Von Simone Brüggemann-Riemer

Zum wiederholten Mal ist die Lübbenauer Familie Brüggemann-Riemer in fernen Ländern der Erde unterwegs. Zuletzt machte das Paar eine Fahrradtour durch den Senegal. Die Malerin Simone Brüggemann-Riemer schildert ihre Erlebnisse:

„Nach unserer letzten Reise durch den Senegal im Dezember 2018 wollten wir noch mehr von Land und Leuten kennen lernen, und so flogen wir wieder in den Westen von Afrika zu unserem Freund Ibrahima nach Dakar. Bei ihm konnten wir die gebraucht gekauften Mountainbikes solange unterstellen. Dieses Mal lernten wir auch seine Frau und die beiden Kinder kennen, die in Gambia leben und auf Besuch waren. (...)

Unseren ersten Stopp machten wir bei Khali, einem Künstler aus Sally Portudal. Wir waren begeistert von seinem Malstil, einer Mischung aus Tradition und Moderne. Auf seiner Gitarre spielend, sang er uns ein Lied in seiner Sprache, Wolof, vor. Sein kleines Zimmer dient zum Schlafen, Malen und Musik machen. Kurz vor der Grenze zu Gambia wurden wir von Tom, einem Trommler, eingeladen, dabei zu sein, wenn die Frauen zu Trommelklängen ihre traditionellen Tänze verschiedener ethnischen Gruppen aufführen. In solchen Momenten sind wir überglücklich und sprachlos. (...)

Um in den Süden von Senegal und in die Casamance zu kommen, fuhren wir durch das kleine Land Gambia. Hier durften wir in einem Dorf unser Zelt aufschlagen, wo Ziegen und Hühner leben. Die Familie war sehr herzlich, und wir bekamen einen Einblick in ihr hartes Leben. Die meisten Dörfer im Norden Gambias haben keinen Strom, und das Wasser wird vom Dorfbrunnen geholt. Wir waren bei der Familie zum Abendessen eingeladen. Mit der linken Hand hielten wir die Taschenlampe und mit der rechten Hand aßen wir alle aus einer Schüssel. (...)

Im Süden Gambias angekommen, entdeckten wir ein Camp, das von den Dorfbewohnern betrieben wird. Hier blieben wir zwei Tage, denn wir erfuhren, dass die Grenze zum Senegal geschlossen ist. Ein neuer Präsident wird gewählt und man hat Angst vor Unruhen.

Den zweiten Tag nutzten wir dafür, mein Rad in eine Werkstatt zu bringen, Teile mussten ersetzt werden. (...) Am Nachmittag nähte ich auf einer alten Nähmaschine für die Tochter der Köchin einen Wickelrock mit Oberteil. (...) Im Dorf lebt auch eine Holländerin, Annelies. Ich besuchte sie in ihren zwei kleinen Rundhütten. In einer lebt sie, das andere Häuschen ist ein Spielzimmer für die Kinder des kleinen Dorfes. Sie nennt es „Happy Kunda“.

Weiter ging es durch die Casamance, wo vorwiegend die Mandingas leben. Das Gebiet ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt und ein sehr fruchtbarer Landstrich. Regenwald trifft Reisfelder. Uns fiel die große Armeepräsents in den Dörfern und Wäldern auf. Die Casamance kämpfte vergeblich um Eigenständigkeit, bewaffnete Rebellen halten sich immer noch in den Wäldern auf. Die Landschaft ist wunderschön, weit und abwechslungsreich, und immer wieder fuhren wir an uralten, majestätischen Baobabs (Affenbrotbäume) vorbei, dem Wahrzeichen Senegals.

In einem Dorf durften wir hineinschauen in die Arbeit einer kleinen Arztpraxis. Wir lernten Aminata, die Ärztin und zwei Krankenschwestern kennen. Unter sehr einfachen Bedingungen wurden die Patienten behandelt. (...) Zwischendurch wurden wir zum Essen eingeladen. Das fand im gleichen Raum auf dem Fußboden statt. Bevor wir weiter fuhren, gab es noch eine aufwendige Teezeremonie. Später sahen wir Kinder – verkleidet nach den vielen ethnischen Gruppen – singend durchs Dorf gehen. Sie sammelten Geld für den Kindergarten. (...)

Nach 1500 Kilometern erreichten wir wieder Dakar. Unsere Mountainbikes gab Ibrahima, der Lehrer in einem Dorf ist, zwei seiner Schüler. So müssen sie nicht mehr so viele Kilometer zu Fuß zur Schule gehen.

Fazit: Wir reisten neugierig durch zwei fremde Länder und kamen mit einer Menge an Erfahrung zurück. Die herzlichen Begegnungen werden wir nicht vergessen. Sie sind es, warum wir uns immer wieder für das einfache Reisen mit dem Rad entscheiden.“

Übrigens: Am 14. und 27. Juli werden die Lübbenauer über ihre Reise in der „Blauen Scheune“ auf ihrem Hof in der Fischerstraße 5 berichten.