(peb) Die Boblitzer Konservenfabrik Spreewaldrabe hat sich jüngst auf alte Rezepturen besonnen, besser: besinnen müssen. Nach dem Mauerfall hatten sich damals die neuen (West-)Kunden beschwert, dass die Gurken zu sauer seien. Heidemarie Belaschk: „Als Produzenten aus dem Osten, deren Produkte niemand mehr kaufen wollte, mussten wir reagieren und haben den Zuckergehalt erhöht.“

Inzwischen ist die Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln mit weniger Zucker und natürlichen Zutaten gestiegen. Eine Rückkehr zu Bewährtem fiel den Boblitzern nicht schwer, die alten Rezepturen waren ja noch archiviert. Ein Etikett aus den 70er-Jahren mit einigen Korrekturen, eine eingestochene Datumsleiste für die Mindesthaltbarkeit und der goldene Deckel, sollen an das Altbewährte erinnern. „Überraschenderweise kommt die Würze der frischen Kräuter durch den geringeren Zuckergehalt hier viel besser zum Ausdruck“, zeigt sich die erfahrene Konservierungsexpertin erstaunt. Das Produkt stieß sofort auf eine positive Resonanz bei der Kundschaft in Ost und West. Heidemarie Belaschk: „Wir fragen uns nun, ist es der Wunsch nach einer gesünderen Lebensweise mit weniger Zucker oder ist es der Ostalgiegedanke? Vermutlich wird es beides sein.“