Von Daniel Preikschat

Franziska Brandt kommt hinter ihrem Stand vor und hat die beiden Schülerinnen mit zwei, drei schnellen Schritten erreicht. Ein kurzes Gespräch, Flyer werden ausgehändigt, dann geht die Ausbildungsbeauftragte der Spreewald Therme GmbH wieder zurück zum Stand mit dem Info-Material. In der Otto-Grotewohl-Turnhalle in der Lübbenauer Neustadt präsentieren sich noch rund 50 weitere Unternehmen der verschiedensten Branchen sowie auch Schulen, Akademien und Universitäten. Zwischen 10 Uhr und 14 Uhr werden an diesem Mittwoch 650 bis 700 Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zwölf durchspaziert sein – und danach einen Schritt weiter sein bei der Suche nach einem für sie geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatz.

Zumindest hofft das Marian Siebert von der Lübbenauer Stadtverwaltung. Der Ausbildungsverantwortliche hat zusammen mit zwei Verwaltungsfachangestellten-Azubis die nunmehr 16. Ausbildungs- und Studienbörse in der Spreewaldstadt organisiert. Er blickt über die Reihen der Stände und sagt: „Die meisten Aussteller waren schon in den Vorjahren dabei.“ Ein paar Newcomer seien aber dazugekommen. Zum Beispiel die Burger Therme. Franziska Brandt, die so beherzt und freundlich auf die Schüler zugeht, sieht in der Lübbenauer Börse eine gute Gelegenheit zur Kontaktaufnahme. Auch die Burger suchen Fachkräftenachwuchs. Warum nicht in Lübbenau, so Franziska Brandt: „Schließlich sind wir ein Spreewälder Unternehmen.“ In der Region einen attraktiven Ausbildungsplatz zu bekommen, sei vielen jungen Leuten wichtig. Koch, Hotel- und Restaurantfachfrau oder -mann könne man in Burg lernen. Klar, die Azubis müssten auch gern mit Menschen arbeiten wollen und kontaktfreudig sein. Sonst habe das wenig Sinn in einem Tourismusbetrieb.

Das bestätigt auch Luisa Kopsch vom Nachbarstand der Lübbenauer Spreewelten GmbH. Die Azubi-Beauftragte und Marketing-Fachfrau hat an ihrer Seite die Auszubildende Vivien Oswald. Erst seit August lernt die junge Lübbenerin in der Nachbarstadt Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Auch Hotelfachfrauen und -männer, Fachangestellte für den Bäderbetrieb, Köche und Restaurantfachleute bilden die Spreewelten aus. In den fünf Ausbildungsberufen werden immer zehn Azubis begleitet, so Lusia Kopsch. Den Nachbarstand der Burger sieht sie heute nicht als Konkurrenz. Jeder spreche doch eine andere Zielgruppe an.

Die Stände nach Branche in der Sporthalle anzuordnen, sieht Marian Siebert als Orientierungshilfe für die Schüler an. Beispielsweise wurden auch die Stände von Kliniken, Krankenhaus und MZL in Lübbenau zusammengelegt oder die von Leag, WAC, Emis Electrics und Buchan­electric. Neu sei auch das Glücksrad am Stand der Lübbenauer Stadtverwaltung. Zu gewinnen gibt es Schnuppertage in verschiedenen Unternehmen in den Herbstferien, Gutscheine und Smartphonehalter.

Derzeit überlege man, so Siebert, im kommenden Jahr die 17. Ausbildungs- und Studienbörse an einem Samstag zu veranstalten. „Dann könnten die Eltern mitkommen.“ Auf jeden Fall festhalten wolle man an der Otto-Grotewohl-Turnhalle, die zentral liegt und groß genug ist.

Ebenfalls eine Konstante ist die Kooperation der Nachbarstädte. Die Schüler kommen aus sechs weiterführenden Schulen in Lübbenau, Calau, Vetschau und Lübben. Auch ein großer Teil der Unternehmen, Behörden und Verbände sind in diesen Städten ansässig. Und die jeweiligen Bürgermeister wechseln sich Jahr für Jahr ab mit der Eröffnungsrede. Nach Werner Suchner für Calau im Vorjahr hielt diesmal Gerald Lehmann aus Luckau die Eröffnungsrede. Sie müssten gar nicht in die Ferne schweifen, sagte er den Schülern. Biete doch die Region viele Möglichkeiten für einen guten Start ins Berufsleben. Angesichts der vielen Aussteller in der Halle, war das wohl nicht zu viel gesagt.