Was tun, wenn ein Elektro-Auto lichterloh in Flammen steht? Mit Wasser oder Schaum löschen? Und besteht die Gefahr, dass die Lithium-Ionen-Akkus explodieren? Antworten auf diese und andere Fragen erhielten Teilnehmer der Zugausbildung am vergangenen Samstag im Calauer Ortsteil Mallenchen. „Ortswehrführer Manuel Zech hatte Kontakte zum Cottbuser Autohaus Schulze hergestellt, das mit Sebastian Anders einen kompetenten Mitarbeiter entsandte“, teilte Ausbilder Frank Fiedermann zum Zustandekommen der Lehrstunde mit.

Autoverkäufer Anders, selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr (Kiekebusch), reiste mit einem Elektroauto der Marke Audi an, mit einem Laptop und Videoaufnahmen, die zum Nachdenken anregten. „Die Zahl der E-Autos nimmt von Jahr zu Jahr zu. Bezüglich Information zum richtigen Verhalten nach Verkehrsunfällen besteht jedoch noch Nachholbedarf“, betonte Anders.

Schon 50 Volt können lebensgefährlich sein

Spannungen um die 600 Volt seien keine Seltenheit, wo doch schon 50 Volt lebensgefährlich sein können. Gilt es etwa eine verletzte Person aus einem Autowrack zu befreien, sollten Feuerwehrleute schon wissen, wo sie Schere oder Spreize ansetzen.

Ausreichend Aufmerksamkeit sollte den Akkus gewidmet werden. „Wie von Handys oder E-Bikes bekannt, können defekte Akkus auch noch mehrere Tage später Brände entwickeln“, sagt der Cottbuser Skoda-Autoverkäufer und empfiehlt „anhaltende und ausreichende Kühlung“. Löschwasser sei ein probates Mittel, was er anhand von Filmen veranschaulichte.

E-Autos sind kein „Voodoo-Zauber“

Bei der Feuerwehr in Delmenhorst ist inzwischen ein wasserdichter Container mit der Bezeichnung „Red Boxx“ entwickelt worden, auf dem defekte E-Autos verladen werden. Anschließend werden die Pkws bis oberhalb der Batterie mit Wasser abgedeckt. Kostenpunkt für das Basismodell: 30  000 Euro.

Der aus Funk und Fernsehen bekannte „Auto-Papst“ Andreas Kessler sieht in E-Autos jedoch keinen Voodoo-Zauber. In Elektroautos dürfe man sich genauso sicher fühlen wie in Dieselfahrzeugen oder Benzinern, sagt er. Die Teilnehmer der Zugausbildung zeigten sich von den Ausführungen beeindruckt. Im weiteren Stationsbetrieb gab es Schulungen zum Verhalten bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen sowie zum Thema Funktechnik und Kommunikation bei Einsätzen.