Von Daniel Preikschat

Die Lübbenauerin Birgit Kloas ist Kinderkrankenschwester im Luckauer Krankenhaus, seit dem ersten Augustwochenende außerdem Dritte in der Altersklasse Ü 50 beim Ischgl Ironbike. Wenn auch nur in der Kategorie „Light Marathon“, wie sie bescheiden hinzufügt. Andererseits: Als Flachländerin mit dem Mountainbike in den Alpen 800 Höhenmeter auf 28 Kilometer Strecke überwunden zu haben, das muss ihr im Spreewald auch erstmal jemand nachmachen.

Nein, die Freizeitradlerin ist zu Recht sichtlich stolz, als sie in der RUNDSCHAU-Redaktion von ihrem Erfolg berichtet. Und sie weiß, dass sie diese gute Platzierung ein wenig auch Marko Vogl und Raik Baum, beide ebenfalls aus Lübbenau, zu verdanken hat. Die beiden Sportkameraden, Fahrradhändler der eine, Fitnesstrainer der andere, fahren seit nun schon zehn Jahren nach Ischgl. Der Mountainbike-Marathon dort gilt als der härteste in Europa und ist mit 40 000 Euro Preisgeld am höchsten dotiert.

„Das erste Mal“, erinnert sich Marko Vogl, „haben wir nur den Profis zugeguckt und sind mit dem Rad ein bisschen rumgefahren.“ Das zweite Mal war das auch noch so. Das dritte Mal dann wollten es Vogl und Baum wissen – und fuhren mit. Zunächst sogar in der Kategorie „Medium“. Nunmehr jedoch, man werde ja auch nicht jünger, sagt Raik Baum ganz ehrlich, seien sie in der Kategorie light unterwegs gewesen. Man habe sich gefreut im hinteren Drittel des Teilnehmerfeldes ins Ziels gekommen zu sein. Hauptsache überhaupt ins Ziel kommen, Hauptsache dabei sein.

Der durchschnittliche Freizeitradler dürfte es wohl schwer haben, mit Birgit Kloas, Marko Vogl oder Raik Baum mitzuhalten. Vogl berichtet von 80 bis 90 Kilometer langen Touren, die über den 144 Meter hohen Wehlaberg bei Krausnick führen oder durch die Calauer Schweiz. Höhere Erhebungen könne man in der Region nun mal nicht erklimmen mit dem Rad. Um in Ischgl in 1600 Meter Höhe durchzuhalten, helfe es aber auch, vorher im Fitness-Studio mit Raik Baum gewisse Muskelgruppen zusätzlich zu trainieren.

Dennoch: „Vor Anstrengung sind mir schon die Tränen gekommen dort oben“, erzählt Vogl, der für die Lübbenauer auch wertvolle Mechanikerdienste leistet. Fast 20 Prozent Steigung auf einer Geröllpiste, das sei schon heftig. Wenn man es dann aber geschafft hat, würden einen Glücksgefühle durchströmen, sagt auch Birgit Kloas, die für ihren Platz 3 zudem 100 Euro Preisgeld bekommen hat.

Der Spaß an der Sache, der auch mit dem guten Teilnahmegebühr-Leistungsverhältnis zu tun hat, hat sich in Lübbenau rumgesprochen. In diesem Jahr fuhr bereits eine 13-köpfige Mountainbike-Reisegruppe aus der Spreewaldstadt nach Tirol. Sechs Starter und sieben Unterstützer. Wobei Raik Baum beeindruckt, wie in dem Urlaubsort ein sportliches Großereignis mit internationalem Starterfeld von Jahr zu Jahr touristisch immer besser vermarktet wird. Die verschiedenen Streckenangebote bedienen Freizeitradler und Profis gleichermaßen. Immer mehr Hotels und gastronomische Einrichtungen würden sich beteiligen mit Preisvorteilen und besonderen Angeboten für die mehr als 1000 Teilnehmer, die ja fast alle auch Angehörige und Freunde mitbringen. Groß etwas lernen davon aber müssten die Spreewälder Touristiker wohl nicht, wie Raik Baum einschätzt. „Der Spreewaldmarathon bei uns funktioniert so ähnlich.“