(uhd) Unabhängig aktueller straßenverkehrstechnischer Vorhaben an der Bundesstraße 169, wie das eingeschränkte Lkw-Fahrverbot, sehen Neupetershainer in einer Sache weiteren Handlungsbedarf: ein Fußgängerüberweg in der Ortslage Neupetershain-Nord.

Anwohner stöhnen über die Situation ohne Überweg, die insbesondere Kinder und Senioren überfordert. Gemeindevertreter Karin Pufe und Andreas Jung (beide Bündnis 90/Die Grünen) haben nun einen Antrag für mehr Verkehrssicherheit an diesem Straßenabschnitt eingereicht. „Die stetige Zunahme des allgemeinen Verkehrs trägt dazu bei, dass die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer beim bislang ungeschützten Überqueren dieser Straße, nicht mehr ausreichend gewährleistet ist“, heißt es in dem Antrag, der der RUNDSCHAU vorliegt.

Wie Karin Pufe und Andreas Jung mitteilen, bilde die B 169 eine Ortsdurchfahrt, welche die Ortslage Neupetershain-Nord nahezu mittig durchtrennt. „Das heißt, Fußgänger und Radfahrer, die jeweils in die andere Ortshälfte wechseln, müssen diese stark frequentierte Bundesstraße überqueren. Sei es, um auf den Friedhof, an die Bushaltestelle oder den Briefkasten zu gelangen, aber auch entgegengesetzt, zur Kirche, zu den öffentlichen Aushängen, zur anderen Haltestelle oder an die flexiblen Verkaufswagen (Bäcker, Fleischer)“, begründen sie.

Um den Konflikt zu lösen, wünschen sich Betroffene einen Fußgängerüberweg mit einer Bedarfsampel. Vor einer beabsichtigten Überquerung der Straße könne diese dann aktiviert werden. Bei einem Vor-Ort-Treffen mit Bürgermeisterin Marita Theile ist die Situation erläutert worden, die sich durch den neu gestalteten Spielplatz nochmals verschärft hat. „Wir sprechen hier über Kinder“, mahnte Andreas Jung an. Marita Theile zeigt Verständnis für die Aktion, drückt aber vorsichtig auf die Euphorie-Bremse. „Ein früherer Antrag auf einen Fußgängerüberweg ist seinerzeit von den Behörden abgelehnt worden“, so das Gemeindeoberhaupt.

Gleichwohl hätten die Neupetershainer inzwischen einen Trumpf in der Hand: Die erst vor wenigen Jahren an der B 169 errichtete Bedarfsampel im Nachbardorf Lindchen (Gemeinde Neu-Seeland). Dort standen Einwohner vor dem selben Problem wie die Neupetershainer. Auch, wenn durch das Lkw-Fahrverbot eine Verkehrsberuhigung eintreten sollte, sehen Dorfbewohner zwingenden Handlungsbedarf. In ihren Augen sei trotz eines Tempo-30-Limits für Lkw eine erhoffte Verkehrsberuhigung nie eingetreten, da sich nur wenige Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.

Sollte der Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion bei den Neupetershainer Gemeindevertretern Zustimmung finden, würde dies gleichzeitig den Auftrag an die Altdöberner Amtsverwaltung auslösen, die entsprechende Straßenverkehrsbehörde zu kontaktieren.