotz aufgedrehter Zimmerheizung nie warm genug ist. Dieses Problem ist typisch für konventionelle Heizsysteme, die vor allem die Raumluft erwärmen.
Um dieses Problem zu umgehen, nutzen viele eine zusätzliche, meist elektrische Heizung, die das bestehende System ergänzt. Aber wie sinnvoll ist das Zuheizen mit Strom – kurzfristig und langfristig?
In Eigenheimen und Wohnungen kommen immer öfter Infrarotheizungen zum Einsatz. Sie funktionieren anders als herkömmliche Heizungen, indem sich nicht die Luft erwärmen, sondern über elektromagnetische Wellen die Wärme direkt an Menschen und Oberflächen abstrahlen. Deshalb werden sie auch Direktheizungen genannt.
Als Zusatzheizungen sind sie aber nur bedingt sinnvoll und notwendig. Denn: Sie gleichen größtenteils nur Fehler oder Reparaturbedarf bestehender Heizungen aus.
Infrarotheizung als Ergänzung zu bestehender Heizung
„Wenn eine traditionelle Heizung nicht genug Wärme in den Raum bringt, ist diese entweder nicht richtig dimensioniert oder nicht hydraulisch abgeglichen“, erläutert Energieberaterin Antje Springer aus Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). „Die Wärmeverteilung funktioniert durch die Konvektion bei Heizkörpern stabiler als bei einer Infrarotheizung“, so die Expertin aus dem Spreewald. Konvektion bezeichnet das Aufsteigen der durch den Heizkörper erwärmten Luft, die sich oben im Raum verteilt und dort abkühlt, nach unten sinkt und dort erneut durch den Heizkörper erwärmt wird.
Durch die Infrarotstrahlung werden Gegenstände erwärmt, welche diese Strahlung in Wärme umwandeln und an den Raum abgegeben. Dieser Heizungstyp wird mit Strom betrieben. Zum Anschluss ist lediglich eine Steckdose nötig.
Infrarotheizung ist in sehr gut gedämmten Gebäuden oder zur kurzzeitigen Erwärmung zum Beispiel an Arbeitsplätzen sinnvoll, weiß die Energieberaterin aus Lübbenau.
„Ähnlich wie bei der Sonneneinstrahlung, stellt sich fast unmittelbar ein angenehmes Wärmegefühl ein“, sagt Antje Springer. Anders als bei normalen Heizkörpern entsteht – und bleibt – die Wärme aber dort, wo die Strahlen auftreffen. Die umgebende Raumluft wird durch die Heizung nicht erwärmt. Die Infrarotheizung ist im Regelfall eher als Ergänzung zu einer konventionellen Heizungsanlage zu sehen, meint die Expertin aus dem Spreewald. Infrarotheizungen gibt es zum Beispiel in Form von Paneelen als Wandaufhängung, aber auch zum Aufstellen.
Günstig heizen mit Infrarot nur bei zeitweisem Einsatz
Wie sieht es nun mit dem Stromverbrauch einer Infrarotheizung aus? Je nach Anlagengröße reicht der Kilowattverbrauch pro Stunde durchschnittlich von etwa 0,5 Kilowattstunden bei kleineren Modellen bis hin zu zwei Kilowattstunden bei größeren Heizkörpern.
„Ob sich mit einer Infrarotheizung beim Energieverbrauch sparen lässt, hängt natürlich zuallererst vom Nutzungsverhalten ab“, sagt Antje Springer. Wer in gut isolierten Räumen einen ganz bestimmten Bereich warmhalten will, wie zum Beispiel die Sitzecke im Wohnzimmer oder den Platz am Schreibtisch, kann sparen, wenn dadurch die bestehende Gas- oder Ölheizung weniger oft betrieben wird. Läuft eine Infrarotheizung allerdings ununterbrochen, wird sie zum Stromfresser.
Vor dem Kauf unbedingt unabhängig beraten lassen
Wer sich für eine Infrarotheizung interessiert, sollte sich vor dem Kauf unabhängig beraten lassen, empfiehlt die Energieberaterin aus Lübbenau.
Rund um das Thema Heizungsanlagen und Energiesparen im Haushalt können sich Interessenten bei der Verbraucherzentrale in einem Erstgespräch telefonisch beraten lassen. Dieser Service ist kostenfrei.
Die kostenfreie Beratung steht von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung und ist unter der Telefonnummer 0800 809 802 400 zu erreichen.

